Boris Herrmann startet mit der „Malizia 4“ beim Ocean Race Atlantic

Dier neue Malizia 4 beim ersten Mal Foiling
Die neue "Malizia 4", die im Juli 2026 getauft wurde. © Marie Lefloch

Sechs IMOCA-Yachten mit jeweils einer Crew aus zwei Frauen und zwei Männern, 3.200 Seemeilen nonstop von New York nach Lorient in Frankreich – und ein Onboard-Reporter, der die Fans unmittelbar mit an Bord und auf den Regattakurs nimmt: Das sind die Zutaten des The Ocean Race Atlantic, des jüngsten Mitglieds der Ocean-Race-Familie. Morgen beginnt vor der amerikanischen Ostküste die Atlantikregatta – und damit die erste echte Bewährungsprobe für Boris Herrmanns neue „Malizia 4“.

Anfang Juli wurde die foilende Rennyacht getauft, jetzt muss sie zeigen, was in ihr steckt. Das Team Malizia hat viel Entwicklungsarbeit in das neue Schiff investiert. Die „Malizia 4“ soll schneller sein als die anderen Yachten im Feld – doch wie groß der tatsächliche Geschwindigkeitsvorteil ist, wird sich erst im direkten Vergleich unter Rennbedingungen zeigen.

Mit an Bord sind neben Skipper Boris Herrmann die US-Amerikanerin Cole Brauer, die Schweizerin Justine Mettraux und der Franzose Julien Villion. Für das Quartett geht es auf den 3.200 Seemeilen von New York nach Lorient deshalb nicht nur um eine möglichst gute Platzierung. Die Atlantiküberquerung ist zugleich ein wichtiger Test für Boot, Crew und die zahlreichen Neuerungen, bevor im Januar 2027 das nächste The Ocean Race startet.

Besonders aufmerksam dürfte Boris Herrmann dabei auf die Konkurrenz von Francesca Clapcich schauen. Die US-Amerikanerin tritt für 11th Hour Racing mit Herrmanns ehemaligem Boot „Malizia – Seaexplorer“ an. Und auch an Bord gibt es eine besondere Verbindung: Mit Will Harris segelt einer von Boris Herrmanns langjährigen Co-Skippern und engsten Weggefährten an ihrer Seite.

Die „Malizians“ sind damit für ein Rennen Konkurrenten. Doch beim The Ocean Race 2027 werden Francesca Clapcich und Will Harris wieder zum Team von Boris Herrmann gehören.

Auch die Skipper der vier weiteren IMOCA-Yachten sind in der Szene bestens bekannt: Paul Meilhat (Frankreich/United by the Ocean), Kojiro Shiraishi (Japan/DMG MORI Sailing Team), Oliver Heer (Schweiz/Embrace the Challenge) und Conrad Colman (Neuseeland/MSIG Europe) nutzen das Rennen über den Atlantik ebenfalls als Standortbestimmung für die kommende Ocean-Race-Saison.

Besonders interessant ist dabei das Duell der beiden jüngsten Boote im Feld. Neben der „Malizia 4“ schickt auch Kojiro Shiraishi eine neue Yacht ins Rennen. Beide Konstruktionen müssen erstmals beweisen, wie sie sich im direkten Vergleich mit den etablierten IMOCAs behaupten.

„Es ist sehr aufregend für uns, mit einem neuen Boot anzutreten, an dem wir gerade arbeiten“, sagt Boris Herrmann. „Das wird ein großes Fragezeichen sein, und wir wissen nicht, wie wir uns gegen diese Konkurrenten und insbesondere gegen DMG mit ihrem neuen Boot schlagen werden. Das dürfte also super spannend werden.“

Bevor der Startschuss für die Regatta fällt, ist für heute Spätnachmittag in New York eine große Auslaufzeremonie geplant. Der NDR überträgt das Spektakel aus der Brooklyn Bridge Marina heute von 17.55 bis 19.15 Uhr in einem moderierten Livestream. Auch über die Website des The Ocean Race können die Fans die Boote beim Ausdocken und Segeln auf dem Hudson River verfolgen.

Der eigentliche Rennstart erfolgt wegen der Meeresschutzgebiete vor der US-amerikanischen Metropole erst morgen gegen 12 Uhr MESZ, rund 145 Seemeilen vor New York. Für den Auftakt werden gute Bedingungen erwartet: Ein Nordostwind mit 12 bis 15 Knoten soll die Yachten auf den ersten Meilen Richtung Europa beschleunigen.

Denn Rennkurs der Regatta The Ocean Race Atlantic
Der Regattakurs des neuen IMOCA-Rennens führt über 3.200 Seemeilen nonstop von New York nach Lorient. © The Ocean Race

Rund acht Tage dürften die Crews für die 3.200 Seemeilen bis Lorient benötigen. Dann wird sich nicht nur zeigen, wer auf dem Atlantik am schnellsten war, sondern auch, ob Boris Herrmann mit der „Malizia 4“ tatsächlich einen neuen Maßstab in Sachen Geschwindigkeit gesetzt hat.

Das Rennen lässt sich ab morgen Mittag über den Livetracker des The Ocean Race verfolgen. Wer selbst zum Transatlantiksegler werden möchte, kann die Strecke parallel bei Virtual Regatta nachsegeln.