Défi Wind: Nico Prien gewinnt anspruchsvolle Langstrecken-Regatta

Ein Windsurfer rast durchs Wasser. Gischt spritzt hoch. Im Hintergrund beobachten Menschen auf einem Motorboot das Rennen. Sie tragen orangefarbene wasserdichte Kleidung.
Nico Prien auf dem Weg zu seinem Gesamtsieg beim Défi Wind 2026. Mehr als 100 Boote und Jetskis mit Helfenden an Bord sorgen für die Sicherheit bei der weltweit größten Windsurfregatta in Frankreich. © DEFI WIND EYES

Nach fünf herausfordernden Rennen an drei Tagen gewann Windsurfer Nico Prien aus Schönberg bei Kiel beim Défi Wind auf der Finne. Die Regatta in der Nähe der französischen Hafenstadt Gruissan gilt als das weltweit größte und zugleich anspruchsvollste Windsurf-Langstreckenrennen: Bei der 24. Auflage gingen in diesem Jahr mehr aus 1.300 Windsurferinnen und Windsurfer zeitgleich an den Start. Nico Prien (Norddeutscher Regatta Verein), 31, setzte sich nach insgesamt knapp 200 gesurften Kilometern auf dem Mittelmeer gegen die gesamte Weltspitze durch.

Ablandiger Wind zwischen 30 und 40 Knoten forderte die Windsurfenden aus aller Welt in diesem Jahr besonders heraus. „Der Tramontana hatte es wirklich in sich“, sagt Nico Prien, der seit seinem zwölften Lebensjahr auf dem Board steht und unter anderem im Worldcup bereits viel Erfahrung gesammelt hat. „Während die Läufe im World Cup maximal vier Minuten dauern, heißt es beim Défi pro Lauf 30 Minuten Vollgas – das ist physisch schon anspruchsvoll und du fährst am Limit.“

Zumal alle gemeldeten Amateure und Profis zeitgleich an den Start der rund 32 Kilometer langen Strecke gehen. „Da ist das Wasser extrem aufgewühlt und der Wind durch die vielen Segel stark verwirbelt, da musst du erst einmal durch.“

Für Nico Prien ist dieser Sieg ein ganz besonderer: „Diesmal war die internationale Weltspitze vor Ort. Ich habe sie geschlagen und das zeigt mir: Ich kann es!“ Matteo Iachino (Italien) landete auf Rang zwei, der amtierende PWA Slalom-X Weltmeister aus Frankreich, Piere Mortefon, wurde Dritter. 

Der selbständige Unternehmer Prien betreibt unter anderem einen erfolgreichen YouTube-Kanal für Themen rund ums Windsurfen und bietet Surfreisen an. Parallel startet er auf der Finne und dem Foil im PWA Worldcup – „jetzt mit noch mehr Selbstvertrauen“. 

Viele Windsurfende sind zur gleichen Zeit auf dem Wasser. Sie starten alle zur gleichen Zeit in ein Rennen.
Rund 1.300 Windsurferinnen und Windsurfer beim Start zu einem der fünf Rennen beim Défi Wind 2026. Amateure und Profis starten zeitgleich. © DEFI WIND EYES

Die Regatta Défi Wind beeindruckt nicht nur durch die hohen Teilnehmendenzahlen von Amateuren und Profis – insgesamt hatten 2026 in den Boardsport-Disziplinen Wundsurfen, Kitesurfen und Wingfoilen mehr als 2000 Aktive gemeldet. Auch die Atmosphäre in dem kleine Küstenort ist besonders. „Dort treffen sich Menschen aus aller Welt und genießen es, gemeinsam ihre Leidenschaft zu leben“, sagt Nico Prien, der zum vierten Mal zum Défi nach Frankreich reiste. „Da spielt es keine Rolle, ob du nur ein Rennen durchstehst oder fünfmal über die Ziellinie saust.“

Alle Ergebnisse sind auf der Veranstaltungsseite.