Mit der Kulisse des ikonischen Opernhauses von Sydney in Sichtweite startet am Wochenende das nächste Event der SailGP. Auf foilenden F50-Katamaranen gehen die internationalen Teams in sehr kurzen Rennen an den Start. Die Rennen finden direkt vor großen Zuschauertribünen statt und werden live übertragen.
Dreizehn Teams haben für diese Saison gemeldet, doch in Australien werden nur elf antreten können: Nach dem schweren Crash beim letzten Rennwochenende vor zwei Wochen in Auckland wurden die F50 des französischen und des neuseeländischen Teams so stark beschädigt, dass sie in Sydney noch nicht wieder einsatzbereit sind.
Neben Skipper Erik Kosegarten-Heil, der als Kadermitglied des German Sailing Team gemeinsam mit Thomas Plößel zwei olympische Bronzemedaillen im 49er gewann, gehen der französische Segelprofi Kevin Peponnet, Taktikerin Anna Barth, James Wiersbowsky, Will Tiller und der ehemalige 49er-Kadersegler Linov Scheel für das deutsche Team an den Start. Auf der „Reservebank“ des deutschen SailGP-Teams sitzen bei diesem Event Viktoria Schultheis, Felix van der Hövel und Julian Hampe.
Zu den Aufgaben von Taktikerin Anna Barth gehört es, Windverschiebungen, Startphasen, Überlappungen und Abstände zu den anderen Booten zu analysieren und strategisch zum Vorteil des deutschen Teams zu nutzen.
„Es wird oft unterschätzt, wie kognitiv anspruchsvoll und intensiv die Strategie ist. SailGP ist wie Hochgeschwindigkeits-Schach auf dem Wasser. Ich muss permanent verarbeiten, was gerade auf dem Boot passiert, und Szenarien antizipieren, die in der nächsten Runde oder an der nächsten Tonne entstehen könnten“, erklärt Anna Barth ihre Aufgabe an Bord. „Ich habe die Kommunikation über das, was gerade passiert, via Intercom im Ohr, muss gedanklich aber schon bei unserem nächsten Schachzug sein.“
Mit dem Regattagebiet vor Sydney ist die 49erFX-Seglerin Anna Barth aus dem Perspektivkader des German Sailing Team gut vertraut: Zusammen mit ihrer Vorschoterin Emma Kohlhoff trainiert sie seit mehreren Wochen mit der australischen Segel-Nationalmannschaft auf dem Revier mit der berühmten Shark Island – einer Insel im Hafen von Sydney.
Mit dem Women’s Pathway Program unterstützt die SailGP aktiv die Einbindung weiblicher Athletinnen. Bei jedem Rennen muss mindestens eine Frau bei jedem Team an Bord sein. Da die SailGP seit dieser Saison keine Reserve-Athletinnen mehr stellt, hat das deutsche SailGP-Team sich vergrößert: Emma Kohlhoff, ebenfalls Mitglied des Perspektivkaders des German Sailing Team und Viktoria Schultheis, die Schwester des 49er-Kaderseglers Richard Schultheis, verstärken die Crew. Viktoria Schultheis gilt als Foiling-Expertin und ist Weltmeisterin in den Klassen Moth und Switch.
Neu ist zudem das Format in Sydney: Erstmals in der SailGP-Geschichte werden Abendrennen ab 17.30 Uhr Ortszeit (7.30 Uhr deutscher Zeit) ausgetragen: Die Teams segeln im Dämmerlicht, der „goldenen Stunde“, wenn die untergehende Sonne nicht nur das berühmte Opernhaus der australischen Metropole in warmes, goldenes Licht taucht.
„Ich verbinde Sydney mit Höhen und Tiefen. Hier haben wir zum ersten Mal ein Rennen gewonnen, hier hatten wir zwei Kollisionen an einem Tag“, sagt Anna Barth über das kommende Rennwochenende. „Elemente wie Shark Island in der Kursmitte machen die Strategie besonders interessant, weil man sich früh für eine Seite entscheiden muss. Danach gibt es kein Zurück.“
Rennzeiten für Deutschland (CET)
Race Day 1: Samstag, 28. Februar → 07:30–09:00 Uhr
Race Day 2: Sonntag, 1. März → 07:30–09:00 Uhr
Live laufen die Rennen über den SailGP YouTube Kanal. Eine Zusammenfassung ist im Anschluss in der ZDF Mediathek abrufbar.