Ausschüsse: Sie beraten den DSV

In den Ausschüssen des Deutschen Segler-Verbandes engagieren sich Fachleute mit ganz unterschiedlichem Background ehrenamtlich. Ihre Fachkenntnis und Praxiserfahrung sind für den Verband immens wichtig. Die Ausschussarbeit bietet Vereinsvertretern die Möglichkeit, sich direkt und wirkungsvoll einzubringen.

Im Grundgesetz des Deutschen Segler-Verbandes sind 20 Ausschüsse definiert, die alle einem Präsidiumsressort zugeordnet sind. Die meisten Ausschüsse bestehen aus einem vom Präsidium berufenen Ausschussobmann beziehungsweise einer Ausschussobfrau und drei weiteren Ausschussmitgliedern, die von den Obleuten bestimmt werden. In jedem Ausschuss ist zudem ein Seglerratsmitglied vertreten. Dieses Mitglied hat jedoch kein Stimmrecht.

Vier Ausschüsse setzen sich etwas anders zusammen: Der Ausschuss Klassenvereinigungen bildet sich aus den Vorsitzenden der deutschen Klassenvereinigungen, im Jugendsegelausschuss sind die Jugendobleute aller Landessseglerverbände vertreten. Im Olympia-Segelausschuss ist der Aktivensprecher der deutschen Kaderathleten per DSV-Grundgesetz Mitglied. Der Ausschussobmann beziehungsweise die -obfrau im Ausschuss der Kreuzer-Abteilung wird nach der Arbeitsordnung des Ausschusses gewählt, die Wahl bedarf jedoch der Zustimmung des Präsidiums.

Expertenwissen in den Ausschüssen

Zentrale Aufgabe der Ausschüsse ist es, das Präsidium zu beraten. Zu diesem Zweck treffen sich die Ausschussmitglieder regelmäßig – mindestens einmal im Jahr – und besprechen aktuelle Fragestellungen und Herausforderungen aus ihrem jeweiligen Themengebiet. Im Ausbildungsausschuss können dies beispielsweise Änderungen bei der Trainerausbildung sein, im Seesegelausschuss mögliche Anpassungen von Regattaformaten. Im Olympia-Segelausschuss werden jährlich Empfehlungen zur Kaderberufung des Folgejahres erarbeitet.

Aus den abgestimmten Beschlüssen der Ausschüsse werden Vorschläge für das Präsidium erarbeitet, über die in den alle ein bis zwei Monate stattfindenden Präsidiumssitzungen beraten und abgestimmt wird. Das letzte Wort haben die Mitglieder des Seglerrates als legislatives Organ des DSV. Sie beschließen, ob Anträge aus den Ausschüssen beschlossen und umgesetzt werden.

So arbeiten Berufungs- und Schlichtungsausschuss

Etwas anders als die anderen Ausschüsse arbeiten der Berufungs- und der Schlichtungsausschuss, da sie über konkrete Sachverhalte zu entscheiden haben. Die Mitglieder des Berufungssausschusses werden aktiv, wenn eine Partei gegen die Entscheidung eines Protestkomitees oder seine Verfahrensweise Berufung einlegt. In der Regel tagt der Ausschuss zu Beginn des Folgejahres, um über die Berufungen zu entscheiden.

Der Schlichtungsausschuss ist das im Grundgesetz des DSV verankerte Verbandsgericht. Im Rahmen der Schlichtungsordnung ist er zuständig für die Feststellung von Verstößen gegen die Bestimmungen des Grundgesetzes, der dazu erlassenen Ordnungen und gegen Beschlüsse von Organen des DSV. Zudem ist er zuständig für den Entzug von Lizenzen. Liegt ein Verstoß gegen die Wettfahrtregeln wegen groben Fehlverhaltens oder gar ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen vor, entscheidet der Ausschuss auf Basis der Disziplinarordnung. Sanktionen können hier bis zum Entzug der World Sailing-Zulassung reichen.

„Korrektiv für den eigenen Blickwinkel“

Die Frauen und Männer in den DSV-Ausschüssen arbeiten ausnahmslos ehrenamtlich. Sie geben wertvollen Input und Ideen, beleuchten Fragestellungen aus verschiedenen Blickwinkeln und mit viel Sachverstand. Dieses Expertenwissen aus den Ausschüssen ist außerordentlich wichtig. „Die Arbeit, die in den Ausschüssen geleistet wird, ist nicht hoch genug einzuschätzen“, sagt DSV-Präsidentin Mona Küppers. „Hier wird sachorientiert diskutiert, hier werden Lösungen für konkrete Fragestellungen erarbeitet. Wir als Präsidium wollen für alle Seglerinnen und Segler die besten Entscheidungen treffen. Dafür sind die Empfehlungen aus den Ausschüssen eine unverzichtbare Hilfe – und manchmal auch ein Korrektiv für den eigenen Blickwinkel.“