Im litauischen Klaipėda findet in diesem Jahr vom 7. bis 15. August die ORC-Europameisterschaft statt. Die Hafenstadt an der Ostsee bietet hervorragende Offshore-Bedingungen und ist aus allen Ostsee-Anrainerhäfen gut zu erreichen. Der ausrichtende Yachtclub liegt direkt im historischen Zentrum der 1252 gegründeten Stadt.
Die EM wird in den Klassen ORC A, B und C ausgetragen. Principal Race Officer ist Eckart Reinke, einer der profiliertesten deutschen Offshore-Wettfahrtleiter. Die Organisatoren rechnen mit bis zu 70 Meldungen.
In ORC A hat bereits Lars Hidde (Blankeneser Segel-Club) mit seiner MAT 1220 „Pure“ gemeldet. Zu seinem Team gehört auch Matti Cipra, DSV-Bundesstützpunkttrainer Nachwuchs in Warnemünde. Der ehemalige 470er-Kadersegler ist an Bord der Regattayacht als Taktiker im Einsatz. „Am Ende ist Segeln fast überall gleich. Ich nehme also die taktische und strategische Ausbildung mit und versuche, diese so gut wie möglich auf die größeren Boote zu übertragen“, sagt er über seinen Wechsel von der olympischen Zweimannjolle auf die Yacht. „Das Wichtigste ist eine klare Kommunikation – schließlich segeln wir mit zehn Personen an Bord, und alle müssen mit wenigen Worten wissen, was zu tun ist.“
Neben der ORC-EM in Litauen plant das „Pure“-Team zum Saisonauftakt die Teilnahme an der MaiOR vor Kiel. Danach stehen die Nordseewoche sowie das anschließende Pantaenius Rund Skagen Race auf dem Programm, die in diesem Jahr gemeinsam die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM) Offshore bilden.
Um den Europameistertitel in der Klasse ORC B segelt die XR-41 „Dixi4“ unter Steuermann Erik Stannow (Helsingør Sejlklub). Sie geht entsprechend unter dem „Dannebrog“ an den Start, wird jedoch von einer überwiegend deutschen Crew gesegelt, die sich aus dem Team der ehemaligen X-41 „Sportsfreund“ zusammensetzt.
Bei der WM 2025 vor dem estnischen Tallinn musste sich das Team lediglich dem Schwesterschiff „Formula X“ geschlagen geben, das von einer X-Yachts-Werftcrew gesegelt wurde. Für die EM hat die „Dixi4“ nun den dänischen Taktiker Jesper Radich verpflichtet, der im vergangenen Jahr noch Steuermann der siegreichen XR-41war.
Bertil Balser, Vorsitzender der Regattavereinigung Seesegeln, sagt mit Blick auf die spannenden Rennen vor Klaipėda: „Das ist ein tolles Segelrevier, das bei jeder Windrichtung hervorragende Offshore Bedingungen bietet. Die Wettfahrtleitung und das Organisationsteam leisten bereits im Vorfeld sehr professionelle Arbeit. Ich freue mich auf die EM und hoffe, dass wir nach dem sehr knappen Vize-EM-Titel in 2024 und ebenfalls knappen Vize-WM-Titel in 2025 diesmal die Nase vorne haben werden.“
In der Klasse B starten zudem drei identische X-41, darunter auch die „Aja“ von John Victorin (Akademischer Segelverein Warnemünde/KSSS).
„Wir hoffen, dass sich noch mehr deutsche Seglerinnen und Segler dazu entscheiden, über die sommerliche Ostsee zwischen 300 und 400 Seemeilen nach Klaipėda zu segeln und an der EM teilzunehmen“, sagt Robert Jacobsen aus Abteilung Technik und Seeregatten im DSV. „Die ORC-Weltmeisterschaft findet bereits im Mai in Sorrent in der Bucht von Neapel statt.“