MARPOL

Mit Inkrafttreten der „Zweiten Verordnung zur Änderung umweltgerechter Vorschriften in der Seeschifffahrt“ am 12. April 2008 wurde unter anderem die Pflicht zum Aushang der Müllentsorgungsregeln nach MARPOL Anlage V wirksam.

Danach sind gemäß Regel 10 Abs. (I) der MARPOL Anlage V auf allen Schiffen über 12 Metern Länge Aushänge über die Vorschriften der Regeln über das Einbringen oder Einleiten von Müll nach Anlage V zu MARPOL 73/78 anzubringen.

Entsprechend § 11 der Verordnung über das umweltgerechte Verhalten in der Seeschifffahrt (SeeUmwVerhV) gilt diese Verpflichtung für Sportboote und Traditionsschiffe als erfüllt, wenn

  1. sich an Bord ein gemeinsames Merkblatt des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie und von Verbänden des Wassersports über die umweltgerechte Abfallbehandlung und Entsorgung auf Schiffen oder ein solches Merkblatt eines Verbandes befindet, das mit dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie oder dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung abgestimmt ist, und
  2. die an Bord befindlichen Personen darüber vor Antritt der Fahrt informiert worden sind.

Der DSV hat das seinerzeit gemeinsam mit dem DMYV entwickelte Merkblatt der revidierten Anlage V zu MARPOL 73/78 angepasst und mit dem Bundesministerium für Verkehr-Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) abgestimmt. Das aktualisierte Merkblatt „Marpol-Flyer_2016″ sollten Sie an Bord haben, da bei Kontrollen ansonsten ein Bußgeld droht.

Abwasserentsorgung

Mit Inkrafttreten der „Zeiten Verordnung zur Änderung umweltfreundlicher Vorschriften in der Seeschifffahrt“ am 12. April 2008 werden die neuen Vorschriften zur Aus- und Nachrüstungspflicht mit Fäkalienrückhaltesystemen auf der Ostsee rechtzeitig zum Saisonbeginn wirksam.

Die Regelungen sehen wie folgt aus:

Alle Schiffe, die vor 2003 gebaut wurden und weniger als 11,50 m lang (Rumpflänge) oder weniger als 3,80 m breit sind (jeweils + 1 m zur bisherigen Regelung) sowie alle Schiffe, die vor 1980 gebaut wurden, sind von der Nachrüstungspflicht mit einem Toilettenrückhaltesystem befreit.

Darüber hinaus kann im Einzelfall eine Befreiung von der Nachrüstungspflicht beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) beantragt werden, wenn durch Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen oder eines von einer gemäß Norm EN 45013 akkreditierten Stellt zertifizierten Boots- und Yachtsachverständigen nachgewiesen wird, dass die Nachrüstung entweder 10 Prozent des Schiffswertes oder 4.000 € übersteigen.

Alle anderen Sportboote, die die Ostsee befahren und Toiletten an Bord haben, müssten mit einem Rückhaltesystem und entsprechender Vorkehrung für die landseitige Entsorgung (entsprechend ISO 8099) ausgestattet sein. Die Nichtbeachtung kann mit einem Befahrensverbot und einem Ordnungsgeld geahndet werden.