Simon Hüllenkremer segelt zum vierten Titel in der Europe

Zwei Europejollen vor einer Boje mit einer blauen Flagge, die das Ziel markiert
Simon Hüllenkremer segelte auf der Havel zum Sieg bei der Internationalen Deutschen Juniorenmeisterschaft der Europes. © Ralf Radoschowski

Bei der Internationalen Deutschen Juniorenmeisterschaft der Europe-Jollen hat Simon Hüllenkremer (Stuttgarter Segel-Club) erneut bewiesen, dass er zu den besten deutschen Seglern in der ehemals olympischen Jollenklasse gehört.

Mit 12 Punkten nach sechs Wettfahrten verwies er seine langjährige Konkurrentin Sophie Menke (Seglervereinigung Hüde) auf den zweiten Rang. Den dritten Platz bei der IDJoM, die vom Deutsch-Britischen Yacht Club auf der Havel ausgetragen wurde, belegte Lorenz Brach vom Kieler Yacht-Club. Die U20-Wertung gewann Herrmann Witke (Sail-Lollipop Regatta Verein) vor Hanna Mühlberg (Segel Club Pirk) und Anton Schuster (1. Segelclub Partwitzer See).

Das Meisterschaftsrevier „Große Breite“ zeigte sich während der IDJoM von seiner launischen Seite. Extreme Winddreher von bis zu 90 Grad innerhalb von nur zehn Minuten stellten die Wettfahrtleitung vor große Herausforderungen, sodass mehrfach die Startverschiebungsflagge gesetzt werden musste. Lediglich am Samstag, dem zweiten Wettfahrttag, konnten vier Wettfahrten durchgeführt werden. Insgesamt konnten daher nur sechs statt der geplanten neun Wettfahrten gesegelt werden.

Für den 26-jährigen Industriedesign-Studenten Simon Hüllenkremer war es bereits der vierte deutsche Meistertitel: In den Vorjahren hatte er bereits eine IDJM sowie zwei IDMs gewonnen. „Nächstes Jahr kann ich noch einmal versuchen, meinen Titel bei den Junioren zu verteidigen“, sagt Simon Hüllenkremer. „Mein nächstes großes sportliches Ziel ist ein Top-Ten-Ergebnis bei der WM, die Anfang Juli in Danzig startet.“ Bei der Weltmeisterschaft 2025 auf dem Gardasee war er als bester deutscher Teilnehmer auf Rang 16 im Feld der 83 internationalen Seglerinnen und Segler gekommen.

„Die IDJoM war ganz toll organisiert, das Segelrevier mit seinen vielen Winddrehern ist recht tricky“, berichtet Simon Hüllenkremer, der seine ersten Segelerfahrung auf dem Max-Eyth-See in Stuttgart machte. Seit Beginn seines Studiums in Berlin ist er Gastmitglied im Segel-Club Odin am Tegeler See. „Der SC Odin bietet für die Berliner Europe Seglerinnen und Segler ein gutes Wochentraining, an dem ich oft teilnehme oder selbst als Trainer aktiv bin.“

Der ausrichtende DBYC, hervorgegangen aus dem 1947 gegründeten United Forces Sailing Club und dem späteren British Berlin Yacht Club, bot den Jugendlichen und Junioren ein außergewöhnliches Rahmenprogramm. Im Rahmen einer Geschichtsstunde wurde an die Berliner Luftbrücke erinnert, die großangelegte Versorgung West-Berlins durch die Westalliierten während der sowjetischen Blockade von 1948 bis 1949. Über das Clubgelände erfolgte damals der Nachschub mit Treibstoff durch die British Air Force, zudem landeten unmittelbar vor dem Clubgelände Wasserflugzeuge der britischen Schutzmacht zur Versorgung Berlins.

Alle Ergebnisse der IDJoM, für die 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeldet hatten, sind auf Manage2Sail zusammengefasst.