Bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) der Korsare, ausgerichtet vom Berliner Yacht-Club (BYC), zeigten Uti und Frank Thieme einmal mehr, dass sie bis heute von ihren Jahren im Leistungssport und ihren olympischen Karrieren profitieren. Mit einer konstant starken Serie und nur elf Punkten aus sieben Wettfahrten gewannen sie die Meisterschaft souverän.
Obwohl Uti und Frank Thieme im Jahr 2025 aus persönlichen Gründen kaum auf dem Wasser zu sehen waren, präsentierten sie sich bei der IDM in diesem Jahr in Bestform. Damit knüpften sie unmittelbar an ihre Erfolge der Saison 2024 an.
Uti Thieme (53) startete für den gastgebenden BYC, ihr Mann Frank (63) für den benachbarten Potsdamer Yacht-Club (PYC). Auf Rang zwei kamen Silja und Jonna Braun von der Baltischen Segler-Vereinigung, Platz drei belegten Jens Grass (Münchner Yacht-Club) und Birgit Schwab (Segelgemeinschaft Waldsee).

Titelverteidiger Dirk Braun von der Segler-Vereinigung Wuppertal und zugleich Vorsitzender der Korsar-Klassenvereinigung wurde Fünfter. Insgesamt nahmen 50 Teams aus Deutschland, Österreich und Polen an der IDM teil.
Anspruchsvolle Bedingungen auf dem Wannsee
Der Wannsee präsentierte sich an den vier Meisterschaftstagen ab dem 17. Juni als äußerst anspruchsvolles Revier mit zahlreichen Winddrehern und wechselhaften Bedingungen. „Es war sowohl für die Teilnehmenden als auch für die Wettfahrtleitung herausfordernd“, sagt Wettfahrtleiter Lorenz Buchler. „An den ersten beiden Tagen konnten wir jeweils drei Rennen durchführen, am Freitag immerhin noch eines. Am Samstag ging dann nichts mehr – wir haben die Flotte zwar hinausgeschickt, aber der Wind war einfach zu schwach.“

Frank Thieme: Olympische Spiele 2000 in Sydney
Uti und Frank Thieme blicken beide auf erfolgreiche Segelkarrieren zurück. Vorschoter Frank Thieme gewann zusammen mit Rainer Schulz (heute Seyer) im 470er bei den Europameisterschaften 1990 in Carrara die Bronzemedaille. Bei der Weltmeisterschaft 2000 am Balaton belegte er Rang 14, im selben Jahr erreichte er bei den Olympischen Spielen in Sydney gemeinsam mit Stefan Meister Platz 17.
Parallel dazu arbeitete er als Landestrainer des Berliner Segel-Verbandes und betreute unter anderem die weiblichen 470er-Teams. Dabei lernte er auch seine spätere Frau Uti, die damals noch Uta Koch hieß, kennen.
Uti Thieme: 420er und 470er-Kaderseglerin
Die wiederum gehörte in den späten 1980er Jahren an der Sportschule Schwerin zu den vielversprechenden 420er-Talenten in der DDR. Zusammen mit ihrer langjährigen Vorschoterin Monika Leu nahm sie im 420er an zahlreichen nationalen und internationalen Regatten teil. Zu ihren größten Erfolgen zählen eine Bronzemedaille bei der 420er-Weltmeisterschaft in Israel 1992 und der Sieg bei der Kieler Woche. Dann folgte der Umstieg in den 470er. Nach vier Jahren stieg sie aus dem Leistungssport aus.
Nach ihrer aktiven Leistungssportkarriere begann Uti Thieme zunächst im BYC Drachen zu segeln. Bei der Meisterschaft der Korsare 2003, die vom PYC ausgerichtet wurde, probierte sie das Boot erstmals aus. Schnell war klar, dass sie nicht nur das Boot faszinierte, sondern auch die offene und freundliche Gemeinschaft der Klasse. So war der Entschluss schnell gefasst, wieder mit dem Jollensegeln zu beginnen und schon zwei Jahre nach Einstieg in die Klasse konnte sie mit Arne Broy an der Vorschot einen Vizemeistertitel ersegeln.
Leidenschaft Korsar
Damit begann eine langjährige Leidenschaft für diese Gleitjolle mit Trapez, die dem 470er ähnelt, jedoch etwas größer ist und mehr Trimmmöglichkeiten bietet.
Das Berliner Meisterteam Thieme/Thieme segelt seit seiner Hochzeit im Jahr 2007 zusammen Korsar und schätzt vor allem den familiären Charakter der Klasse.
„Die Konstellation Steuerfrau und Vorschoter ist bei uns ideal“, sagt Frank Thieme. „Wir profitieren nach wie vor sehr von unseren professionellen Segelkarrieren in den verschiedenen Kadern, können uns schnell auf neue Reviere einstellen und behalten auch in schwierigen Situationen den Überblick auf dem Wasser.“

Neben dem Korsar segelt das erfolgreiche Ehepaar, die als Notar- und Steuerfachangestellte sowie Software-Anwendungsbetreuer arbeiten, weiterhin 470er und wird auch an der IDM im September in Plau teilnehmen. In seinem Heimatverein, dem PYC, engagiert sich Frank Thieme als Wettfahrtleiter und war unter anderem für Regatten der Segel-Bundesliga verantwortlich.
Engagement auf dem Wasser und an Land
Bei der IDM auf ihrem Heimatrevier waren Uti und Frank Thieme zugleich Teilnehmer und Gastgeber. Ihnen war es wichtig, der gesamten Korsar-Klasse neben spannenden Wettfahrten auch ein attraktives Rahmenprogramm zu bieten.

„Uti und Frank haben sich mit großem Engagement für ihre Klasse eingebracht. Uti hat Yoga angeboten und Frank eine Fahrradtour nach Potsdam organisiert“, berichtet Lorenz Buchler. Weitere Mitglieder der starken Berliner Korsar-Szene, die vor allem im benachbarten Segel-Club Ahoi beheimatet ist, organisierten eine Kneipentour, einen Besuch des Varietés Wintergarten sowie einen Ausflug zu den Potsdamer Schlössern.
Meisterschaft mit fröhlichem Rahmenprogramm
Zur guten Stimmung trugen außerdem eine von Uti Thieme organisierte Tombola sowie ein umfangreiches kulinarisches Angebot bei, bei dem die Berliner Seglerinnen und Segler die Clubgastronomie des BYC unterstützten. Selbst die kurzfristige Absage des DJs für die Meisterfeier konnte die Stimmung nicht trüben: Aus der Party wurde kurzerhand ein Karaokeabend, der für viel Spaß und beste Unterhaltung sorgte.
Alle Ergebnisse der IDM der Korsare sind auf Manage2Sail veröffentlicht.