Segeln und Windsurfen zum ersten Mal bei den Finals dabei

Vom 23. bis zum 26. Juli findet in und um Hannover die sechste Auflage der sogenannten Finals statt. An vier Tagen werden bei diesem Multisport-Event mehr als 140 deutsche Meisterinnen- und Meistertitel in 24 Sportarten vergeben – zum ersten Mal sind Segeln und Windsurfen dabei. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF übertragen alle Veranstaltungen.

Die niedersächsische Landeshauptstadt und die Region Hannover mit ihren verschiedenen Sportstätten sind Gastgeber der Finals 2026, ARD und ZDF übertragen die Wettbewerbe live oder im Stream. Die Idee dahinter: Weniger bekannte Sportarten und -disziplinen sollen ins Rampenlicht gerückt werden und mehr Aufmerksamkeit erhalten. Die jeweiligen Spitzensportverbände veranstalten ihre Meisterschaftswettbewerbe dabei in Eigenregie und in Abstimmung mit den Öffentlich-Rechtlichen.

Mit dabei sind unter anderem 3×3 Basketball, Ju-Jutsu, Rapid-Surfen auf der Leinewelle, Flatland, eine akrobatische Disziplin des BMX-Radsport, verschiedene Ruderdisziplinen – und in diesem Jahr erstmals auch Segeln mit der Bootsklasse Flying Dutchman und Windsurfen auf dem Raceboard und Windsurfer LT.

„Das ist eine großartige Veranstaltung und eine tolle Möglichkeit für den deutschen Segelsport sich darzustellen“, sagt Meike Greten, DSV-Vize-Präsidentin Aus- und Weiterbildung. Die Regatten um die Titel finden auf dem Steinhuder Meer – mit 32 Quadratkilometern Niedersachsens größter See – statt. Die deutsche Flying-Dutchman-Meisterschaft wird vor Steinhude ausgetragen, ausrichtender Verein ist der Hannoversche Yacht-Club. Der Club beherbergt eine der weltweit größten FD-Flotten, Vereinsmitglied und Vorschoter Kai Schäfers gewann mit Kai-Uwe Lüdtke (Yachtclub Berlin-Grünau) vor kurzem den Vize-Weltmeistertitel. Die Crew ist auch bei der Deutschen Meisterschaft am Start.

Mehrere Jollen vom Typ Flying Dutchman mit weißen Segeln.
Die ehemalige olympische Klasse FD kehrte im Rahmen der Kieler Woche 2026 für die Weltmeisterschaft auf das Olympiarevier von 1972 zurück. © Kieler Woche 2026/Christian Beeck

Drei Wettbewerbe und sechs Titel beim Windsurfen

Insgesamt sechs deutsche Titel werden beim Windsurfen vergeben. „Windsurfen ist spannend, kurzweilig und schnell“, sagt Thomas Michaelis, Präsident der Deutschen Windsurfing Vereinigung DWSV, zuständig für den Longboard-Bereich und zugleich Mitglied im DSV-Ausschuss Boardsport. „Das wollen wir den Zuschauerinnen und Zuschauern vor Ort und an den Bildschirmen präsentieren.“

Gemeinsam mit dem DSV hat die DWSV deshalb neben der regulären Deutschen Meisterschaft auf dem Raceboard zwei weitere Formate entwickelt: Im Wettbewerb Team-Sprint treten auf parallelen Bahnen Windsurferinnen und -surfer auf Raceboards in einem klassischen Up-and-Down-Kurs mit Luv-Gate gegeneinander an. „Erreicht ein Surfer die Ziel-Area, dann kann der beziehungsweise die nächste Teilnehmende aus dem Team starten“, sagt Thomas Michaelis. Zu jedem Team gehören drei Aktive, es gibt einen Frauen- und einen Männerwettbewerb.

Das zweite neue Format ist ein Team-Slalom, bei dem in den Kurs zusätzlich Gates eingebaut werden. Im Slalom surfen die Sportlerinnen und Sportler mit dem 8,5 Quadratmeter Raceboard-Rigg und testweise auf dem im Gegensatz zum schnellen Raceboard etwas wendigeren Windsurfer LT. Auch hier gibt es eine Frauen- und eine Männerwertung „Die Mitglieder in den Teams können, müssen aber nicht zwingend aus einem Verein kommen“, sagt Thomas Michaelis weiter. Mit den beiden Team-Staffel-Wettbewerben wollen DWSV und DSV neue Windsurf-Formate testen, sie sind ein Pilotprojekt. „Die Finals bieten sich dafür an, einmalig werden deutsche Meistertitel vergeben.“

Viele Surfer surfen über einen See.
Das Feld der Teilnehmenden bei der Masters-WM Raceboard 2026 auf dem Balaton in Ungarn.

Die Stadt und die Region Hannover haben der DWSV für die Finals kostengünstig Einheitsmaterial zur Verfügung gestellt. „Wenn wir es schaffen, ausreichend Sponsoren zu gewinnen, dann können wir die Raceboards und Windsurfer LT weiter am Standort Steinhuder Meer für die Jugendarbeit mit den Schulen in der Region nutzen und zugleich für die Nachwuchsarbeit im Rahmen von Trainingslagern im gesamten Bundesgebiet einsetzen“, erklärt DWSV-Präsident Michaelis.

Die Titel in den Teams-Wettbewerben werden bereits am ersten offiziellen Tag der Finals, am Donnerstag, den 23. Juli 2026, vergeben. Die Deutschen Meisterschaften im klassischen Kursrennen finden dann vom 24. bis 26. Juli statt. Ausrichtender DSV-Verein für alle Windsurf-Wettbewerbe ist der Yacht-Club Niedersachsen (Mardorf) am nördlichen Teil des Steinhuder Meeres – der Verein hatte bereits 2023 mit der DWSV die erfolgreichsten Weltmeisterschaften der Raceboardklasse mit 170 Teilnehmern aus 22 Ländern durchgeführt.

Die genauen TV-Zeiten werden kurzfristig veröffentlicht.