Die Travemünder Woche 2026 steht ganz im Zeichen der zahlreichen RS-Klassen, die im Rahmen der RS Games zahlreiche Europameisterschaften austragen. Bereits am Dienstag endete die EM der inklusiven RS Venture Connect, an der 26 Teams aus zehn Nationen teilnahmen.
Zu Beginn war viel zu viel Wind für die inklusive Bootsklasse, bei der beide Segelnden nebeneinandersitzen, so dass die Meisterschaft erst mit einem Tag Verspätung begann. Umso intensiver nutzte die Flotte die verbleibenden Wettfahrttage. Um einen weiteren Ausfall zu vermeiden, verlegte die Wettfahrtleitung die Rennen am vorletzten Regattatag in die geschützten Gewässer der Pötenitzer Wiek. Dort segelten die Teams bis in den späten Abend hinein und konnten die Serie mit vier Qualifikationswettfahrten und zwei Finalläufen abschließen.
„Ein besonderes Lob geht an die Wettfahrtleitung, die es möglich gemacht hat, bis zum Sonnenuntergang zu segeln“, sagte DSV-Präsidentin Mona Küppers, die die Wettfahrten vor Ort vom Wasser aus verfolgte. „Ebenfalls hervorheben möchte ich die hervorragende Arbeit der vielen Helferinnen und Helfer auf den Sicherungsbooten, die für alle Klassen der Travemünder Woche auch in schwierigen Situationen für Sicherheit auf dem Wasser sorgen.“
Australisches Team dominiert die Meisterschaft
Den Gesamtsieg sicherten sich die Inclusive-Weltmeister Genevieve Wickham und Grant Alderson aus Australien. Die Titelverteidiger Pau Toni Homar und Ramón Gutierrez aus Spanien belegten Rang zwei. Bronze ging an Pedro Câncio Reis und Teodoro Cândido aus Portugal, die sich knapp vor den Deutschen Carsten Sibbert und Johannes Nee (beide Verein
Wir sind Wir-Inclusion in Sailing) behaupteten.
In der Inclusive-Wertung, bei der sich die teilnehmenden Teams aus je einer Person mit und einer ohne Handicap zusammensetzen, gewann ebenfalls das australische Duo Genevieve Wickham und Grant Alderson vor Carsten Sibbert und Johannes Nee. Bronze ging an die Briten Adam Billany und Shaun Billany.
„Als wir die Wettervorhersage gesehen haben, wussten wir, dass es problematische Bedingungen sein würden, und hatten ein wenig Sorge. Die Entscheidung, uns gestern in der Pötenitzer Wiek segeln zu lassen, war sehr gut und hat die EM gerettet“, sagte Carsten Sibbert. „Wir sind zufrieden, es war eine coole Veranstaltung – nur heute hätten wir ein bisschen mehr Wind gebraucht.“

In der Para-Wertung gewannen Pau Toni Homar und Ramón Gutierrez aus Spanien die Goldmedaille. Silber sicherten sich Pedro Câncio Reis und Teodoro Cândido aus Portugal. Bronze ging an das deutsche Team Dirk Thalheim und Stephanie Brix (beide Verein Wir sind Wir-Inclusion in Sailing).
Gelungene Premiere für Team Kroker/Scheffler
Jens Kroker (Segelclub Prien), Geschäftsführer der Turning Point Stiftung, belegte gemeinsam mit seinem jungen Vorschoter Malden Scheffler (Yachtclub Berlin-Grünau) den 16. Gesamtrang und wurde Sechster der Para-Wertung. Für das Duo war es der erste gemeinsame Start.
„Das waren schwierige Bedingungen, ein Auf und Ab. Wir sind das erste Mal zusammen gesegelt und immer besser reingekommen. Trotz einer Disqualifikation wegen eines Frühstarts sind wir in der Para-Klasse am Ende Sechster geworden“, sagte Jens Kroker. Besonders lobte er seinen erst 14-jährigen Vorschoter: „Sehr beeindruckend. Er ist unsere Zukunft und für sein Alter schon sehr reif.“
Im Oktober wird Jens Kroker, paralympischer Goldmedaillengewinner im Sonar 2008, an der Inklusions-Weltmeisterschaft zahlreicher Segelklassen in der Hansa 303 teilnehmen. Im vergangenen Jahr sicherte er sich bei der Weltmeisterschaft der inklusiven Einpersonenjolle die Bronzemedaille. Die Inklusions-Weltmeisterschaft findet im portugiesischen Portimão statt.

„Es war toll zu sehen, wie selbstverständlich die Seglerinnen und Segler der RS Venture Connect – egal ob mit oder ohne Handicap – in die große RS-Gemeinschaft eingebunden waren“, sagte Mona Küppers. „Dieses selbstverständliche Miteinander ist das Ziel jeder inklusiven Sportveranstaltung.“
Alle Ergebnisse sind auf Manage2Sail zusammengefasst.