Lokalmatadoren gewinnen IDM der J/70 auf dem Wannsee

Mehrere Regattayachten vom Typ J/70 auf dem sogenannten Kreuzkurs, das heißt der Wind kommt von vorne
Die Meisterschaft der J/70 auf dem Wannsee erforderte von den Crews viele Manöver und insbesondere auf der Kreuz viele Wendeduelle. © BYC

Das Team des Berliner Yacht-Clubs (BYC) mit Steuermann Philipp Bruhns hat nach elf spannenden Wettfahrten zum ersten Mal die Deutsche Meisterschaft der J/70 gewonnen. Auf den zweiten und dritten Rang kamen punktgleich die Teams des Mühlenberger Segel-Clubs (MSC) und des Norddeutschen Regatta Vereins (NRV). Bei der IDM waren zahlreiche eingespielte Teams der Segel-Bundesliga am Start.

„Für uns und den Verein, der sich seit Jahren sehr stark für die J/70-Klasse und das Ligasegeln engagiert, ist der Gewinn der Meisterschaft etwas ganz Besonderes“, freut sich Steuermann Philipp Bruhns. „In der Crewkonstellation, in der wir nun die Meisterschaft gewonnen haben, segeln wir seit fast 15 Jahren zusammen. Unser Vereinsboot ist 13 Jahre alt und wird nahezu täglich gesegelt. Für alle, die das J/70-Projekt im BYC vorangetrieben und begleitet haben, ist dieser Sieg ein ganz besonderer Erfolg.“

Erst im Verlauf der Meisterschaft, die vom 9. bis 11. Oktober stattfand, gelang es den drei deutschen Teams auf dem Podium, das schwedische Team um Magnus Ullman von den Spitzenrängen zu verdrängen. „Am letzten Tag hat der MSC mit Steuermann Till Krüger das Rennen um die Meisterschaft mit zwei ersten Plätzen in Folge noch einmal richtig eng gemacht“, berichtet Philipp Bruhns über die Spannung zum Ende der Regatta. „Wir haben mit einem knappen Vorsprung von drei Punkten gewonnen und konnten vor allem von unseren konstanten Ergebnissen profitieren.“

Diese Konstanz und vor allem die große Erfahrung mit der J/70 sind für ihn der entscheidende Erfolgsfaktor – dazu komme eine Portion „Wannsee-Wissen“: „Gerade auf der linken Seite, wo man dicht unter Land fährt, hilft es, wenn man eine gute Revierkenntnis hat und konsequent jeden Winddreher mitnimmt“, erklärt Philipp Bruhns. „Wir hatten während der Regatta sehr gleichbleibende Windverhältnisse, dennoch waren die Wettfahrten sehr manöverintensiv, mit vielen Kreuzduellen und oft dem Ruf ‚Raum – Land!‘“

Zwei orangefarbene Bahnmarken auf einer Regatta die von mehreren weißen Booten vom Typ J/70 gerundet werden.
Das Team des MSC mit der Segelnummer 929 konnte bei der IDM J/70 vier Wettfahrten gewinnen. © BYC

Für viele Team, die vor allem an Liga-Wettfahrten mit nur sechs Booten pro Start gewöhnt sind, war insbesondere die lange Startlinie mit 42 Booten ungewohnt – ebenso die deutlich längeren Kurse. Nachdem die Meisterschaft am ersten Tag mit rund neun Knoten und mildem Herbstwetter begonnen hatte, nahm der Wind am Freitag zu, dazu setzte ein leichter Nieselregen ein. Am letzten Tag zeigte sich der Wannsee bei mittleren Winden und bestem Segelwetter noch einmal als gutes Regatta- und Segelrevier.

Die Siegerehrung fand am Samstag im festlichen Rahmen zusammen mit den Teilnehmenden des parallel stattfindenden traditionellen Senatspreises statt. Neben den deutschen Teams nahmen Crews aus Schweden, Dänemark, den Niederlanden und Polen an der Meisterschaft teil. Rund 30 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des BYC sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Wettfahrten auf dem Wasser und eine gute Organisation an Land.

Drei Regattayachten vom Typ J/70, zwei kommen aus Deutschland, eine aus Polen.
Bis zur letzten Wettfahrt war das Rennen um die Meisterschaft der J/70 offen. Mit drei Punkten Vorsprung siegte das Team des BYC (GER 76) vor dem MSC-Team mit der Segelnummer 929. © BYC

Für den Verein war die IDM der J/70 die letzte große Regatta des Jahres vor dem Finale der Segel-Bundesliga am 30. und 31. Oktober. Zahlreiche Teams, die gerade an der IDM teilgenommen haben, werden dann bei der Meisterschaft der Vereine erneut gegeneinander antreten.

Alle Ergebnisse der IDM der J/70 sind auf Manage2Sail veröffentlicht.