André Budzien sichert sich nach packendem Duell den 11. Meistertitel in der OK-Jolle

Viele OK-Jollen nach einer Regatta mit ganz viel Regen.
Sehr viel Regen zeichnete den zweiten Tag der Meisterschaft aus. Auf dem Ratzeburger See konnte nur eine Wettfahrt gesegelt werden. © Holger Braack

Knapper kann eine Meisterschaftsentscheidung kaum ausfallen: Nach vier wechselhaften, zum Teil von Starkregen und kräftigem Wind geprägten Wettfahrttagen sicherte sich André Budzien (Schweriner Yacht-Club) punktgleich mit seinem niederländischen Konkurrenten Pim van Vugt erneut den Titel in der OK-Jolle. Sechs Wettfahrten gingen in die Gesamtwertung der Internationalen Deutschen Meisterschaft auf dem Ratzeburger See am Schanzenberg ein.

Nach einem gelungenen Auftakt am ersten Tag der Regatta mit zwei Wettfahrten bei guten Segelbedingungen entwickelte sich die Meisterschaft an den folgenden Tagen zu einer echten Herausforderung für die 75 Seglerinnen und Segler sowie die Wettfahrtleitung.

Der zweite Wettfahrttag war von einer massiven Regenfront geprägt. Erst am späten Nachmittag konnte die dritte Wettfahrt gestartet werden, die bei wechselnden Windbedingungen vor allem taktisches Geschick von den Teilnehmenden verlangte. Der anschließend erneut einsetzende starke Regen machte eine weitere Wettfahrt unmöglich.

André Budzien auf einer OK-Jolle
André Budzien konnte sich im Duell mit Piet van Vugt haarscharf durchsetzen. © Holger Braack

Am darauffolgenden Samstag fegten Böen von bis zu 26 Knoten über den See. Zwei kräftezehrende Wettfahrten konnten gesegelt werden. Am Sonntag, dem Finaltag der IDM, gingen die beiden Führenden Pim van Vugt und André Budzien mit nur einem Punkt Abstand in die entscheidende Wettfahrt.

Entscheidung im Finalrennen

„Der Ratzeburger See ist bei südwestlichem Wind kein einfaches Revier. Bei diesen Bedingungen war nur eine kurze Startlinie möglich, sodass wir die IDM für die OK-Jollen sehr ungewöhnlich in zwei Gruppen gesegelt sind“, berichtet André Budzien. „So kam es, dass ich mit meinem ärgsten Konkurrenten nie zusammen auf der Bahn war. Wir sind erst im Finalrennen aufeinandergetroffen.“

Die Entscheidung zwischen den beiden Konkurrenten fiel denkbar knapp aus: André Budzien und Pim van Vugt beendeten die Regatta punktgleich. Auch die Anzahl ihrer ersten und zweiten Plätze war identisch. Erst die Wertungsregel, nach der das bessere Ergebnis in der letzten Wettfahrt entscheidet, brachte den Titel zugunsten von Budzien. Die Silbermedaille ging an Pim van Vugt aus den Niederlanden, Bronze gewann Cord Prignitz vom Rostocker Segelverein Citybootshafen. Beste Seglerin wurde Juliane Hofmann vom Segelverein Potsdamer Adler auf Rang 24. Sie erhielt von der Klassenvereinigung einen Sonderpreis.

Der erfolgreiche Segler André Budzien
André Budzien wurde zum elften Mal Deutscher Meister in der OK-Jolle. © Holger Braack

Bei der Siegerehrung überreichte DSV-Vizepräsident Claus Otto Hansen Medaillen und Urkunden an die erfolgreichen Seglerinnen und Segler und dankte in einer kurzen Rede den beiden ausrichtenden Vereinen für die erfolgreiche Durchführung der Meisterschaft.

Zwei Vereine, eine Meisterschaft

Die IDM wurde gemeinsam vom Segel-Club Hansa von 1898 und dem Lübecker Segler-Verein von 1885 ausgetragen. Beide Vereine richten regelmäßig gemeinsam die Frühjahrswettfahrten der OK-Jollen auf dem „Schanzenberg“ aus. Der große Zuspruch der Klasse ermunterte sie, nun auch die IDM auszurichten.

„Während der Lübecker Segler-Verein überwiegend das Wasserteam und die Wettfahrtleitung gestellt hat, hat der Segel-Club Hansa die Organisation des Landprogramms übernommen“, berichtet Philipp Dörges, Wettfahrtleiter des LSV. „Die große Aufgabe IDM, die überwiegend ehrenamtlich geleistet werden muss, auf mehrere Schultern zu verteilen und Kompetenzen zu bündeln, hat sich bewährt.“

Vom Ratzeburger See direkt an den Wannsee

Für den alten und neuen Deutschen Meister André Budzien ging es vom Ratzeburger See direkt weiter an den Wannsee – allerdings mit einem anderen Boot auf dem Trailer. Der erfolgreiche OK-Jollen-Segler ist auch im ehemals olympischen Finn Dinghy sehr aktiv und startet in dieser Woche bei der von der Segelvereinigung von 1903 ausgerichteten IDM der Finns. Im vergangenen Jahr war André Budzien bester Deutscher und musste sich nur dem Tschechen Ondrej Teply geschlagen geben. Nun hat er die Gelegenheit, seine Sammlung an Meistertiteln um einen weiteren Erfolg zu ergänzen.

Mehrere OK-Jollen vor einer gelben Wendemarke.
Am letzten Tag der Meisterschaft klarte das Wetter auf, die Gold- und Silberflotte konnten jeweils eine Wettfahrt segeln. © Holger Braack

„Der Wannsee ist wie der Ratzeburger See kein einfaches Revier. Es ist wenig Wind vorhergesagt, da muss man vor allem auf Dreher achten“, sagte er im Vorfeld der IDM. Zu seinen ärgsten Konkurrenten zählt er mit Blick auf die Meldeliste den „Lokalmatador“ Fabian Lemmel vom ausrichtenden Verein SV03 sowie Nicolas Thierse vom Joersfelder Segel-Club. „Fabian ist dieses Jahr schon sehr gut gesegelt“, sagt der fünfmalige Deutsche Meister im Finn Dinghy André Budzien. „Und Nicolas segelt nicht so viele Regatten, der ist schwer einzuschätzen und immer für eine Überraschung gut.“

Alle Ergebnisse der IDM sind auf Manage2Sail veröffentlicht.