Zwei Titel in einer Woche: André Budzien wird Meister im Finn Dinghy

Ein Regattafeld von Finn Dinghies auf einem Berliner See
Die Finn Dinghy IDM 2026 fand auf dem Wannsee statt, ausrichtender Verein war die Seglervereinigung 1903 Berlin. Am Start waren 63 Boote. © Goldbeck Photography

Nach dem Titelgewinn in der OK-Jolle auf dem Ratzeburger See legte André Budzien bei der IDM der Finn-Dinghys auf dem Wannsee noch einmal nach. In acht Wettfahrten setzte sich der Segler vom Schweriner Yacht-Club bei höchst wechselhaften Bedingungen durch und sicherte sich seinen sechsten Meistertitel in der ehemals olympischen Klasse. Rang zwei belegte Nicolas Thierse (Joersfelder Segel-Club) vor „Lokalmatador“ Fabian Lemmel von der ausrichtenden Seglervereinigung von 1903.

Vom Ratzeburger See direkt an den Wannsee

Der Umstieg von der OK-Jolle ins Finn Dinghy bereitet Einhand-Spezialist André Budzien keine Probleme. Nach mehr als vier Jahrzehnten in Einhandjollen kennt er die Besonderheiten der beiden Klassen aus dem Effeff. „Der Umstieg von der OK-Jolle in den Finn ist ein bisschen einfacher als andersrum, weil der Finn ein bisschen träger ist als die wackelige OK-Jolle“, sagt Budzien.

Der erfolgreiche Jollensegler Andre Budzien auf seinem Finn Dinghy.
André Budzien wurde innerhalb einer Woche zweimal deutscher Meister: Erst in der OK-Jolle und dann im ehemals olympischen Finn Dinghy. © Goldbeck Photography

Direkt nach der IDM der OK-Jollen reiste er zur Meisterschaft auf dem Wannsee – von einem für seine Winddreher berüchtigten Revier aufs nächste „tricky“ Revier. „Die unsteten Bedingungen zeigen sich auch in der Ergebnisliste. Es ist eher ungewöhnlich, dass man mit 28 Punkten noch eine Meisterschaft gewinnt“, sagt André Budzien. „Wer die wenigsten Probleme hatte, hat am Ende gewonnen.“

Wechselhafte Bedingungen

Am 8. September, dem ersten Tag der Meisterschaft, war statt der drei ausgeschriebenen Läufe nur eine Wettfahrt möglich. Am folgenden Tag konnten dafür sogar vier Rennen gesegelt werden. Für den Donnerstag waren ebenfalls vier Läufe geplant, drei davon konnten gestartet werden. Am letzten Tag war der Wind schließlich so schwach, dass keine weiteren Wettfahrten mehr möglich waren.

Mehrere Jollen vom Typ Finn Dinghy von hinten auf dem Berliner Wannsee.
Der Wannsee präsentierte sich zur Finn-Dinghy-IDM als höchst unstetes Revier mit vielen Winddrehern „Wer die wenigsten Probleme hatte, hat am Ende gewonnen“, sagte Meister André Budzien. © Goldbeck Photography

Im Vorfeld der IDM hatte Budzien Nicolas Thierse und Fabian Lemmel als seine größten Konkurrenten im Feld der 64 Teilnehmenden aus Deutschland, Polen, Dänemark, Tschechien, der Schweiz, den Niederlanden und Großbritannien genannt – und damit richtig gelegen. Nicolas Thierse, der 2018 im Alter von nur 19 Jahren deutscher Meister im Finn Dinghy wurde und 2024 Vizemeister war, trennten am Ende nur drei Punkte von Rekordmeister André Budzien.

Nicolas Thierse vom Joersfelder Segel-Club rundet eine rote Bahnmarke auf dem Wasser, er segelt Finn Dinghy
Nicolas Thierse (JSC) ging als einer der Favoriten in die Meisterschaft und kam mit drei Punkten Rückstand auf den zweiten Rang. © Goldbeck Photography

Auch Fabian Lemmel hatte noch Chancen, in den Titelkampf einzugreifen. Ein BFD im letzten Rennen machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Zuvor hatte er mit zwei ersten Plätzen im Verlauf der Serie eine starke Bilanz vorzuweisen.

„Wir waren beide bei Black Flag über der Linie und mussten dann sehr lange auf dem Wasser warten, bis das nächste Rennen angeschossen wurde“, berichtet Budzien. „Aber zweimal musste das folgende Rennen wegen zu großer Winddreher abgebrochen werden.“

Der Berliner Finn Segler Fabian Lemmel beim Umrunden einer Wendemarke, er hat lockige Haare, eine gelbumrandete Brille und ein weißes Top über einem gelben Shirt,
„Lokalmatador“ Fabian Lemmel kam bei der von seinem Verein, dem SV03, ausgerichteten IDM auf den dritten Rang. © Goldbeck Photography

Saisonabschluss am Gardasee

Für André Budzien ist es der sechste Meistertitel im Finn Dinghy. Im Oktober zieht es ihn noch an den Gardasee zu einer international stark besetzten Finn-Regatta. Den Saisonausklang der Finns bildet traditionell das „Finn Finale“ im Klub am Rupenhorn.

Die Ergebnisse der IDM der Finn-Dinghys sind auf Manage2Sail veröffentlicht.