Max Billerbeck segelt auf dem Ammersee zum vierten Meistertitel

Jollen mit weißen Segeln vor der Kulisse der Alpen.
Die Alpen boten für die Teilnehmenden der Contender IDM ein beeindruckendes Panorama. © Kevin Pekarek

Bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Contender stellte Bootsbaumeister Max Billerbeck (Wassersportverein Kollmar) seine Überlegenheit in der Klasse erneut unter Beweis. Mit 13 Punkten nach acht Wettfahrten sicherte er sich zum vierten Mal nach 2019, 2021 und 2023 den Titel. Auf den zweiten Rang kam Christoph Engel (Kieler Yacht-Club) vor Markus Maisenbacher von der Segler-Vereinigung Kiel.

An der vom Diessne- Segel-Club organisierten Meisterschaft nahmen 40 Segler und 2 Seglerinnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Großbritannien teil. „Wir hatten eine rundum schöne Meisterschaft, die Zusammenarbeit mit der Klassenvereinigung hat gut geklappt“, sagt Werner Rohrmoser, Schriftführer des Diessner-Segel-Club.

Viele Menschen sitzen auf einem hölzernen Steg vor einem Clubhaus für Segler an einem See.
Ausrichter der IDM der Contender war der Diessner-Segel-Club am Ammersee. © Kevin Pekarek

Bereits am 1. Oktober trafen die meisten Teilnehmenden auf dem Clubgelände ein, um ihre schnellen Einmannjollen mit Trapez aufzubauen und für die notwendige Vermessung vorzubereiten. Am Tag darauf konnten bei perfekten Bedingungen zwischen 10 und 18 Knoten vier Wettfahrten auf einem klassischen olympischen Dreieckskurs (Dreieck-Diagonale-Ziel) gesegelt werden.

Am darauffolgenden Tag der Deutschen Einheit verbrachten die Teilnehmenden in der Hoffnung auf Wind viele Stunden auf dem Wasser und konnten dabei das beeindruckende Alpenpanorama genießen. Doch der Wind konnte sich auch im Verlauf des Tages nicht durchsetzen, sodass die Flotte unverrichteter Dinge wieder in den Hafen zurücksegeln musste.

Drei Jollen mit weißen Segeln die vom Sonnenlicht angestrahlt werden.
Auf dem Ammersee herrschten erst milde Segelbedingungen, nach dem 3. Oktober nahmen die Böen zu und der erste Herbststurm kündigte sich an. © Kevin Pekarek

„Um Körper und Geist nach den kalten Stunden auf dem Wasser zu regenerieren, wurde kurzerhand eine mobile Fasssauna organisiert – eine willkommene Wärmequelle und geselliges Highlight zugleich“, berichtet Werner Rohrmoser. „Dazu gab es im Club-Casino Freibier und gegrillte Hähnchen.“

Ganz anders dagegen das Wetterszenario am Samstag: Am Vormittag waren bei milden Bedingungen zwischen acht und elf Knoten drei Wettfahrten möglich, danach frischte es kräftig auf. Böen bis zu 28 Knoten machten den Seglerinnen und Seglern die Rückkehr in den sicheren Hafen schwer. „Es war bewundernswert, wie sich die Steuerleute der Contender-Familie gegenseitig geholfen haben. Noch frische Steuerleute wurden von den Rettungsbooten zu den gekenterten Schiffen gebracht und haben diese dann aufgerichtet und in den Hafen zurück gebracht“, erzählt Werner Rohrmoser. Ein traditioneller bayerischer Abend sorgte für einen stimmungsvollen Ausklang des turbulenten Tages. Die Seglerinnen und Segler genossen die Gastfreundschaft des ausrichtenden Vereins und blieben bis nach Mitternacht.

Ein Mann segelt auf einer Jolle für eine Person, die Jolle hat die Segelnummer 2780.
Max Billerbeck segelte auf dem Ammersee zum vierten Meistertitel im Contender. © Kevin Pekarek

Die Sturmfront, die am Samstag ihre ersten Vorboten über den Ammersee geschickt hatte, ließ auch am Sonntag nicht nach, sodass keine weiteren Läufe mehr möglich waren und die IDM nach sieben Wettfahrten beendet wurde.

Als Internationale Deutsche Meisterin wurde Melanie Wendel vom österreichischen Segelclub Attersee ausgezeichnet, Juniorenmeister wurde David Holzmann vom Segelclub Handwerk Plauen. Im Anschluss bedankte sich die Klassenvereinigung der Contender sehr herzlich beim gastgebenden DSC und lobte neben der guten Durchführung der Wettfahrten vor allem die große Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die das lange Segelwochenende in Bayern zu einem besonderen Erlebnis für alle Teilnehmenden machte.

„Am Anfang war ich skeptisch, ob der Ammersee für uns genug Wind bietet“, sagt Max Billerbeck. „Aber das Revier war wirklich gut – man muss sich halt darauf einstellen, dass aus dem Nichts Böen und Dreher kommen. Die ganze IDM war eine richtig runde Sache, und der lange Weg hat sich gelohnt.“

Drei Männer aus einem Podest, der mittlere hält einen Preis in Form eines Buddelschiffs in die Höhe.
Max Billerbeck wurde am Ammersee als deutscher Meister gefeiert, auf den zweiten Rang kam Christoph Engels, auf den dritten Markus Maisenbacher. An der IDM nahmen Seglerinnen und Segler aus vier Nationen teil. © Kevin Pekarek

Max Billerbeck, der als Bootsbaumeister in Elmshorn arbeitet, segelt auf einem selbstgebauten Contender, der als Prototyp für weitere Jollen aus seiner Werft dient. Im kommenden Jahr plant er wieder die Teilnahme an der Weltmeisterschaft der Contender, die im Juli im niederländischen Medemblik stattfindet. Bei der diesjährigen WM auf dem Gardasee mit 168 Meldungen kam der Weltmeister von 2019 als bester Deutscher auf den zehnten Rang.

Alle Ergebnisse sind auf Manage2Sail zusammengefasst.