Mit einem intensiven Training und einer hochklassigen Regatta ist die Seesegelsaison 2026 vor Kiel-Schilksee erfolgreich gestartet: Zunächst bot die Go4Speed-Trainingsserie ideale Bedingungen zur Vorbereitung, bevor am ersten Maiwochenende die MaiOR ausgetragen wurde.
Den Auftakt bildete am 30. April ein ausgefüllter Trainingstag im Rahmen der Go4Speed-Serie. Zahlreiche Teams nutzten die Gelegenheit, um vor allem Starts und Manöver unter Wettkampfbedingungen zu trainieren und sich gezielt auf die bevorstehende Regatta vorzubereiten. Neben erfahrenen Crews aus der deutschen Offshore-Szene waren auch neue Teams am Start, die wichtige Praxiserfahrungen sammeln konnten und das abendliche Get-together zum erfolgreichen Networking in der deutschen Seesegelgemeinschaft nutzten.
„Wir freuen uns besonders, dass einige junge Crews mit kleineren Yachten dazugekommen sind, die neue Impulse in die Szene bringen und von den etablierten Teams lernen können“, sagte Robert Jacobsen von der Abteilung Technik und Seeregatten des DSV. „Bei den Trainings wurde deutlich, dass man auch mit kleinen, älteren Booten erfolgreich dabei sein kann und sich so für viele Vereine die Möglichkeit bietet, den Seesegelbereich zu stärken.“
MaiOR: drei Tage Offshore-Racing vor Kiel
Am 1. Mai ging es nach einem morgendlichen Training direkt in die Wettfahrten der MaiOR über. An drei Tagen konnten wie geplant in zwei ORC-Gruppen acht Wettfahrten gesegelt werden.
Freitag und Samstag boten mit Sonnenschein, teils bewölktem Himmel und gutem Wind ideale Voraussetzungen für anspruchsvolle Wettfahrten auf der Kieler Förde. Am Sonntag hingegen herrschten dichter Nebel, wenig Wind und schlechte Sicht, was die Teams zusätzlich forderte.
ORC A+B: Sieg für eXciteR
In der Gruppe ORC A+B konnte sich Jens Kuphal (Berliner Yacht-Club) mit seiner XR-41 „eXciteR“ durchsetzen. Auf den zweiten Rang kam Erik Stannow aus Dänemark mit dem Schwesterschiff „DIXI 5“, vor seinem Landsmann Anders Bogason mit der HH42 „Quinta Light“.

In der Gruppe ORC C+D blieb es bis zuletzt spannend. Torsten Bastiansen (Flensborg Yacht-Club) mit „AL Sydbank“ dominierte zunächst das Feld und führte nach den ersten beiden Tagen.
Am Sonntag wendete sich jedoch das Blatt: Michael Berghorn (Halbtrocken Sailing) und die Crew seiner neuen Cape 31 „Halbtrocken 3.1“ nutzten die letzten beiden Wettfahrten für einen starken Endspurt und sicherten sich mit einem Punkt Vorsprung den Gesamtsieg. Die X-35 „AL Sydbank“ belegte Rang zwei, Johannes Wackerhagen (Kieler Yacht-Club) kam mit seiner Cape 31 „Lil’ Desna“ auf den dritten Platz.
Starke Cape 31- und J/70 Flotten
„Auffällig war die starke Flotte der inzwischen vier Cape 31. Hier entwickelt sich eine sehr spannende, hochkompetitive internationale Einheitsklasse“, sagte Robert Jacobsen „Für die Seglerinnen und Segler ist es immer spannend, wenn sie sich mit einem baugleichen Schiff messen können. Neben den drei XR-41 lieferten sich auch drei X-35, fünf J/70 und zwei Sun Fast 3600 zahlreiche Positionskämpfe und erzielten einen hohen Trainingseffekt.“

Rahmenprogramm an Land
Auch abseits der Regattabahn wurde um einen Platz auf dem Treppchen gekämpft: Am 2. Mai veranstaltete der DSV in der Vaasahalle das traditionelle Kickerturnier. Im Finale setzte sich das junge Team der DHH-Regattagruppe gegen die Crew der „Carlotta“ von Rüdiger Fuchs (Mühlenberger Segel-Club) durch.
„Nicht alle, die am Go4Speed-Praxistraining teilgenommen haben, konnten auch bei der MaiOR starten“, bedauerte Robert Jacobsen. „Aber alle haben gemerkt, dass dieses Training die beste Voraussetzung für den Einstieg in die kommenden Seeregatten ist – ob MaiOR, Nordseewoche oder Kieler Woche.“
Ausblick auf die Saisonhöhepunkte
Die Internationale Deutsche Offshore-Meisterschaften wird dieses Jahr im Rahmen der Nordseewoche mit dem anschließenden Pantaenius Rund Skagen Race ausgetragen, um die Meistertitel der Seesegler Inshore und Doublehanded geht es bei der Kieler Woche.
Alle Ergebnisse der MaiOR 2026 sind auf Manage2Sail veröffentlicht.