Vize-WM-Titel im FD für Kay-Uwe Lüdtke und Kai Schäfers

Mehrere Jollen vom Typ Flying Dutchman mit bunten Spinnakern.
Die FDs trugen im Rahmen der Kieler Woche 2026 ihre Weltmeisterschaft aus. Bei extremen Leichtwindbedingungen waren nur vier Wettfahrten möglich. © Kieler Woche 2026/Sascha Klahn

Hochsommer bei der Kieler Woche 2026: hohe Temperaturen und nur sehr wenig Wind. Vier Wettfahrten, davon drei an einem Tag, mehr waren bei der Weltmeisterschaft der Flying Dutchman auf dem Olympiarevier von 1972 nicht möglich. Insgesamt waren 74 Teams aus zehn Nationen an die Kieler Förde gereist.

Am besten kamen Szabolcs Majthenyi und András Domokos aus Ungarn mit den extremen Leichtwindbedingungen zurecht. Mit nur vier Punkten nach Abzug eines Streichers setzten sie sich an die Spitze des Feldes. Für das Duo ist es bereits der 15. gemeinsame Weltmeistertitel.

Auf den zweiten Rang mit sechs Punkten segelten Kay-Uwe Lüdtke (Yachtclub Berlin-Grünau) und Kai Schäfers (Hannoverscher Yacht-Club), die bereits 2022 und 2024 den Weltmeistertitel gewinnen konnten. Platz drei belegten die italienischen Brüder Nicola und Francesco Vespasiani.

Titelverteidiger Kilian König (Hannoverscher Yacht-Club) und Vorschoter Johannes Brack (Segelclub Edersee) belegten Rang zwölf. Beste Steuerfrau war die ehemalige 470er-Weltmeisterin und Olympiateilnehmerin Peggy Bahr (YCBG), die gemeinsam mit ihrem Mann Torsten an der WM teilnahm.

Fast wäre der Rückstand des zweitplatzierten deutschen Teams auf die Sieger noch um einen Punkt geringer ausgefallen. Ein gebrochener Schäkel in der letzten Wettfahrt kostete „KUL & Kai“ jedoch einen Tagessieg bei dieser Weltmeisterschaft. Am Endergebnis hätte sich allerdings auch ohne den Bruch an Bord nichts geändert.

Mehrere Jollen vom Typ Flying Dutchman mit weißen Segeln.
Die ehemalige olympische Klasse FD kehrte für die Weltmeisterschaft auf das Olympiarevier von 1972 zurück. © Kieler Woche 2026/Christian Beeck

„Wir hatten uns vorgenommen, unter die Top Five zu kommen, und das ist gelungen“, freut sich Vorschoter Kai Schäfers. Ein Erfolg des eingespielten Teams, an den vor dieser Weltmeisterschaft kaum jemand geglaubt hätte.

Denn erst vor zwölf Wochen erlitt Kai Schäfers bei einer Kenterung während einer FD-Regatta in Spanien eine schwere Verletzung. „Bei sieben Windstärken bin ich ins Segel gesprungen. Dabei habe ich mir das Sprunggelenk und das Wadenbein gebrochen“, berichtet er. „Es folgten der Rücktransport nach Deutschland, eine Operation, bei der zwei Platten und zwölf Schrauben eingesetzt wurden, sowie intensive Rehabilitationsmaßnahmen. Der Heilungsprozess verlief rasend schnell, und ich bin sehr glücklich, dass wir in Kiel starten konnten.“

Die Entscheidung des erfolgreichen FD-Duos, bei der Weltmeisterschaft auf dem olympischen Revier von 1972 anzutreten, fiel relativ kurzfristig – auch mit Blick auf die günstige Leichtwindprognose.

Zwei Männer mit blauen Trikots auf einer Jolle mit weißen Segeln, am Bug kleben die Aufkleber von Sponsoren der Kieler Woche.
Nach einer schweren Verletzung vor drei Monaten feierte Vorschoter Kai Schäfers bei der WM ein überzeugendes Comeback und segelte gemeinsam mit Kay-Uwe Lüdtke zum Vize-WM-Titel. © Kieler Woche 2026/Christian Beeck

Zuvor hatte Kai Schäfers gemeinsam mit Kilian König, FD-Weltmeister von 2025, auf dem heimischen Steinhuder Meer trainiert und dabei zufrieden festgestellt, dass sich die intensiven Wochen zwischen Physiotherapie und Reha gelohnt hatten. „Es haben aber einige schon sehr erstaunt geguckt, als KUL und ich zusammen in Kiel das Boot aufgebaut haben“, sagt Kai Schäfers.

Als nächstes großes Event planen „KUL & Kai“ die Teilnahme an der Internationalen Deutschen Meisterschaft, die Ende Juli im Rahmen der erstmals in Niedersachsen ausgetragenen Finals auf dem Steinhuder Meer stattfindet.

Ausrichtender Verein ist der Hannoversche Yacht-Club (HYC), in dem die FD-Klasse stark vertreten ist. Sechs Flying Dutchman gehen unter dem Stander des HYC an den Start, darunter auch DSV-Vizepräsidentin Meike Greten, die gemeinsam mit ihrem Mann Tom an der WM teilnahm.

„Genauso eine superharmonische und freundschaftliche Stimmung in der gesamten FD-Klasse wie in Kiel wünschen wir uns auch für die Finals – nur mit Wind“, sagt Meike Greten. Sie betont, dass trotz der wenigen Segelstunden während der Kieler Woche alle Seglerinnen und Segler sehr glücklich gewesen seien und insbesondere die gemeinsame Zeit im „FD-Lager“ auf dem Campingplatz sowie den geselligen Abend beim gemeinsamen Grillen auf der Terrasse des DSV genossen hätten.

Alle Ergebnisse der WM 2026 im Rahmen der Kieler Woche sind auf Manage2Sail veröffentlicht.