IDJM der Teeny-Jollen in Berlin

Banner der IDJM der Teenys 2026
Mit einem großen Banner wurden die 26 Teams, die für die IDJM der Teenys auf der Unterhavel gemeldet hatten, begrüßt. © Kyaw Soe

Eine Deutsche Jugendmeisterschaft in nur 95 Tagen auf die Beine zu stellen, ist eine echte Herausforderung. Dass dies mit großem Erfolg gelingen kann, bewiesen der Verein Pro Sport Berlin 24, Abteilung Segeln Stößensee, und der SC Gothia  im Juli mit der Ausrichtung der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft (IDJM) der Teenys auf der Unterhavel. Mehr als 100 Seglerinnen und Segler, Trainerinnen und Trainer sowie Eltern erlebten eine abwechslungsreiche Meisterschaft, die neben den anspruchsvollen Windbedingungen vor allem von einer besonderen Gemeinschaft geprägt war.

Nachdem sich der ursprüngliche Ausrichter der IDJM kurzfristig zurückgezogen hatte, übernahmen die beiden Berliner Vereine die Organisation. Allen voran Paul Naber (PSB24) und Sabrina Rahn (SC Gothia), beide im Vorstand der Teeny-Klassenvereinigung, setzten alle Hebel in Bewegung, damit die Meisterschaft stattfinden konnte. Die Motivation war groß: In beiden Vereinen gehört die kleine Zweipersonenjolle seit Jahren fest zur Jugendarbeit, und zahlreiche Nachwuchsteams trainieren regelmäßig im Teeny.

Teamwork an Land und auf dem Wasser

Der SC Gothia übernahm die umfangreichen Aufgaben an Land. Dazu gehörten unter anderem die Organisation des Zeltlagers, die Vorbereitung der Vereinsräume für die Gäste, die Einrichtung des Wettfahrtbüros sowie die Planung und Durchführung der Veranstaltungen an Land.

Der PSB24 zeichnete – federführend mit Sportwart Michael Wiesener – für die Regattavorbereitung und das gesamte Wettfahrtteam auf dem Wasser verantwortlich und konnte dabei auf die Unterstützung vieler erfahrener Vereinsmitglieder zählen. Für alle Beteiligten war die kurzfristige Vorbereitung auch eine intensive Lernphase: Präzise Abläufe, klare Kommunikation und die tägliche Nachbesprechung nach den Wettfahrten sorgten dafür, dass sich das Team von Tag zu Tag besser einspielte.

Das Practice Race war dabei nicht nur für die Teams ein letzter Test auf dem Meisterschaftsrevier, sondern auch für das Wettfahrtteam die Generalprobe für die kommenden Meisterschaftstage.

Anspruchsvolle Bedingungen auf der Unterhavel

Sportlich verlangte das Revier den jungen Crews einiges ab. Der erste Wettfahrttag war von stark drehenden und wechselnden Winden geprägt, sodass letztlich nur ein Rennen gesegelt werden konnte. Auch am letzten Tag mussten alle lange auf dem Wasser ausharren. Trotz dreistündiger Wartezeit kam kein weiteres Rennen zustande: Immer wieder schlief der Wind ein oder drehte um bis zu 60 Grad – gerade dann, wenn die Wettfahrtleitung hoffte, die Bahn auslegen zu können.

Die IDJM der Jugendjolle Teeny fand 2026 auf der Unterhavel statt.
Die Unterhavel präsentierte sich als launiges, böiges Segelrevier. © Frank Rahn

Dazwischen boten zwei Wettfahrttage dafür umso bessere Bedingungen. Bei Spitzenwerten von bis zu 24 Knoten konnten jeweils vier Wettfahrten gesegelt werden. Kenterungen blieben dabei nicht aus. Besonders deutlich wurden die Unterschiede zwischen den bereits erfahrenen Teeny-Crews und denjenigen, die noch nicht lange mit Spinnaker und Trapez unterwegs waren.

Blesken/Meyer-Whitfield sichern sich den Meistertitel

An der Spitze sorgte das Team um den späteren Deutschen Jugendmeister Theo Blesken (Segler Club Dümmer/Klub am Rupenhorn) für eine besondere Geschichte. Nachdem sich sein Vorschoter Johann Meyer (Club am Rupenhorn) am Abend an der Hand verletzt hatte, sprang für die letzten vier Wettfahrten der deutlich jüngere und weniger regattaerfahrene Mathis Whitfield ein. Was sein eingewechselter Vorschoter noch nicht konnte, musste Theo Blesken ausgleichen. Der erfahrene Steuermann übernahm einen großen Teil der Aufgaben an Bord: Nach den Wenden zog er die Fock dicht, auf dem Downwindkurs fuhr er den Spinnaker teilweise allein – und segelte dennoch viermal in Folge als Erster über die Ziellinie.

Mit insgesamt sechs Siegen aus neun Wettfahrten und einem dritten Platz als Streicher sicherten sich der 14-jährige Theo Blesken und Johann Meyer beziehungsweise Mathis Whitfield souverän den Meistertitel.

Zwei Teeny-Segler bei viel Wind auf der Kreuz
Theo Blesken segelte nach einer Verletzung seines Vorschoters Johann Meyer mit dem erst sechs Jahre alten Mattis Wietfeld zum Meistertitel. © Frank Rahn

Rang zwei ging an Hanna Sobotka (Klub am Rupenhorn) und Natasha Tchellistcheff (Berliner Yacht-Club). Das Team gewann drei Wettfahrten, musste nach zwei Kenterungen allerdings jeweils einen letzten Platz hinnehmen. Mit nur einem Punkt Rückstand folgten auf Rang drei Frederike Eichmann und Nina Charlotte Mehl, ebenfalls vom Klub am Rupenhorn.

Emotionale Eröffnungsfeier und Freude am Segeln

Für einen emotionalen Auftakt sorgte die Eröffnungsfeier beim SC Gothia. Die Mannschaften aus dem ganzen Bundesgebiet zogen mit ihren Vereinsflaggen zu fröhlicher Musik ein. Die Stimmung erinnerte an die großen Regatten und Meisterschaften: Eltern, Trainerinnen und Trainer sowie Gäste applaudierten im Stehen, bis alle Teams Aufstellung genommen hatten.

Viele Mädchen und Jungen strecken Kulturbeutel aus recyceltem Segeltuch in die Höhe.
Für alle Teilnehmenden gab es eine kleine Tasche aus recyceltem Segeltuch als Erinnerung an diese besondere Meisterschaft. © Frank Rahn

Grußworte richteten an die jungen Seglerinnen und Segler der Spandauer Bürgermeister Frank Bewig, seine Stellvertreterin Dr. Carola Brückner sowie der Präsident des Berliner Seglerverbandes Jörn Alexander Kinner. Sie machten deutlich, was alle Teilnehmenden von dieser Meisterschaft mitnehmen können – ganz unabhängig davon, mit welcher Platzierung sie am Ende nach Hause fahren: die Freude am Sport, das Lernen von Fairness unter Wettbewerbsbedingungen und vor allem den Spaß, den ein gemeinsames Hobby in einer großen Gemeinschaft bieten kann.

Preise für den Meistertitel im Teeny, eine Kombination aus dem Boot und dem Berliner Bären
Die Trophäen für die drei siegreichen Crews waren eine gelungene Kombination aus dem Berliner Bären und der Silhouette einer Teeny-Jolle. © Frank Rahn

In Berlin war diese Gemeinschaft besonders spürbar. Die fröhliche Ferienatmosphäre der Eröffnungsfeier zog sich durch die gesamte Meisterschaft. Zwischen den Wettfahrten wurde gespielt und gelacht, mit dem E-Bobbycar das Vereinsgelände unsicher gemacht und an den Tischen intensiv über das Segeln diskutiert. Gesellschaftsspiele sorgten für Abwechslung, während die Scharfe Lanke zum Schwimmen und Toben einlud.

Erfolgreiche Premiere für den PSB24

Für den PSB24 war die IDJM der Teenys die erste Ausrichtung einer Deutschen Jugendmeisterschaft. Als Anerkennung für die erfolgreiche Premiere überreichte die Seglerjugend die Ausrichterplakette.

Die gelungene Zusammenarbeit zwischen PSB24 und SC Gothia zeigte eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Vereine kurzfristig gemeinsam Verantwortung übernehmen. Der große Einsatz der zahlreichen Ehrenamtlichen wurde durch die Begeisterung der jungen Seglerinnen und Segler, ihrer Eltern und Trainer mehr als belohnt.

Alle Ergebnisse der IDJM der Teenys 2026 sind auf Manage2Sail zusammengefasst.