Die klassischen 8er, segelnde Designikonen und gewissermaßen die „kleinen Schwestern“ der 12er, trugen auf dem Bodensee vor Bregenz ihre Weltmeisterschaft 2026 aus. Am Start waren 19 Crews aus sieben Nationen.
Weltmeister wurden Veit Hemmeter und seine Crew vom Lindauer Segler-Club mit der „Fleur de Lys“, Vizeweltmeister wurde Eckhard Kaller (Yacht-Club Meersburg) auf der „Starling Burgess“. Den dritten Rang belegte das italienische Team der „Bona“.
Simon Diesch (Württembergischer Yacht-Club) aus dem Olympiakader des German Sailing Teams, der gerade gemeinsam mit Vorschoterin Anna Markfort (Verein Seglerhaus am Wannsee/Joersfelder Segelclub) die Kieler Woche im 470er gewonnen hatte, stieg ab Donnerstag an Bord der „Ayana“ mit Steuermann Max Rieger (Württembergischer Yacht-Club) ein und wurde in der Gesamtwertung Sechster.
In der Klasse „Modern“ nahm neben der „Fleur de Lys“ nur eine weitere Yacht an der WM teil. Die meisten der teilnehmenden 8er gehören zur Klasse Sira Neptune. Hier siegte die „Starling Burgess“ vor ihrer italienischen Konkurrentin.+
Dritter Vize-WM-Titel für „Starling Burgess“
Zur siebenköpfigen Crew gehört auch Großschottrimmer Andreas Löwe, DSV-Vizepräsident Umwelt und Recht. „Mit Welt- und Vizemeistertitel haben wir exakt das Ergebnis der WM vom vergangenen Jahr in Turku wiederholt. Nun sind wir zum dritten Mal Vizeweltmeister geworden“, sagt er. „Wir sind stolz auf unsere Leistung und der Wettfahrtleitung sehr dankbar, dass sie trotz der extremen Hochdrucklage mit sechs Wettfahrten im Verlauf der Woche das Maximum herausgeholt hat.“

Die „Starling Burgess“, benannt nach ihrem Konstrukteur, ist ein Neubau nach Plänen aus den 1930er-Jahren, die damals nie realisiert wurden. „Das Schiff war von Starling Burgess in Aluminium konzipiert worden. Dieser Werkstoff war jedoch von Lloyd noch nicht zertifiziert, sodass es nicht gebaut wurde“, berichtet Andreas Löwe. „Erst vor wenigen Jahren wurde das Schiff in Holz umkonstruiert und nahm 2022 auf dem Genfer See erstmals an einer WM teil.“
Die erfolgreiche „Fleur de Lys“ zählt seit Jahren zu den schnellsten und erfolgreichsten 8ern. Unter ihrem Schweizer Voreigner und dem Namen „Yquem II“ gewann sie zahlreiche Meisterschaften und Regatten. Als moderner 8er verfügt die Yacht am Kiel über Trimmklappen, wodurch sie auf der Kreuz mehr Höhe laufen kann als ihre klassischen Konkurrentinnen.
Hohe Temperaturen und zu wenig Wind
Die mächtige Hochdrucklage, die Deutschland in der vergangenen Woche fest im Griff hatte und zu zahlreichen Hitzerekorden bei wenig Wind führte, stellte auch die erfahrene Wettfahrtleitung des Yacht Club Bregenz vor große Herausforderungen. Die neun ausgeschriebenen Wettfahrten konnten nicht wie geplant durchgeführt werden.
„An zwei Tagen hatten wir bereits um 6 Uhr morgens Steuerleutebesprechung, weil alle darauf hofften, dass sich mit dem für die Morgenstunden typischen Wind ‚Rheintäler‘ noch eine Brise einstellen würde“, berichtet Andreas Löwe. „Doch sowohl am Montag als auch am Dienstag ging trotz rund zehn Stunden auf dem Wasser keine Wettfahrt durch, fünf Versuche wurden auf dem Downwinder abgeschossen.“
Den Seglerinnen und Seglern war es ausdrücklich erlaubt, während der langen Wartezeit auf dem Wasser von Bord aus in den See zu springen, um sich etwas Abkühlung zu verschaffen. Aufgrund der anhaltenden Hitze hat der Bodensee inzwischen eine Wassertemperatur von rund 25 Grad erreicht.
Sechs Wettfahrten an zwei Tagen
Am Mittwoch setzte schließlich der erhoffte Westwind lange genug ein, sodass drei Wettfahrten gesegelt werden konnten. Weitere drei Wettfahrten wurden am Donnerstag gesegelt, der ursprünglich als Layday mit festlichem Owners Dinner vorgesehen gewesen war.
Auch am Freitag und Samstag waren keine Wettfahrten mehr möglich. Wie überall in Deutschland war es sehr heiß und nahezu windstill. „Wir haben immerhin zwei Wettfahrten mehr geschafft als die FDs bei ihrer WM im Rahmen der Kieler Woche“, lacht Andreas Löwe. „Aber wir hätten uns natürlich mehr Segelzeit erhofft.“
Dritte 8er WM auf dem Bodensee
Der Bodensee ist für die schnelle Meterklasse ein attraktives Revier. In den verschiedenen Vereinen liegen mehr als zehn 8er, die sich regelmäßig bei Regatten treffen. Nach 2006 und 2018 war es die dritte Weltmeisterschaft der 8er in diesem Revier. Für Bregenz als Austragungsort hatte sich insbesondere Werner Deuring, Präsident der Klassenvereinigung International Eight Metre Association (IEMA), eingesetzt. Zuschauer hatten vom Yacht-Club Bregenz aus sowie vom Begleitschiff „Altenrhein“ die Möglichkeit, die segelnden Schönheiten direkt zu erleben.
Die Weltmeisterschaft 2027 findet im Rahmen des Robbe & Berking Sterling Cups auf der Flensburger Förde statt.
Alle Ergebnisse der 8er-WM sind auf Manage2Sail zusammengefasst. Impressionen von der Weltmeisterschaft und Steckbriefe zu den einzelnen Yachten sind auf der Eventseite veröffentlicht. Der Fotograf Tobias Stoerkle hat die Regatta mit seiner Kamera begleitet.