Nick Heuwinkel und Jesper Spehr sind Vize-Europameister im Starboot

Zwei Starboote auf dem Kreuzkurs gegen den Wind.
Der Brasilianer Robert Scheidt segelte auf dem IJsselmeer zu einem weiteren Titel seiner beispiellosen Segelkarriere, Mit sechs Punkten Abstand kamen Nick Heuwinkel und Jesper Spehr auf den zweiten Rang. © Matias Gapizzano

Bei der Starboot-Europameisterschaft im niederländischen Medemblik haben Nick Heuwinkel (Kieler Yacht-Club) und Jesper Spehr (Seglervereinigung Malente-Gremsmühlen) den Vize-Europameistertitel gewonnen. Das junge deutsche Team segelte am Finaltag mit den Plätzen sechs und drei auf den zweiten Rang der Gesamtwertung. Europameister wurden der fünffache Olympiamedaillengewinner Robert Scheidt (Brasilien) und sein US-amerikanischer Vorschoter Austin Sperry. Bronze ging an den dreimaligen Olympiateilnehmer und zweimaligen Starboot-Weltmeister Diego Negri (Italien) mit Sergio Lambertenghi.

Neber der Silbermedaille sicherte sich das Team, das erst seit zwei Jahren zusammen im Starboot segelt, auch den U30-Europameistertitel.

Spannendes Finale in Medemblik

Nach fünf Wettfahrten war die Entscheidung um den EM-Titel am Finaltag noch völlig offen. Heuwinkel/Spehr führten die Gesamtwertung mit einem Punkt Vorsprung an, als die sechste Wettfahrt bei ablandigem Südwest mit rund 13 Knoten gestartet wurde. Mehrere Regenfronten zogen über das Regattafeld und schränkten die Sicht zeitweise so stark ein, dass die führenden Teams, darunter Nick Heuwinkel und Jesper Spehr, Probleme hatten, die Ziellinie zu erkennen.

Routinier Robert Scheidt konnte auch mit diesen Bedingungen souverän umgehen, sodass er sich mit einem ersten Platz vorzeitig den EM-Titel sicherte. Das Team Heuwinkel/Spehr belegte Rang sechs und ging damit als Zweite der Gesamtwertung in die letzte Wettfahrt.

Die letzte Wettfahrt wurde unmittelbar nach dem Zieleinlauf angeschossen. Die Regenwolken verschwanden, der Himmel wurde wieder blau und der Wind nahm weiter zu. Böen bis 20 Knoten machten vor allem den Vorwindkurs für einige Teams zur Herausforderung. Scheidt/Sperry segelten erneut souverän zum Sieg, gefolgt von Negri/Lambertenghi. Heuwinkel/Spehr kamen als Dritte ins Ziel und sicherten sich damit den zweiten Platz in der Gesamtwertung.

Podium der Star EM 2026
Das Podium der Starboot EM 2026: Auf Platz 1 Robert Scheidt und Austin Sperry, auf dem zweiten Rang Nick Heuwinkel und Jesper Spehr, auf dem dritten Platz Diego Negri und Sergio Lambertenghi. © Matias Gapizzano

„Wir haben den ersten Platz nicht verloren, sondern den zweiten Platz gewonnen“, zieht Nick Heuwinkel eine positive Bilanz. „Zwischen den Olympioniken Robert Scheidt und Diego Negri auf dem Podest zu stehen, ist ein besonderer Moment.“

Drei deutsche Teams in den Top Ten

Zweitbestes deutsches Team waren Max Kohlhoff (Norddeutscher Regatta Verein) und Ole Burzinski (Flensburger Segel-Club) auf Rang acht. Die Starboot-Weltmeister von 2023 feierten auf dem IJsselmeer einen Tagessieg, mussten im letzten Rennen jedoch eine Disqualifikation hinnehmen. Direkt dahinter auf Rang neun folgten die amtierenden deutschen Meister Hubert Merkelbach (Bodensee-Yacht-Club Überlingen) und Markus Koy (Norddeutscher Regatta Verein).

Nick Heuwinkel und Jesper Spehr gewannen bereits 2024 die Internationale Deutsche Meisterschaft im Starboot vor Travemünde und 2025 die U30-Wertung der Weltmeisterschaft. Der Vize-Europameistertitel ist nun ihr erster großer internationaler Erfolg in der Gesamtwertung. Zusammengefunden haben die beiden über die Star-Trainingsgemeinschaft des Heinz Nixdorf Vereins.

Starboote auf der Kreuz vor grauem Himmel
Der letzte Tag der EM vor dem niederländischen Medemblik brachte die Entscheidung, der ablandige Wind nahm im Laufe der beiden Wettfahrten zu, dazu bildete sich eine steile Welle. © Matias Gapizzano

„Ich bin zuvor sehr intensiv ILCA gesegelt und danach Finn Dinghy. Als der Finn aus dem olympischen Programm gestrichen wurde, habe ich einige Jahre beim KYC Dickschiff gesegelt“, berichtet der 28-jährige Nick Heuwinkel. „Dann lockte das Starboot, das noch immer die weltbesten Segler anzieht und am ehesten an den Leistungsanspruch der olympischen Klassen herankommt. Über das HNV-Training habe ich dann Jesper kennengelernt.“

Vorschoter Jesper Spehr (30) ist seit seiner Kindheit mit der Starboot-Klasse vertraut. Zuvor segelte er gemeinsam mit seinem Vater das sportliche Kielboot, das traditionell generationsübergreifend gesegelt wird.

Nächstes Ziel: Weltmeisterschaft in Miami

Das nächste Ziel von Nick Heuwinkel und Jesper Spehr ist die Weltmeisterschaft im November in Miami, zu der rund 100 Teams erwartet werden. Ihr Boot ist bereits in Rotterdam in einem Container verladen.

Insgesamt nahmen 21 deutsche Teams an der Europameisterschaft teil. 66 Teams aus 17 Nationen waren in Medemblik am Start. Alle Ergebnisse sind auf Manage2Sail veröffentlicht.