Nach dem Titelgewinn in der OK-Jolle auf dem Ratzeburger See legte André Budzien bei der IDM der Finn-Dinghys auf dem Wannsee noch einmal nach. In acht Wettfahrten setzte sich der Segler vom Schweriner Yacht-Club bei höchst wechselhaften Bedingungen durch und sicherte sich seinen sechsten Meistertitel in der ehemals olympischen Klasse. Rang zwei belegte Nicolas Thierse (Joersfelder Segel-Club) vor „Lokalmatador“ Fabian Lemmel von der ausrichtenden Seglervereinigung von 1903.
Vom Ratzeburger See direkt an den Wannsee
Der Umstieg von der OK-Jolle ins Finn Dinghy bereitet Einhand-Spezialist André Budzien keine Probleme. Nach mehr als vier Jahrzehnten in Einhandjollen kennt er die Besonderheiten der beiden Klassen aus dem Effeff. „Der Umstieg von der OK-Jolle in den Finn ist ein bisschen einfacher als andersrum, weil der Finn ein bisschen träger ist als die wackelige OK-Jolle“, sagt Budzien.

Direkt nach der IDM der OK-Jollen reiste er zur Meisterschaft auf dem Wannsee – von einem für seine Winddreher berüchtigten Revier aufs nächste „tricky“ Revier. „Die unsteten Bedingungen zeigen sich auch in der Ergebnisliste. Es ist eher ungewöhnlich, dass man mit 28 Punkten noch eine Meisterschaft gewinnt“, sagt André Budzien. „Wer die wenigsten Probleme hatte, hat am Ende gewonnen.“
Wechselhafte Bedingungen
Am 8. September, dem ersten Tag der Meisterschaft, war statt der drei ausgeschriebenen Läufe nur eine Wettfahrt möglich. Am folgenden Tag konnten dafür sogar vier Rennen gesegelt werden. Für den Donnerstag waren ebenfalls vier Läufe geplant, drei davon konnten gestartet werden. Am letzten Tag war der Wind schließlich so schwach, dass keine weiteren Wettfahrten mehr möglich waren.

Im Vorfeld der IDM hatte Budzien Nicolas Thierse und Fabian Lemmel als seine größten Konkurrenten im Feld der 64 Teilnehmenden aus Deutschland, Polen, Dänemark, Tschechien, der Schweiz, den Niederlanden und Großbritannien genannt – und damit richtig gelegen. Nicolas Thierse, der 2018 im Alter von nur 19 Jahren deutscher Meister im Finn Dinghy wurde und 2024 Vizemeister war, trennten am Ende nur drei Punkte von Rekordmeister André Budzien.

Auch Fabian Lemmel hatte noch Chancen, in den Titelkampf einzugreifen. Ein BFD im letzten Rennen machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Zuvor hatte er mit zwei ersten Plätzen im Verlauf der Serie eine starke Bilanz vorzuweisen.
„Wir waren beide bei Black Flag über der Linie und mussten dann sehr lange auf dem Wasser warten, bis das nächste Rennen angeschossen wurde“, berichtet Budzien. „Aber zweimal musste das folgende Rennen wegen zu großer Winddreher abgebrochen werden.“

Saisonabschluss am Gardasee
Für André Budzien ist es der sechste Meistertitel im Finn Dinghy. Im Oktober zieht es ihn noch an den Gardasee zu einer international stark besetzten Finn-Regatta. Den Saisonausklang der Finns bildet traditionell das „Finn Finale“ im Klub am Rupenhorn.
Die Ergebnisse der IDM der Finn-Dinghys sind auf Manage2Sail veröffentlicht.