Leichtwindbedingungen und viel Fingerspitzengefühl waren bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der 2.4mR auf dem Plauer See gefragt. Christoph Trömer vom Verein Plauer Hai-Live setzte sich nach fünf Wettfahrten mit einem Punkt Vorsprung durch und feierte seinen ersten Meistertitel in der kleinsten Meterklasse.
Bei schönstem Spätsommerwetter konnten auf dem Plauer See nur an zwei Tagen Wettfahrten gesegelt werden. Am Donnerstag, 1. Oktober, gingen drei Läufe über die Bahn, am Freitag folgten zwei weitere. Danach flaute der Wind ab, sodass fünf Wettfahrten mit einem Streicher in die Wertung eingingen.
Christoph Trömer (Plauer Hai-Live) setzte sich mit einem Punkt Vorsprung gegen die britische Seglerin und zweimalige 2.4mR-Weltmeisterin Megan Pascoe durch. Rang drei belegte der mehrfache Weltmeister der Klasse und Olympiasieger Heiko Kröger (Segeberger Segel-Club).

„Heiko ist ein Ausnahmesegler, ein Fels, an dem man nur schwer vorbeikommt“, zollt Christoph Trömer seinem Konkurrenten Respekt. „Bei mehr Wind habe ich gegen ihn kaum eine Chance, dieses Mal war ich bei Leichtwindbedingungen mit ihm auf Augenhöhe.“
Familie Trömer mit starkem Auftritt
Besonders groß war die Freude bei der Familie Trömer: Sabine Trömer (PHL) belegte als zweitbeste Frau den fünften Platz. Nach vielen Jahren im olympischen Leistungssport im 470er hatte sie eine mehrjährige, familienbedingte Pause eingelegt. 2018 war sie bei der 2.4mR-Weltmeisterschaft in Italien als Begleiterin dabei – und entdeckte ihre Begeisterung für die Klasse.
Unter ihrem Mädchennamen Rohatzsch gehörte Sabine Trömer gemeinsam mit Ines Bohn zu den erfolgreichsten 470er-Teams der Welt. Das Team, das am renommierten Schweriner Sportinternat zur Schule ging, gewann zweimal die Weltmeisterschaft in der bis heute olympischen Bootsklasse.
Einzig Sohn Tim, ebenfalls leidenschaftlicher 2.4mR-Segler, fehlte bei der diesjährigen IDM. Er ist für sein Studium der Sozialen Arbeit von Stade nach Emden gezogen. Bevor die Familie gemeinsam in die 2.4mR-Klasse einstieg, segelten die Trömers unter anderem Ixylon.
Segeln auf Spitzenniveau – allein im Boot
Christoph Trömer ist seit Jahren von der 2.4mR begeistert. „Die 2.4mR ist eine Yacht im Miniformat, die Segeltechnik auf Spitzenniveau bietet und dennoch für Normalverdiener erschwinglich ist“, erklärt der neue Deutsche Meister. „Dazu kommt die Herausforderung, allein zu segeln. Man muss keine Crew zusammenstellen, sammelt die Lorbeeren für sich ein und muss mit dem Frust selber klarkommen. Heißt, man muss immer an sich selbst arbeiten.“
Die 2.4mR ist zugleich die einzige Bootsklasse, die beim ausrichtenden Verein Plauer Hai-Live angeboten wird. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, mit der inklusiven Bootsklasse Menschen mit und ohne Handicap anzusprechen und auch Personen in Rehabilitation neue Perspektiven durch das Segeln zu eröffnen. Mit viel Leidenschaft und ehrenamtlichen Engagement ist hier in den letzten Jahren ein deutscher Schwerpunkt der 2.4er-Klasse entstanden, der vom Einsteiger bis zum Regattaprofi alle verbindet.

„Diese Meisterschaft zeigt eindrucksvoll, wie viele unterschiedliche Menschen in unserem Sport und gerade in der Klasse der 2.4mR zusammenkommen. Das ist gelebte Vielfalt“, betont Lutz-Christian Schröder, erster Vorsitzender des Vereins. „Unser Vereinsmotto lautet: ‚Segeln verbindet!‘ Für mich bedeutet das, alles dafür zu tun, dass dieser gute Geist uns alle trägt und weit über den Verein hinausstrahlt.“
Wie auch die Anfang September vom PHL ausgerichtete Meisterschaft der 470er wurde die Veranstaltung maßgeblich von der auf demselben Gelände beheimateten Segelschule unterstützt, die von Laura Pukropski geleitet wird. Die ehemalige 470er-Kaderathletin des German Sailing Team nahm selbst an der 2.4mR-Meisterschaft teil.
„Im 2.4mR kann jeder mitsegeln, egal ob groß oder klein, Mann oder Frau, jung oder alt, mit oder ohne Einschränkungen“, betont Christoph Trömer. „Der Blick auf die Starterliste mit Größen wie Kalle Dehler, Bernd Zirkelbach und Ulrich Libor zeigt, dass viele erfolgreiche Regattasegler die Klasse schon vor Jahren für sich entdeckt haben, weil man hier auf sehr hohem Niveau Regattasegeln kann.“

Insgesamt gingen 44 Seglerinnen und Segler aus Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Dänemark, Frankreich, Tschechien und Irland bei der IDM der 2.4mR in Plau an den Start.
Die vollständigen Ergebnisse sind auf Manage2Sail zu finden.