Team Hofmann/Brockerhoff segelt erneut zum deutschen Meistertitel im 505er

Jollen mit bunten Spinnaker vor grün bewaldeten Hügeln.
Der Walchensee bot für die IDM 2026 der 505er-Klasse optimale Bedingungen. © Christine Guba

Titelverteidigung erneut geglückt: Nach zehn spannenden Wettfahrten auf dem Walchensee standen Jan-Philipp Hofmann und Felix Brockerhoff bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) der 505er wieder ganz oben auf dem Podium. Für das Erfolgsteam des Düsseldorfer Yacht-Clubs ist es bereits der achte gemeinsame deutsche Meistertitel. Bis auf einen fünften Platz, den sie streichen konnten, brachten die beiden nur erste Plätze in die Wertung ein.

Neun Punkte nach zehn gesegelten Wettfahrten – das Ergebnis kann sich sehen lassen und stellt die Dominanz des Teams Hofmann/Brockerhoff in der Gleitjolle 505er deutlich unter Beweis. Mit 31 Punkten belegten Ex-Weltmeister Lutz Stengel, der 2018 gemeinsam mit Holger Jess in Gdynia den WM-Titel gewann, und Frank Feller vom Rostocker Yachtclub Rang zwei. Den dritten Platz sicherten sich Tim Böger vom Hamburger Segel-Club und sein Sohn Finn Böger vom Verein Seglerhaus am Wannsee.

Sechs Männer stehen mit Medaillen und Urkunden um den Hals vor einem See, sie haben eine Meisterschaft im Segeln gewonnen.
Das Treppchen der 505er IDM 2026: In der Mitte mit Wanderpreis Felix Brockerhoff, rechts von ihm Jan-Philipp Hofmann. Ganz links Frank Feller, rechts daneben Lutz Stengel. Ganz rechtzs Finn Böger, links daneben Tim Böger. © Yogi Haekel, SCLW.de

„Die Konkurrenz in der Klasse ist größer, als es die Ergebnisse vermuten lassen“, sagt Felix Brockerhoff. „Schon ein kleiner Fehler kann entscheidend sein. Wenn die Fock nur einen Zentimeter zu hoch eingestellt ist, versucht man über mehrere Kreuzschläge herauszufinden, woran es liegt, und kann nicht mehr hundertprozentig segeln. Das merken die Konkurrenten sofort – und schon reicht es vielleicht nur noch für Platz fünf.“

Für die 505er-Klasse war die Meisterschaft nicht nur ein sportlicher Höhepunkt, sondern auch eine Gelegenheit, neue Gesichter in der Klassengemeinschaft willkommen zu heißen. Immer mehr ehemalige Kaderseglerinnen und -segler sowie Aktive aus der Segel-Bundesliga entdecken die technisch anspruchsvolle Gleitjolle mit ihren vielfältigen Trimm- und Einstellmöglichkeiten für sich. Inga-Marie Hofmann (Düsseldorfer Yacht-Club), ehemalige Kaderathletin im 49erFX, wurde mit Vorschoter Christoph Swade (DYC) bestes Mixed-Team und gewann den Robert-Rothe-Gedächtnispreis.

„Der ausrichtende Verein Segelclub Walchensee hat eine außergewöhnlich schöne IDM ausgerichtet – wirklich herausragend“, berichtet Felix Brockerhoff und schwärmt: „Zu der großen Herzlichkeit und der vielen Mühe, mit der diese IDM bis ins kleinste Detail vorbereitet war, kam ein traumhaftes Revier.“

Den 31 teilnehmenden Teams boten sich am Walchensee türkisfarbenes Wasser, eine eindrucksvolle Bergkulisse und nahezu ideale Segelbedingungen. Die bewaldeten Gipfel rund um den See trugen stellenweise noch Schneereste und verliehen der Kulisse ein besonderes Panorama.

„Der Walchensee ist für mich der schönste See Deutschlands“, sagt Felix Brockerhoff. „Wir sind schon an vielen Orten weltweit gesegelt, und die Region hier ist schon ganz oben dabei. Erstaunlich, wie wenig Sonne man braucht damit sich die Thermik auf dem See aufbaut. Segeln bei flachem Wasser und mit 15 Knoten über den See zu heizen – das ist einfach unschlagbar.“

Nur am Freitag waren aufgrund der Wetterlage keine Wettfahrten möglich, an den übrigen Tagen der Meisterschaft zeigte sich der Walchensee von seiner besten Seite. Bei Wind zwischen 12 und 18 Knoten konnten insgesamt zehn Wettfahrten durchgeführt werden.

„Vom schwächeren bis zum stärkeren Wind belohnte der Walchensee die Segler wieder einmal mit einem schönen konstanten Wind, so dass die Teilnehmer fast kontinuierlich im Trapez sein konnten“, freut sich der Wettfahrtleiter Wolli Seifert vom Segelclub Walchensee. „Diese sportliche und recht schnelle Jollenklasse liebt den Walchensee, weil sie hier fast keine Welle haben und gut ins Gleiten kommen.“

Für die ambitionierten deutschen 505er-Teams steht bereits das nächste Saisonhighlight bevor: In rund drei Wochen findet die Weltmeisterschaft auf Hayling Island an der Südküste Großbritanniens statt. Bislang haben 16 deutsche Teams gemeldet. Neben den amtierenden deutschen Meistern Jan-Philipp Hofmann und Felix Brockerhoff sowie Tim und Finn Böger werden auch die Deutschen Meister des Jahres 2023, Micki Daisenberger vom Deutschen Touring Yacht-Club und Johannes Tellen vom Münchner Yacht-Club, an den Start gehen.

Parallel zur IDM der 505er wurde auf dem Walchensee auch der AlpenCup der Bootsklasse VX One ausgetragen.

Die vollständigen Ergebnisse der Deutschen Meisterschaft sind auf Manage2Sail veröffentlicht.