Zwei Rennsiege für deutsches Team beim SailGP vor Sassnitz

Das deutsche Sail GP Team vor Sassnitz
Das deutsche Team konnte beim Heimevent vor Sassnitz zwei Rennsiege feiern. © Jonathan Nackstrand für Sail GP

Der Germany SailGP Grand Prix vor Sassnitz auf Rügen hat erneut für Adrenalin und Nervenkitzel gesorgt. Vor rund 15.000 Zuschauerinnen und Zuschauern lieferten sich die 13 foilenden F50-Katamarane bei wechselhaften und herausfordernden Bedingungen packende Rennen. Das deutsche Team um Skipper Erik Kosegarten-Heil feierte dabei am ersten und zweiten Renntag jeweils einen Rennsieg.

Starke Böen, plötzliche Flauten und teilweise monsunartiger Regen forderten von den Teams höchste Konzentration und taktisches Geschick. Vor der Kulisse der Rügener Kreidefelsen mussten die Crews den Wind permanent lesen und auf die wechselnden Bedingungen reagieren.

Anspruchsvolle Bedingungen vor den Kreidefelsen

Sassnitz bewies auch bei der zweiten SailGP-Auflage seine Qualitäten als schnelles und anspruchsvolles Rennrevier. Dabei fiel sogar ein neuer Geschwindigkeitsrekord: Das französische Team erreichte am Samstag mit seinem F50-Katamaran 107,63 km/h – rund 58 Knoten.

Für das deutsche Team lagen an diesem Wochenende Enttäuschung und Jubel dicht beieinander. Mit den Platzierungen 6, 5, 1, 1 und 5 zeigte die Crew um Skipper Erik Kosegarten-Heil, Taktikerin Anna Barth, Flügeltrimmer Kevin Peponnet, Flight Controller James Wierzbowski sowie die Grinder Linov Scheel und Will Tiller, dass sie unter schwierigen Bedingungen mit der Spitze mithalten können, Handlingfehler aber noch zu einem unbefriedigenden Gesamtergebnis führen.

Zwei Siege für das deutsche Team

Besonders der Rennsieg am Sonntag wird noch lange in Erinnerung bleiben. Nach einem Frühstart lag das deutsche Team im vierten Rennen zunächst am Ende des Feldes. Als einziges Team entschied sich die Crew jedoch für die linke Seite des Kurses – und wurde für diese taktische Entscheidung belohnt. Das Team traf die entscheidende Böe, rundete die erste Marke mit großem Vorsprung und segelte anschließend ungefährdet zum Sieg.

Das deutsche Sail GP Team mit Taktikerin Anna Barth
Taktikerin Anna Barth winkt vom foilenden F50-Katamaran des deutschen Sail GP Teams. © Jonathan Nackstrand für Sail GP

„Wir hatten heute extrem wechselhafte Bedingungen mit vielen Wolken und Regenböen. Es ging darum, alles an die Böen anzupassen, aber vor allem die richtige Böe mitzunehmen. In Rennen 4 haben wir genau diesen einen Windstrich getroffen. Das hat uns nach vorne katapultiert und vom Ende des Feldes ganz nach vorne gebracht“, sagte Taktikerin Anna Barth, die parallel zu ihrem SailGP-Engagement im German Sailing Team im 49er FX aktiv ist.

Nach diesem Erfolg schien der Einzug in das Finale der besten vier Teams greifbar nahe. Doch im entscheidenden fünften Rennen verpatzte die deutsche Crew den Start und kam lediglich auf Rang fünf. Damit verpasste das Heimteam den Einzug in das Event-Finale denkbar knapp.

Finale knapp verpasst

„Heute war alles drin. Nach unserem Sieg im ersten Rennen der Gruppe war das Feld extrem eng. Leider haben wir uns vor dem entscheidenden Lauf beim Start mit einem technischen Manöverfehler selbst um eine bessere Ausgangsposition gebracht und konnten das nicht mehr aufholen“, sagte Lennart Briesenick, Headcoach des Germany SailGP Teams. „Das Finale so knapp zu verpassen, tut weh. Aber wir haben auch gezeigt, dass wir uns bei schwierigen Wind- und Regenbedingungen von hinten nach vorne durchkämpfen können.“

Australien gewinnt das Finale

Im Finale standen schließlich Australien und Kanada aus Gruppe B sowie Neuseeland und Spanien aus der anderen Gruppe. Den Rennsieg und damit das Preisgeld von 400.000 US-Dollar sicherte sich das australische Team. Dahinter folgten Spanien, Neuseeland und Kanada.

In der Gesamtwertung baut Australien seine Führung weiter aus. Das deutsche Team nimmt nach einem starken Heimauftritt mit zwei Rennsiegen wichtige Punkte mit und liegt mit insgesamt 32 Punkten auf Rang acht.

Valencia als nächste Station

Das nächste SailGP-Event findet am 5. und 6. September 2026 in Valencia statt. Anschließend wird die Flotte nach Genf transportiert. Ob die beiden letzten Renntage der Saison wie geplant in Dubai und Abu Dhabi stattfinden können, ist angesichts der derzeit unsicheren politischen Lage in der Golfregion offen.

Begeisterte deutsche Fans beim Sail GP Event in Sassnitz.
Rund 15.000 Zuschauerinnen und Zuschauer jubelten beim Rennwochenende des Sail GP vor Sassnitz den dreizehn internationalen Teams zu. © Benjamin Rosewall für Sail GP

Am 14. und 15. August 2027 kehrt die internationale Rennserie für den nächsten Germany Sail Grand Prix vor die Rügener Kreidefelsen zurück.