Rainer Hasselmann gewinnt die Internationale Deutsche Meisterschaft der Nordischen Folkeboote auf dem Baldeneysee punktgleich vor dem Vorjahresmeister Ulf Kipcke. 36 Boote waren beim Yachtclub Ruhrland Essen am Start.
Der Yachtclub Ruhrland Essen (YCRE) war in diesem Jahr Ausrichter der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) der Nordischen Folkeboote. Mit 36 gemeldeten Booten konnte die Teilnehmerzahl gegenüber der Meisterschaft 2025 in Niendorf an der Ostsee verdoppelt werden.
Entscheidung erst im direkten Vergleich
An der Spitze des Feldes ging es eng zu, wobei es nie zum direkten Aufeinandertreffen der Top-Teams auf der Regattabahn kam, weil in zwei Gruppen gesegelt wurde und mangels Winds nach fünf Qualifying-Races die geplanten drei Finalwettfahrten ausfallen mussten.
Rainer Hasselmann (YCRE) mit seiner Crew Jochen Bobbert (YCRE) und Stephan Dunker (Essener Fahrtensegler- und Kanuverein) lag am Ende punktgleich mit dem Vorjahresmeister und amtierenden Goldcup-Gewinner Ulf Kipcke und seiner Crew Kathrin und Gero Martens vom Kieler Yacht-Club. Aufgrund der höheren Anzahl an besseren Einzelplatzierungen ging der Meistertitel an das Team des YCRE. Mit nur einem Punkt Rückstand folgte der fünffache schwedische Meister Hans Hamel vom Karlshamns Segelsällskap auf Rang drei.
„Das Minimalziel war, auf das Treppchen zu kommen. Dass es dann Platz eins wurde, ist fantastisch“, sagt Rainer Hasselmann. „Die Punkteabstände zeigen, wie eng die Entscheidung war. Unsere Motivation war schon, dass wir den Titel gewinnen wollten – und wenn, dann natürlich auf unserem Heimatrevier.“
Heimsieg mit langjähriger Crew
Rainer Hasselmann segelte mit seiner langjährigen Crew Jochen Bobbert und Stephan Dunker. Jochen Bobbert gehört seit 1996 zum Team, Stephan Dunker kam 2021 dazu. Für Rainer Hasselmann war der Titelgewinn auf dem Baldeneysee ein besonderer Höhepunkt seines langen Seglerlebens.
„Ein Heimsieg auf dem Heimatrevier bedeutet mir sehr viel. Ich habe als Jugendlicher auf dem Baldeneysee Segeln gelernt. Später bin ich mit meinem ersten eigenen Kielzugvogel und dann im Folkeboot viele Regatten gesegelt“, berichtet Rainer Hasselmann. „Sicher ist es auch ein gewisser Vorteil, dass man das Heimatrevier natürlich sehr gut kennt. Ein Heimsieg ist immer etwas Besonderes – für einen selbst und für den Heimatverein kann man damit etwas zurückgeben.“
Mit dem Gewinn der Meisterschaft ist Rainer Hasselmann der dritte Deutsche Meister in der Vereinsgeschichte des Yachtclub Ruhrland Essen. Udo Felderhoff gewann vor 61 Jahren die Deutsche Meisterschaft der Hansa-Jollen, Reiner Haase wurde 1992 Meister der damals noch olympischen Starbootklasse.
Folkeboot-Flotte mit besonderem Gemeinschaftsgefühl
Auf dem Baldeneysee ist eine der größten deutschen Folkeboot-Flotten beheimatet. Die Seglerinnen und Segler schätzen die Verbindung von sportlichem Regattasegeln und dem geselligen Vereinsleben.
„Nach 17 Jahren Kielzugvogel-Segeln mit meiner Frau suchten wir ein größeres Boot. Ich hatte dann Gelegenheit, mit einem befreundeten Folkebootsegler an der Kieler Woche teilzunehmen. Dort habe ich erlebt, dass die Folkebootsegler eine besondere Gemeinschaft leben“, erzählt Rainer Hasselmann. „Das hat mir so gut gefallen, dass ich mich für das Folkeboot entschieden habe.“
Für den Yachtclub Ruhrland Essen war es bereits die zweite Internationale Meisterschaft in einer der großen deutschen Kielbootklassen. Vor zehn Jahren hatte der Verein die IDM der H-Boote im niederländischen Medemblik mit einer ähnlich großen Teilnehmerzahl ausgerichtet.
Bei der Durchführung der Meisterschaft wurde der YCRE vom Segelclub Najade Essen, der Segelkameradschaft Essen-Heisingen und dem Wassersportverein Baldeney unterstützt.
Die vollständigen Ergebnisse sind auf Manage2Sail veröffentlicht.