DSV-Juniorencrew: „Ich bleibe auf jeden Fall beim Seesegeln dabei“

Auf einer Yacht stehen acht Seglerinnen und Segler, dick angezogen an Deck. Es ist Nacht.
In Dunkelheit bei Nacht ist die Juniorencrew des DSV am Ende des Commodore Cups in Travemünde eingelaufen. © DSV

Acht junge Menschen zwischen 16 und 19 Jahren segelten auf einer vom DSV gecharterten Beneteau First 44.7 knapp eine Woche durch die dänische Südsee. Die meisten von ihnen gingen als Neulinge im Dickschiffsegeln an Bord, sammelten viele Erfahrungen auf allen Positionen und waren sich im Team einig: Seesegeln ist faszinierend und macht Spaß.

Eine weiße Yacht mit roten Streifen segelt mit einem roten Spinnaker auf der Ostsee.
Beim Commodore Cup segelt die „R.E.D:“ unter Spi Richtung Travemünde. © DSV

Das Seesegeln und die Ausbildung der nächsten Generation fördern – mit diesem Ziel hatte der Deutsche Segler-Verband die Juniorencrew vor einigen Jahren ins Leben gerufen und seitdem immer wieder junge Seglerinnen und Segler aus Mitgliedsvereinen eingeladen, ihre individuellen Fähigkeiten in einem Team einzubringen und das Segeln auf einem großen Schiff auszuprobieren.

Erfahrungen im Seesegeln sind für eine Bewerbung nicht notwendig. Vielmehr geht es um Begeisterung für Wind und Wasser und Teamgeist. Und davon gab es in diesem Jahr wieder jede Menge an Bord der „R.E.D.“. Das zeigte sich schnell beim ersten Kennenlernen, beim ersten Training auf der Ostsee und bei der Teilnahme am 12. Commodore-Cup, der traditionell vor dem Start Richtung dänische Gewässer auf dem Programm steht. Der Cup ist eine speziell für Juniorencrews organisierte Offshore Youngsters Regatta von Kiel nach Travemünde. Am Ende belegte die DSV-Crew den 15. Rang und sammelte wertvolle Erfahrung für die Herbsttour.

Aufmerksam verfolgen die Seglerinnen und Segler der DSV-Juniorencrew die Informationen zum Commodore Cup. © DSV

Alles besprechen und dann gemeinschaftlich entscheiden

Acht Seglerinnen und Segler aus dem gesamten Bundesgebiet gehörten zur Crew, die meisten ohne Seesegel-Erfahrung. „Trotzdem hat bereits das Zusammenspiel bei der Regatta und auch die ganz besondere Erfahrung, nachts im Dunkeln auf dem Meer nach Travemünde zu segeln, gezeigt: Wir sind schon jetzt ein starkes Team“, sagte Jette Scheppler. Die 17-Jährige vom Arnisser Segel-Club Kappeln hat im Gegensatz zu den meisten anderen Crewmitgliedern bereits Erfahrung beim Seesegeln, war mit ihren Eltern und dem Familienboot unterwegs und startete auch schon bei Dickschiff-Regatten. Unter anderem segelte sie im Rahmen der Aktion „Be Part of the Crew“ als Neuling bei erfahrenen Offshore-Regattateams mit. Die Initiative wird regelmäßig von der Seglerjugend in Zusammenarbeit mit der Abteilung Technik und Seeregatten organisiert.

Die DSV Juniorencrew 2026 an Land

Aufgrund ihrer Kenntnisse übernahm die Norddeutsche auf der „R.E.D.“ auch die Funktion der Skipperin, führte oft das Steuerrad und entschied Dinge, wenn es schnell gehen musste. „Aber ansonsten haben wir im Team versucht, alles zu besprechen, zu diskutieren und gemeinschaftlich hin zu kommen“, sagt Jette Scheppler.

Zwei junge Frauen sitzen im Cockpit einer Segelyacht, eine steuert. Der Himmel ist blau.
Skipperin Jette am Steuer, neben ihr Seglerin Ellen © DSV

Mit an Bord war wieder Jussi Rissanen: Der erfahrene finnische Segler war als Mentor dabei und beriet die Crew bei sicherheitsrelevanten Fragen, wenn es erforderlich war.

Flaute, Sturm, Sonne und Regen – alles war dabei

Travemünde, Warnemünde, Rødby, Sonderburg, Olpenitz und dann unter Motor zu Abgabe des Schiffes nach Damp – die Youngster waren sechs Tage auf Tour und gewannen Tag für Tag an Sicherheit, im Umgang mit dem Boot, egal, wie das Wetter sich präsentierte.

„Manchmal hatten wir so viel Wind, dass wir froh waren, mit gerefftem Groß dicht unter Land segeln zu können“, sagt die Skipperin.

Fünf Seglerinnen sitzen auf der Kante einer Yacht, blicken aufs Meer und genießen die Sonne.
Auf der Kante sitzen und die Sonne genießen © DSV

„Und dann gab es das Leben an Bord in kurzen Hosen und mit Sonnenbrille“, ergänzt Patrick Zimmermann, der 18-jährige 420er-Segler vom Frankfurter Yachtclub. Die Familie hat zwar eine Shark 24 auf dem Rhein, „doch Seesegeln ist für mich schon neu und spannend“.

Sich ausprobieren auf allen Positionen und vor allem im Team zusammenwachsen – darum ging es auf der „R.E.D.“. Die Großschot fahren, auf dem Vorschiff den Spi-Baum bedienen, die Genua trimmen, navigieren, steuern, auf der Kante sitzen „oder unter Deck in der Kombüse kochen, alles gehörte dazu“, erzählt Patrick Zimmermann, der im 420er Vorschoter ist. „Deshalb war ich neugierig darauf, auch mal steuern zu können, doch das liegt mir nicht wirklich, ich bin lieber vorne unterwegs.“

Sich mit dem Wind fortzubewegen, sei auf dem Dickschiff vom Prinzip nicht so viel anders als im kleinen Boot, sagt der Rheingauer weiter. „Beim 420er fahre ich alles aus der Hand, hier bediene ich Winschen. Doch insbesondere das Miteinander im großen Team ist herausfordernd und toll zugleich.“

Die Enge an Bord, die Notwendigkeit immer Ordnung zu halten, das sei schon gewöhnungsbedürftig. „Aber zu sehen, was möglich ist, wenn alle ihre seglerischen und kommunikativen Fähigkeiten für die Gruppe einbringen, das ist cool.“

Ein junger Mann prüft mit kritischem Blick das Segel an Bord einer Yacht. Er trägt eine Sonnenbrille und am Körper eine rote Rettungsweste.
Patrick Zimmermann prüft den Stand des Segels.

Patrick Zimmermann zumindest ist angefixt. „Ich bleibe auf jeden Fall dabei, und das gilt so sicher auch für die meisten anderen aus der Crew.“ Sein Plan: in der kommenden Saison bei einer Offshore-Crew anheuern und sich weiter ausprobieren.

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Hier gibt es alle Ergebnisse vom Commodore Cup 2026:

Die Veranstalter Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“, der Hamburgische Verein Seefahrt, der Kieler Yacht-Club und der Lübecker Yacht-Club planen die 13. Auflage „Commodore Cup“ für den 2. Oktober 2027. Dann soll wieder eine DSV-Crew dabei sein und anschließend auf eine Herbsttour starten.