Die Verteidigung seines Meistertitels war niemals gefährdet: Nigel Winkley von der Vereinigung der Modellyachtsegler (VdMYS) gewann erneut die Internationale Deutsche Meisterschaft im RC-Segeln der Klasse Marblehead. Auf Rang zwei landete der Niederländer Chris Vaes, Platz drei auf dem Dümmer in Niedersachsen ging an Klaus-Peter Schmitt (VdMYS).
Die IDM beim gastgebenden Segler-Club Dümmer startete am Samstag mit Windstärken zwischen drei und vier Beaufort mit Böen – für viele RC-Pilotinnen und -Piloten und ihre maximal 1,29 Meter langen, meist aus Carbon gefertigten Marblehead-Yachten durchaus anspruchsvolle Bedingungen. Deshalb wechselten alle Teilnehmenden sofort nach dem ersten Lauf von den A-Riggs auf die kleineren B-Riggs, am Ende des Tages sogar auf C-1. Auf dem Flachwasserrevier hatte sich zudem eine hohe, kurze Welle aufgebaut. Schnelle Reaktionen, eine gute Hand-Augen-Koordination, Bootsbeherrschung und vor allem viel Erfahrung waren gefordert.
Was insbesondere für RC-Segelnde aus Leichtwindrevieren eine echte Herausforderung darstellte, entlockte dem alten und neuen deutschen Meister Nigel Winkley Begeisterungsstürme: „Die Bedingungen waren einfach ein Traum“, sagte der 54-Jährige. „Die Marbleheads kommen bei solchem Wind erst so richtig in Schwung und zeigen, was sie können.“ Die Klasse kommt ursprünglich aus dem amerikanischen Bundestaat Massachusetts, ist eine der ältesten RC-Klassen überhaupt und gilt heute als Formel 1 der RC-Segelklassen. Die per Funk ferngesteuerten Yachten lassen im Rahmen einer Box-Rule ausreichend Spiel für individuelle Gestaltungskonzepte innerhalb der Parameter Rumpflänge, Tiefgang und Segelfläche.
Mit insgesamt sieben Siegen bei 13 Läufen unterstrich Nigel Winkley sein Können auf beeindruckende Weise. Der ehemalige Opti- und Laser-Segler sowie Windsurfer entdeckte das RC-Segeln 1998 für sich, steuert seit 2006 Marbleheads und ist seit vielen Jahren auch bei internationalen Regatten unterwegs. „Diese Erfahrung mit vielen verschiedenen Revier und Windbedingungen zahlt sich definitiv aus“, sagte Nigel Winkley.

An Tag zwei beruhigte sich der Wind am Dümmer und die 20 Starterinnen und -starter konnten weitere Läufe segeln, am dritten Tag war bei vier Knoten ein Start möglich. „Danach mussten wir die IDM beenden – das waren keinen fairen Meisterschaftsbedingungen mehr“, sagte Thomas Edom, Obmann im DSV-Ausschuss RC-Segeln und als Mitglied der Wettfahrtleitung vor Ort.
Der SC Dümmer als gastgebender Verein überzeugte nicht nur durch eine perfekte Organisation. Das Vereinsgelände ist barrierefrei gestaltet und unterstrich damit den inklusiven Charakter des Segelsports im Ganzen und des RC-Segelns im Besonderen. Peter Meurer vom Deutschen Regatta Segelclub, der nach einem Schlaganfall einen Rollstuhl nutzt und die Fernsteuerung seiner Yacht mit nur einer Hand bedient, landete auf Rang elf.
