Bei der fünften Ausgabe der ORC Doublehanded Weltmeisterschaft vom 18. bis 25. Mai 2026 im niederländischen Scheveningen gelang dem deutschen Duo Kai Stübane (Deutscher Regatta Segelclub) und Knut Sundermann (Segler-Club Clarholz) mit der modifizierten XP 44 „Laxxi“ in der Wertungsgruppe ORC A der Sprung auf das Podium. Insgesamt nahmen drei deutsche Teams an der Weltmeisterschaft teil, die im Rahmen der North Sea Regatta ausgetragen wurde.
In den Klassen ORC A, B und ORC C gingen insgesamt 29 Teams aus sieben Nationen an den Start. Ergänzend zum ORC-Rating wurde ein Weather-Routing-System angewandt, das die unmittelbar vor dem Rennstart prognostizierten Wind- und Wetterbedingungen in das Handicap-System einbezieht.

Im Rahmen der Weltmeisterschaft segelten die Teams zwei Offshore-Rennen: ein rund 40 Seemeilen langes, taktisch geprägtes Short Offshore Race sowie ein stärker gewichtetes Long Offshore Race über rund 250 Seemeilen quer über die Nordsee zwischen den Niederlanden und Großbritannien.
Im ersten Rennen kam das Team Stübane/Sundermann auf den dritten Platz, die Langstrecke beendeten sie als „first ship home“. Nach berechneter Zeit belegte das deutsche Duo hinter den beiden niederländischen Teams XR-41 „X-Esteem“ (John van der Starre / Robin Verhoef) und J-122 „Moana“ (Frans van Capelle / Thei van Hout) den dritten Gesamtrang.
„Wir sind überglücklich mit diesem Ergebnis. Die Nordsee hat uns mit ihren Strömungen und taktischen Kniffen alles abverlangt“, sagte Kai Stübane, der früher erfolgreich 470er segelte und dem Kader des DSV angehörte. „Dass wir uns in diesem extrem starken Feld behaupten und die Bronzemedaille mit nach Hause nehmen konnten, ist der Lohn für die intensive Vorbereitung der vergangenen Monate.“
Für das Offshore-Duo, dessen Yacht in Lelystadt am IJsselmeer liegt, ist es nicht der erste gemeinsame Erfolg: Bereits 2024 gewannen sie das „24huurs Rennen“ auf dem Ijsselmeer, es folgte ein zweiter Platz bei der Regatta „50Mijis“ 2025 sowie im selben Jahr Rang eins der Regatta Rund Nordholland, die allerdings mit einer größeren Crew gesegelt wurde.

Weniger zufrieden verlief die ORC-Weltmeisterschaft für das deutsche Duo Lina Rixgens und Sverre Reinke, die mit ihrer Sun Fast 30 OD „Gaia“ an den Start gingen. Durch das eingeführte Weather-Routing-System wurde ihre Yacht als besonders schnell eingestuft – ein errechneter Wert, dem das routinierte Doublehanded-Team nach eigener Einschätzung auch unter optimalen Bedingungen nicht hätte gerecht werden können. „Beim Coastal Rennen passt das für uns noch ganz gut, und wir sind Zweiter geworden, auch berechnet“, berichtet Lina Rixgens. Problematisch wurde es für das Team aber bei der folgenden Langstrecke.
„Wir sind als zweitschnellstes Boot unserer Gruppe ins Ziel gegangen, wurden berechnet aber als Letzte gewertet“, berichtet Sverre Reinke, der für den Verein Seglerhaus am Wannsee startet. Das Team legte Protest ein, der jedoch abgewiesen wurde. „Rückblickend hätten wir bei einer anderen Entscheidung der Jury Weltmeister werden können, nun sind wir Siebte in der Gruppe C. Insofern war das Event für uns enttäuschend. Mit dem uns zugeteilten Rennwert war eine gute Platzierung physikalisch kaum möglich“, sagte Reinke. „Die Organisation der WM und die Regatten selbst haben aber Spaß gemacht.“
Für das erfahrene Team Rixgens/Reinke war die Teilnahme an der Weltmeisterschaft zugleich eine sportliche Hochzeitsreise, erst Anfang Mai hatten beiden geheiratet.

Als drittes deutsches Team gingen Gunnar und Leonhard Kruse mit ihrer Dehler 36 CWS „Krusen“ in der Gruppe ORC C an den Start. Das Vater-Sohn-Duo von der Sporthochsee-Segler-Gemeinschaft Bocholt-Rhede belegte im Gesamtklassement den fünften Rang. Mit ihrem ebenfalls in Lelystadt liegenden Schiff hatte das erfolgreiche Familienteam im vergangenen Jahr die beliebte 24-Stunden Regatta auf dem IJsselmeer gewonnen.
Unter diesem Link sind alle Ergebnisse zusammengefasst.