Herbststurm mit bis zu 30 Knoten Wind, kabbeliges Wasser und schwer berechenbare Böen – die Hamburger Alster präsentierte sich bei der 45. Auflage der „Meisterschaft der Meister“ als herausforderndes Revier. 26 Crews starteten auf J/22-Booten, am Ende gewann das Team mit Silke Basedow, Maren Hahlbrock und Mia Hahn vom gastgebenden Verein Hamburger Segel-Club (HSC) vor der Crew um Andi Lachenschmidt mit Moritz Ellinger und Basti Henning vom Münchner Yacht-Club und Wolf Jeschonnek mit Steffen Dülsen und Klaus Lund (Cöpenicker Segler-Verein).

Zum insgesamt 45. Male trafen sich die erfolgreichsten Seglerinnen und Segler Deutschlands, um in einer „Meisterschaften der Meister“ ihr bestes Team zu küren. Startberechtigt sind bei dieser traditionellen Regatta Deutsche Meisterinnen und Meister, Siegerinnen und Sieger der Bestenermittlungen sowie Top-Platzierte von Europa- und Weltmeisterschaften. In diesem Jahr ging es auf dem Einheitskielboot J/22 in die Rennen. Vier vereinseigene Boote des HSC und des Norddeutschen Regatta Vereins standen bereit, weitere sechs wurden von privaten Eignern großzügig zur Verfügung gestellt.
Bereits am Samstag hatten die Seglerinnen und Segler mit stürmischen und trickreichen Böen zu kämpfen „Das waren durchaus herausfordernde Bedingungen“, sagt DSV-Vizepräsidentin Katrin Adloff, die im Verband für das Wettsegeln zuständig ist und in Hamburg als Umpire auf dem Wasser dabei war. „Auch für die mehr als erfahrenen Regattaseglerinnen und -segler.“ Deshalb entschied die Wettfahrtleitung am Samstagnachmittag, in allen weiteren Läufen auf den Spinnaker zu verzichten.
Am besten mit den Bedingungen kam am Ende Silke Basedow mit ihrer Crew zurecht. Die erfahrene Regattaseglerin und ihre Schwester Maren kennen als gebürtige Hamburgerinnen die Alster mit ihren anspruchsvollen Bedingungen – unter anderem durch die umliegende Bebauung – besonders gut und ging mit Vorsprung in das Finale (Low-Point-System) der besten Neun. Dort setzte sich die Gewinnerin der Women‘s Sailing Championships League mit ihrer Crew souverän gegen die Konkurrenz durch.
„Besonders stolz sind wir darauf, dass es uns gelungen ist, bei so viel Wind vorne mitzufahren. Wir haben uns konzentriert, den Druck gut ausgesegelt und hatten, obwohl wir viel leichter waren als viele andere Crews, eine gute Bootsgeschwindigkeit. Das hat am Ende ausgereicht, um hier zu gewinnen“, sagt Silke Basedow.
Auch Vizepräsidentin Katrin Adloff zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Frauencrew um die Hamburger Steuerfrau: „Das Team überzeugte durch super kluge Taktik und ein eingespieltes Miteinander – alles lief wie geschmiert an Bord“, sagt sie.

„Wir bleiben gerne Schirmherr“
Gemeinsam mit dem stellvertretenden HSC-Vorsitzenden und Organisator der Traditionsregatta Wolf-Dieter Jahn ehrte Katrin Adloff die Gewinner, sie überreichten Preise und Sektflaschen vom DSV. „Wir sind und bleiben gerne auch in Zukunft Schirmherr dieser besonderen Regatta am Ende der Segelsaison und bedanken uns gleichzeitig beim ausrichtenden Hamburger Segel-Club.“
Wolf-Dieter Jahn blickt optimistisch in die Zukunft: „Ich freue mich, dass diese Veranstaltung nach wie vor einen solch großen Zuspruch erfährt. Der Gedanke der ‚Meister der Meister‘ wird bereits in der Jugend in Klassen wie Teeny oder O’pen Skiff nachgefragt. Insgesamt hatten wir Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 13 und 73 Jahren, die bei extrem anspruchsvollen Bedingungen mit starkem Wind bis zum Schluss alles offengehalten haben.“
Fanden die ersten Regatten noch im Piraten auf dem Steinhuder Meer statt, so kommen die Aktiven aus den verschiedenen Bootsklassen seit 1980 immer wieder zum HSC an die Hamburger Außenalster. Gesegelt wird auf baugleichen Booten, mal waren es J/70-Yachten, mal VX ONE oder mit der RS Venture Connect ein Inklusionsboot.
Sailors oft the Year
Bei der Sailors Night im Rahmenprogramm der „Meisterschaft der Meister“ wählten die Seglerinnen und Segler aus den Teilnehmenden die Sailors of the Year: Hanna Wille und Marla Bergmann aus dem German Sailing Team. Beide sind die amtierenden Europameisterinnen 2026 im 49erFX. In Hamburg segelte das Team vom Mühlenberger Segel-Club sie gemeinsam mit Svea Wrede (Blankeneser Segel-Club) als Crew zusammen und beendeten die Meisterschaft auf Platz acht.

Alle Ergebnisse gibt es bei Manage2Sail