Nach zwei Bronzemedaillen bei den Weltmeisterschaften 2023 und 2025 hat Sophie Menke (Seglervereinigung Hüde) bei der Europe-Weltmeisterschaft 2026 ihren bislang größten internationalen Erfolg gefeiert: Vor Danzig sicherte sich die 24-Jährige ihren ersten Vize-Weltmeistertitel. Die Entscheidung fiel dabei erst im letzten Rennen.
„Ich freue mich sehr, dass es mir zum Schluss noch gelungen ist, die Polin Weronika Glinkiewicz-Madej, eine ehemalige Olympiateilnehmerin, auf Platz drei zu verweisen“, sagt Sophie Menke. „Die Europe-Klasse hat im Spitzenfeld nach wie vor eine sehr hohe Leistungsdichte, sodass ich auf diesen Titel sehr stolz bin.“
Die Studentin des Bauingenieurwesens stammt seglerisch vom Dümmer, wo sie viele Jahre zu den prägenden Athletinnen der Europe-Trainingsgruppe gehörte. Inzwischen engagiert sie sich selbst als Trainerin im Nachwuchsbereich und richtet ihren eigenen sportlichen Fokus auf internationale Meisterschaften.
An die Titelkämpfe in Polen blickt sie positiv zurück: „Die WM in Danzig war ein tolles Erlebnis. Wir haben zu Beginn unfreiwillig viel Sightseeing gemacht, weil an den ersten beiden Tagen wegen sehr viel Wind und vor allem einer sehr steilen Welle nicht gesegelt werden konnte“, berichtet Sophie Menke. „Die letzten drei Tage hatten wir dann aber die Bedingungen, für die unsere Europes gemacht sind: Wind zwischen 12 und 18 Knoten, Welle und strahlend blauer Himmel. Es hat einfach Spaß gemacht zu segeln.“
Als besondere Stärke der Europe-Klasse sieht Menke ihre Vielseitigkeit. Durch die je nach Körpergewicht unterschiedlich abgestimmten Karbonmasten können Seglerinnen und Segler unterschiedlichster Statur auf Augenhöhe gegeneinander antreten. „Egal ob groß oder klein, dick oder dünn, jung oder alt – die Europe ist ein tolles Boot“, sagt sie. „Entsprechend vielfältig ist auch das Teilnehmerfeld. Bei dieser WM waren Seglerinnen zwischen 16 und über 50 Jahren am Start – von WM-Debütantinnen bis hin zu langjährigen Leistungssportlerinnen.“

Nach Bronze im Vorjahr und Silber in diesem Jahr richtet sich der Blick bereits auf die nächste Weltmeisterschaft. Diese soll voraussichtlich vor Hayling Island stattfinden. Der englische Yachtclub, der in diesem Jahr bereits die 505er-Weltmeisterschaft ausgerichtet hat, hat sich um die Austragung der Europe-WM beworben. „Letztes Jahr habe ich das deutsche Team bei der Jugend-Weltmeisterschaft vor Hayling Island betreut und kenne das Revier inzwischen sehr gut. Es wäre für mich perfekt, wenn die WM dort im nächsten Jahr stattfindet“, sagt Sophie Menke.
Das deutsche Team wurde in Danzig von zwei über die Klassenvereinigung organisierten Trainern betreut. Nach dem Vortraining stand außerdem der Nation Cup auf dem Programm, bei dem jeweils vier Seglerinnen oder Segler eines Landes gemeinsam als Team antreten. Die deutsche Mannschaft belegte erneut den undankbaren vierten Platz – auch ein Ergebnis, das Sophie Menke im kommenden Jahr gerne verbessern möchte.

Auch die weiteren deutschen Seglerinnen überzeugten mit starken Ergebnissen. Nadja Kopp (Segelclub Salzgitter) belegte Rang vier, Marisa Roch (Kieler Yacht-Club) wurde Achte und Fabienne Oster (Neustädter Segler-Verein) Neunte. Jessica Timm (Seglervereinigung Hüde) verpasste als Elfte die Top Ten nur knapp.
Bester deutscher Segler war der aktuelle Deutsche Juniorenmeister Simon Hüllenkremer (Stuttgarter Segel-Club) auf Rang 16.
Alle Ergebnisse sind auf der Eventseite der Europe-Weltmeisterschaft 2026 zusammengefasst, zudem gibt es auf der Seite der Europe-Klassenvereinigung eine ausführliche Berichterstattung über die WM.