NRV gewinnt zum achten Mal Segel-Bundesliga

Vier junge Männer halten eine Meisterschale in die Höhe, sie sind nass.
Das Meisterteam des NRV (vlnr): Ferdinand Pfund, Henrik Peters, Mpritz Gießelmann und Mats Schönebeck. © Sailing Energy / DSBL

Auf dem Wannsee segelte das Team des Norddeutschen Regatta Vereins (NRV) zum achten Mal zum Meistertitel in der Liga der deutschen Segelvereine. Vizemeister wurde der punktgleiche Joersfelder Segel-Club (JSC), der damit das beste Bundesliga-Ergebnis seiner Vereinsgeschichte erzielte. Dritter auf dem Podium war der Mühlenberger Segel-Club (MSC).

Für den NRV steuerte der erst 22-jährige Mats Schönbeck, der bereits im vergangenen Jahr mit seiner Crew den Internationalen Deutschen Meistertitel in der J/70-Klasse gewonnen hatte und seit dieser Saison zum Erstliga-Kader des Vereins gehört. Für das Bundesliga-Finale stellte Mats Schönbeck fast seine gesamte Meistercrew wieder zusammen: Henrik Peters und Moritz Gießelmann feiern nun gemeinsam mit ihm den zweiten großen nationalen Titel – nur Ferdinand Pfund war im Vorjahr nicht dabei.

„Wir hatten in Berlin schwierige Bedingungen, haben uns aber schon am ersten Tag gut zurechtgefunden. Der Starkwind zu Beginn lag uns, danach wurde es tricky“, sagte Mats Schönbeck. „Wir sind sehr glücklich über den Titel und haben heute ein bisschen gezittert, weil der Joersfelder noch viele erste Plätze gesegelt ist.“

Für den Hamburger Verein ist es nach dem Gewinn der Junioren-Liga der zweite Liga-Titel in diesem Jahr.

Vier Männer mit grauen Westen und Caps auf einem sportlichen Segelboot mit weißem Rumpf, das mit den Namen zahlreicher Sponsoren beklebt ist.
Das Team des NRV segelte auf dem Wannsee zum achten Meistertitel in der 13-jährigen Geschichte der Segel-Bundesliga. © Sailing Energy / DSBL

Das Team gewann neben der Meisterschaft auch den letzten Spieltag in Berlin, gefolgt vom JSC und dem gastgebenden Berliner Yacht-Club (BYC). Dagegen konnten der Verein Seglerhaus am Wannsee (VSaW) und die Seglervereinigung von 1903 Berlin den Abstieg in die 2. Segel-Bundesliga trotz Heimvorteils nicht verhindern. Ebenfalls absteigen müssen der Konstanzer Yacht-Club (KYC) und der Akademische SegelVerein Warnemünde (ASVW).

„Wir hatten an den drei Tagen das ganze Wetterspektrum und nahezu jede Beaufortanzeige ausgereizt“, sagte Anke Nowak, Geschäftsführerin der Segel-Bundesliga. „Am ersten Tag hatten wir Sturm mit Böen über 40 Knoten, sodass wir die Rennen unterbrechen mussten, nachdem die J/70-Boote selbst unter Fock zu kentern drohten. Am Freitag, dem zweiten Tag der Finalserie, war der Wind schwächer, aber drehend. Am Samstag nahm er Stück für Stück ab, sodass wir um 15.08 Uhr ‚AP über Alpha‘ ziehen mussten und die Meisterschaft nach zwölf Flights beendet war.“

Der Meistertitel der 2. Segel-Bundesliga ging an den Bocholter Yacht-Club (BOH-YC), Vizemeister wurde der Württembergische Yacht-Club (WYC). Dritter wurde die Segler-Vereinigung Wuppertal (SVWU). Diese drei Vereine steigen nun in die 1. Segel-Bundesliga auf, gemeinsam mit der viertplatzierten Entdecker- und Seefahrer-Fördervereinigung (EnSFR) aus Hamburg-St. Pauli.

„Wir sind superglücklich, es endlich geschafft zu haben und nun in der 1. Bundesliga angekommen zu sein“, sagte Thorsten Willemsen, Steuermann des Bocholter Yacht-Clubs. „Hinter uns liegen sechs anstrengende Jahre in der 2. Liga – mit viel Training und der richtigen Motivation.“

Den letzten Spieltag in der 2. Segel-Bundesliga gewann der Essener Turn- und Fechtclub (ETUF) vor der EnSFR und dem Segelclub Hansa Münster.

Das Finale der Segel-Bundesliga 2025 wurde gemeinsam vom Berliner Yacht-Club und der Seglervereinigung von 1903 Berlin ausgetragen. Die Abschlusstabelle, Berichte der einzelnen Spieltage und Bilder sind auf der Seite der Segel-Bundesliga veröffentlicht.

Als Saisonabschluss steht in der kommenden Woche die Youth Sailing Champions League im spanischen Altea auf dem Programm, an der sieben deutsche Vereine teilnehmen. Der DSL-Pokal, der ursprünglich am Wochenende des 8./9. November auf dem Wannsee stattfinden sollte, fällt dagegen aus.