Acht Rennen, Böen aus West mit bis zu 30 Knoten und wenig Welle – die Bedingungen für die Internationale Deutsche Meisterschaft der Speedwindsurferinnen und -surfer in der Orther Bucht auf Fehmarn waren gut. Gunnar Asmussen vom Surf Club Kiel nutzte sie und gewann auf der Ostseeinsel souverän seinen fünften Titel in Folge. Der Brite Simon Pettifer landete auf Rang zwei vor Manfred Krückeberg vom Verein Deutscher Speedsurfer (VDS).
50 Aktive hatten für die IDM gemeldet, und gleich an den ersten zwei Tagen konnten vier Rennen durchgeführt werden – damit war zur Erleichterung aller eine Meisterschaftswertung bereits abgesichert. In fünf weiteren Tagen folgten bei meist konstantem Wind zwischen 15 und 19 Knoten noch vier weitere Wettfahrten in der Orther Bucht.

Die Wettfahrtleitung Manuela Buch und Stellvertreter Michael Naumann hatte vor Fehmarn 250-Meter-Kurse ausgelegt. In der Regel gibt es bei den Speedrennen 500 Meter-Distanzen, „doch das war auf Fehmarn bei der Westwind-Richtung nicht möglich“, sagt Michael Naumann, der beim ausrichtenden „Verein Deutscher Speedsurfer“ auch die Regattaabteilung leitet. „Die Bucht hat viele Naturschutzgebiete, die wir beachten müssen.“
Jedes Rennen dauert 90 Minuten. In diesem Zeitfenster können die Surfenden beliebig oft den Kurs durchfahren und zwischendurch ihr Material wechseln oder entsprechend trimmen. Über ein GPS-Gerät am Arm werden der Weg und die Zeiten aufgezeichnet, ausgelesen und am Ende ausgewertet. Der Mittelwert der zwei schnellsten Kursdurchfahrten bildet dann das Rennergebnis der Surferin oder des Surfers.
Eine besondere Herausforderung für Teilnehmende und Organisationsteam waren die durchziehenden, schwer vorherzusagenden Regen- und Gewitterfronten mit ihrem zuweilen stürmischen Wind. Immer wieder musste der Kurs angepasst werden. „Heftige Böen garantieren zwar hohe Endgeschwindigkeiten“, sagt Michael Naumann. „Aber wer schon einmal bei rund 30 Knoten Wind Regentropfen ins Gesicht geschossen bekommen hat, weiß, wie schmerzhaft das sein kann.“

„Ich gebe immer 100 Prozent“
Gunnar Asmussen aus Flensburg kennt diese Schmerzen. Der Wind- und Speedwindsurfer ist einer der erfahrensten und erfolgreichsten in der deutschen und internationalen Szene. Auf Fehmarn gewann der 47-Jährige insgesamt sechs Rennen und damit seinen fünften Titel in Folge. Sein deutscher Speedrekord liegt bei mehr als 97 Stundenkilometern über 500 Meter, auf Fehmarn zeigte das GPS-Gerät am Ende 69,26 km/h über 250 Meter.
„Ich trete immer an, um zu gewinnen. Und dafür gebe ich immer 100 Prozent“, sagt Gunnar Asmussen. Körperliche Fitness, gutes Material, viel Erfahrung („Du musst die Böen spüren, du musst den perfekten Winkel zum Wind haben und dann alles rausholen“) und die richtigen Trimm-Entscheidungen – all das macht die Stärke des selbständigen Segelmachers aus. Zur Erfolgssammlung des Athleten gehören auch Weltmeistertitel im Windsurf-Slalom.
Nach dem Erfolg von Fehmarn fuhr er für einen Tag zu seiner Familie nach Flensburg, um danach direkt nach Hvide Sande in Dänemark aufzubrechen. Dort läuft aktuell die IFCA-Europameisterschaft Fin-Slalom. Auch dort gilt für ihn: „Ich will vorne mitmischen.“
Windsurfkarriere, Segelmacherei, Familie – „das ist schon auch herausfordernd für mich“, sagt Gunnar Asmussen ehrlich. „Mal schauen, was die Zukunft so bringt.“
Jenna Gibson – schnellste Surferin vor Fehmarn und auf der Welt
Schnellste Frau vor Fehmarn war Jenna Gibson. Die Britin hält seit November 2024 mit 47,41 Knoten – umgerechnet rund 87,8 Kilometern pro Stunde – auch den Weltrekord bei den Frauen. Auf den zweiten Platz im Ranking der weiblichen Teilnehmerinnen kam Tatiana Dianova (Verein Deutscher Speedsurfer) vor Gila Steinbacher, ebenfalls VDS. Insgesamt starteten sieben Frauen bei der IDM.

Wie auch Gunnar Asmussen startet die 29-Jährige Britin mit der Segelnummer GBR 96 aktuell bei der IFCA-Europameisterschaft Fin Slalom – dort tritt sie als fünffache Fin-Slalom-Weltmeisterin an.
Alle Ergebnisse zur IDM Speedwindsurfen gibt es bei Manage2Sail