Der Tegeler Segel-Club (TSC), der in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert, war Gastgeber der Internationalen Deutschen Meisterschaft der H-Boote. 43 Teams aus Deutschland, Dänemark und Italien gingen in der ersten Septemberwoche auf dem Tegeler See an den Start.
Mit 17 Punkten nach zehn Wettfahrten, davon fünf ersten Plätzen, segelte Andi Lachenschmidt vom Münchner Yacht-Club gemeinsam mit Alexa Hausotter (MYC), Moritz Ellinger (Turn- und Sportverein Utting) und Basti Henning (Chiemsee-Yacht-Club) souverän zum Meistertitel. Rang zwei belegten Holger und Jan Köhne vom Potsdamer Yacht-Club mit Sven Ulrich (Deutsche Zwölfer Vereinigung). Dritter wurde Thomas Kausen (Berliner Yacht-Club) mit Jani und Franzi Funk (Regatta-Crew-Organisation).
Zehn Wettfahrten bei wechselnden Bedingungen
Bei besten Witterungsbedingungen konnten insgesamt zehn Wettfahrten ausgetragen werden. Die ersten beiden Tage waren bei schwachen bis mittleren Winden von vielen Drehern geprägt, danach briste der Wind auf und wehte in Böen mit bis zu 30 Knoten über den Tegeler See. Nach der Qualifikationsserie wurde die Flotte am letzten Tag in eine Gold- und eine Silberflotte eingeteilt.
Die Meisterschaft war in das Jubiläumsprogramm des Tegeler Segel-Clubs eingebettet, dessen große H-Boot-Flotte ein Herzstück des Vereins ist. Seit 2014 gewannen Teams des TSC sechsmal den deutschen Meistertitel.

An diesen Erfolgen war immer Felix Krabbe beteiligt, häufig gemeinsam mit Sven Taube und Lars Bähr. Bei der diesjährigen IDM gingen die drei jedoch auf unterschiedlichen Booten an den Start. Sven Taube segelte mit Frank Schönfeldt (Mühlenberger Segel-Club) und Micki Liebl (Münchner Yacht-Club) auf Rang fünf. Felix Krabbe bildete mit Steuermann Lars Bähr und Markus Keding ein reines TSC-Team und wurde Siebter.
Sven Taube, Wettfahrtobmann des TSC, übernahm zusammen mit Felix Krabbe und einem achtköpfigen Team auch die Organisation der Meisterschaft auf dem Wasser und an Land. Dank der Unterstützung vieler Vereinsmitglieder konnten beide auch selbst an den Wettfahrten teilnehmen. „Für Berliner Verhältnisse sind wir ein verhältnismäßig kleiner Verein“, sagt Sven Taube. „Aber wie immer, wenn große Projekte anstehen, halten alle zusammen und bringen sich voll ein.“
Zweiter Meistertitel für Andi Lachenschmid
Für Andi Lachenschmid und sein Team vom Münchner Yacht-Club ist der Erfolg nach 2024 bereits der zweite deutsche Meistertitel im H-Boot. Der 35-Jährige gehört zu den jüngeren Steuerleuten der Klasse, in der viele Seglerinnen und Segler ihrem Boot über Jahrzehnte treu bleiben.
„H-Boote sind bei uns am Starnberger See weit verbreitet. Bei Regatten kommen 40 bis 50 Boote zusammen“, erklärt Andi Lachenschmid seine Entscheidung für die Klasse. Auch die vergleichsweise geringen Kosten und die Langlebigkeit der Boote sprechen für ihn für das H-Boot. „Alte Boote sind noch konkurrenzfähig und an Bord können sogar zwei Personen schlafen“, sagt er.

Ein weiterer Grund für seine Entscheidung, H-Boot zu segeln, ist das Gewichtslimit der Bootsklasse von 300 Kilogramm. So kann er gemeinsam mit seiner Freundin Alexa und zwei weiteren Teammitgliedern segeln. „Alexa wiegt 55 Kilogramm, deshalb können wir zu viert antreten“, sagt er.
Segeln prägt einen großen Teil des Lebens des 35-Jährigen. In seiner Jugend segelte er 29er und wurde 2016 Skiff-Weltmeister. Heute ist er als sportlicher Leiter des Münchner Yacht-Clubs für die verschiedenen Trainingsgruppen verantwortlich und neben Micki Liebl zweiter Teammanager der Bundesliga-Mannschaft des Vereins.
Das H-Boot ist allerdings nicht die einzige Kielbootklasse, in der Andi Lachenschmid aktiv ist. Als „Kielbootspezialist“ segelt er auch ambitioniert Drachen. Als nächstes großes Event steht die IDM der Drachen auf dem Programm, die am ersten Oktoberwochenende auf dem Starnberger See stattfindet. Ausrichtender Verein ist der Bayerische Yacht-Club.
Konzert von Frank Schönfeldt
Abseits der Wettfahrten auf dem Wasser war vor allem das Konzert von Frank Schönfeldt und seiner Band ein Höhepunkt der IDM. Auf der eigens aufgebauten Seebühne spielte er vor rund 500 Zuhörerinnen und Zuhörern drei Stunden lang.
Dem H-Boot-Erfolgsduo Taube/Krabbe widmete er ein neues, bisher unveröffentlichtes Lied mit dem Refrain „Ich weiß, ich weiß … da fahren 45 Boote im Kreis … und Taube und Krabbe sind heiß“.

„Im Vorfeld hat Frank angedeutet, dass da was kommt, aber das Lied selbst und der Text waren für uns eine Überraschung“, freut sich Sven Taube. „Wir haben dieses Jahr nicht zusammen gesegelt, weil ich mich schon im letzten Jahr in einer Biertischlaune mit Frank und Micki für die IDM verabredet hatte. Und es war für Felix und mich vor allem wichtig, dass wir Frank zu uns an den See locken.“
Kulinarisch wurden die rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem Abend von österreichischen Köchen aus Taubes Wahlheimat Österreich versorgt. An einem weiteren Abend ging es in den benachbarten französischen Segelverein Club Nautique Français de Tegel, den Abschluss der Meisterschaft bildete ein Galadinner, bei dem die ganze „H-Boot-Familie“ zusammen feierte.
„Es ist wichtig, dass eine Meisterschaft auch abseits der sportlichen Ergebnisse ein tolles gemeinsames Erlebnis ist“, sagt Sven Taube. „Wir haben eine perfekte Meisterschaft ausgerichtet, darauf kann der ganze TSC stolz sein.“
Alle Ergebnisse der H-Boot IDM 2026 sind auf Manage2Sail veröffentlicht.