Nur haarscharf am Europameistertitel vorbei segelte das deutsche 505er Erfolgsduo Jan-Philipp Hofmann und Felix Brockerhoff. Im spanischen L’Estartit an der Costa Brava mussten sie sich nur den punktgleichen Briten Roger Gilbert und Ian Mitchell geschlagen geben. Auf den dritten Rang kamen Howard Hamelin und Andy Zinn aus den USA.
Damit setzen Jan-Philipp Hofmann und Felix Brockerhoff ihre gemeinsame Erfolgsgeschichte fort: Dieses Jahr wurden sie zum siebten Mal Internationale Deutsche Meister im 505er, 2024 feierte das Duo seinen Vize-Weltmeistertitel. Bei der WM vor einem Jahr in Schweden trennte sie nur ein Punkt vom Totel, bei der jetzt zu Ende gegangenen EM waren die beiden Segler mit den Erstplatzierten sogar punktgleich. „Bei der WM nur Zweiter zu sein, war ein wenig enttäuschend, weil wir die gesamte Regatta über das bessere Team waren“, sagt Felix Brockerhoff. „Bei der EM waren Roger und Ian, denen wir bisher immer überlegen waren, das Stückchen besser.“
Die Begeisterung für die schnelle Gleitjolle liegt bei Familie Hofmann in der Familie: Auch Jan-Philipps Bruder Nils Henning nahm an der EM zusammen mit Lena Stückl (Deutscher Touring Yacht-Club) teil und kam auf den Rang 32. Ebenfalls fest in die 505er-Klasse eingebunden ist Familie Diesch aus dem Württembergischen Yacht-Club (WYC) am Bodensee. Felix Diesch, der Bruder von 470er-Segler Simon Diesch aus dem Perspektivkader des German Sailing Team, kam zusammen mit Frederik Schaal (Segel- und Motorboot Club Überlingen) auf den 20. Platz, sein Onkel Klaus Diesch und Thomas Stemmer (beide WYC) wurden 47. „Die 505er-Klasse ist sehr familiär, viele Geschwister segeln mit- oder auch gegeneinander oder auch Väter mit ihren erwachsenen Kindern, das macht einfach Spaß“, sagt Felix Brockerhoff.
Mit 58 internationalen Teams war die Europameisterschaft in Spanien fernab der klassischen 505er Hochburgen, insbesondere Großbritannien, gut besetzt. 17 deutsche Teams nahmen teil.

Die Meisterschaft verlangte den teilnehmenden Seglerinnen und Segler das ganze Spektrum ihres seglerischen Könnens ab. Nachdem anfangs noch starke Bergwinde und viel Thermik für Dynamik auf der Regattabahn gesorgt hatten, flaute es im Laufe der EM immer wieder ab. Nur an zwei der vier ausgeschriebenen Regattatagen konnte gesegelt werden, so dass schlussendlich nur fünf Rennen in die abschließende Wertung eingingen.
Bei den Frauen siegten Nicola Birkner und Angela Stenger, im Mixed Florence Lebrun und Ludovic Roblin. Den Klassiker-Preis für ihr Vintage-Boot erhielten Gary Fowler und Harry Moffat.
Neben dem ausrichtenden Club engagierten sich zahlreiche ehrenamtliche Unterstützer aus der Region und dem spanischen Segelverband bei der Durchführung, Wettfahrtleiter war Tim Hancock aus Großbritannien. Die starke Dominanz der britischen Seglerinnen und Segler in der 5,05 Meter langen Gleitjolle zeigte sich auch bei der Nationenwertung: Vier Teams in den Top Ten kamen aus Großbritannien. Hier, auf der Insel Hayling, findet auch das nächste internationale Kräftemessen der „Fiven“ statt: Vom 2. bis 11. Juli 2026 trifft sich die internationale Elite der Klasse zur Weltmeisterschaft.

Die Ergebnisse der 505er Europameisterschaft 2025 sind auf dieser Seite zusammengefasst.