Sophie Menke (Seglervereinigung Hüde) und Simon Hüllenkremer (Stuttgarter Segel-Club) sind die Deutsche Meisterin und der Deutsche Meister in der Europe-Klasse 2025. Auf der Müritz setzten sie sich nach sechs Wettfahrten mit zwei beziehungsweise vier Punkten Vorsprung gegen die Konkurrenz durch.
Die 92 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebten bei der vom Röbeler Segler-Verein Müritz ausgerichteten Meisterschaft ein breites Wetterspektrum von Leichtwind bis Sturm, das die Nerven auf eine harte Probe stellte und viel Wartezeit an Land erforderte.
Am ersten Tag konnte mangels Wind nicht gesegelt werden, am zweiten Tag setzte sich im Tagesverlauf ein leichter bis mäßiger Wind durch. Das Wettfahrtleiterteam um Heino Leja und Dirk Köhn nutzte die Gelegenheit und schöpfte das Windfenster optimal aus: Bei den Herren und Damen wurden vier Wettfahrten sowie bei den Masters drei Wettfahrten gesegelt – damit war die Meisterschaft bereits gesichert.
Am dritten Tag sorgten starker Regen und Sturm erneut für eine längere Zwangspause an Land. Nach rund drei Stunden Warten ging es schließlich doch noch aufs Wasser: Bei 12 bis 15 Knoten Wind konnten alle drei Felder zwei weitere Rennen absolvieren.
Mit nur zehn Punkten wurde Sophie Menke zum dritten Mal nach 2020 und 2023 Deutsche Meisterin. Neben ihr auf dem Treppchen standen Vizemeisterin Marisa Roch (Kieler Yacht-Club) und Fabienne Oster (Neustädter Seglerverein) auf Rang drei.

Zuvor war Sophie Menke im Jugend- bzw. Juniorenbereich mehrfach Deutsche Meisterin. Die Seglerin vom Dümmer ist auch international sehr erfolgreich: 2021 wurde sie Jugend-Europameisterin, 2023 und 2025 holte sie jeweils die Bronzemedaille bei der WM.
„Ich trainiere die Saison über am Dümmer See im Europe-Team Niedersachsen. Steht kein Training an, sind wir bei vielen Europe-Regatten überall in Deutschland und international unterwegs. Besonders die große Europe-Regatta über Ostern am Gardasee sowie das anschließende Trainingslager bereiten einen gut auf die anstehenden Saisonhöhepunkte vor“, berichtet Sophie Menke, die parallel zu ihren eigenen Segelambitionen ihre Ausbildung zur Wettfahrtleiterin macht.
Bei den Herren siegte Simon Hüllenkremer vor Martin Kotte (Röbeler Segler-Verein Müritz), der auf seinem Heimatrevier Vizemeister wurde und Niklas Dahm (Segler-Club Dümmer) auf Rang drei. In der Wertung der German Masters belegte Anne Marung (Bautzener Segel-Club) vor Ralf Radoschofski (Röbeler Segler-Verein Müritz) und Fabian Pyka (RSVM) den ersten Platz.

Simon Hüllenkremer, der für seinen Stuttgarter Heimatverein startet, aber in Berlin lebt und trainiert, konnte seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. „Dies ist mein dritter Meistertitel. 2019 wurde ich Jugendmeister und 2024 Deutscher Meister der Herren“, sagt er und erklärt, wie er sich auf die Meisterschaft in der ehemals olympischen Klasse vorbereitet hat. „Im Vorfeld habe ich viel Athletiktraining gemacht und trainiere seit diesem Jahr in der Trainingsgruppe am Tegeler See. Außerdem hatte ich vor der WM, die Anfang August stattfand, ein sehr gutes Training, das mein Bootsgefühl noch einmal verbessert hat.“
Die Müritz kam bei allen Teilnehmenden sehr gut an. „Das Revier war sehr schön zu segeln, mit einer kurzen, aber steilen Welle und für einen See recht gleichmäßigem Wind“, sagt Simon Hüllenkremer.
Auch Sophie Menke zeigt sich begeistert: „Ich war das letzte Mal vor über zehn Jahren zu einer Opti-Regatta an der Müritz. Damals hat es mir schon gut gefallen, und dieser Eindruck hat sich bestätigt. Die Segelbedingungen sind super.“
Besonders hebt sie die Leistung des ausrichtenden Vereins hervor. Die Meisterschaft war gut organisiert und an Land wurde ein großes Programm mit Livemusik, Championship Dinner und vielen Gemeinschaftsaktionen geboten. „Dazu gab es bei der Siegerehrung individuelle Preise für jeden Teilnehmer“, sagt Sophie Menke. „Eine Meisterschaft, die definitiv in Erinnerung bleibt – und ein Verein, zu dem man gerne wiederkommt.“
Für die kommende Saison hat sich die 23-jährige Seglerin große Ziele gesetzt: „Im nächsten Jahr möchte ich den Deutschen Juniorenmeistertitel noch einmal zu gewinnen. Ein Traum wäre, mich bei den Weltmeisterschaften in den nächsten Jahren noch einmal zu verbessern und vielleicht mehr als Bronze zu gewinnen.“
Die WM 2026 findet in Gdansk statt, auch Simon Hüllenkremer wird dabei sein. „Mein nächstes, vielleicht etwas hochgestecktes Ziel ist es, dort eine Medaille zu holen“, sagt er mit Blick auf die seglerischen Herausforderungen der kommenden Saison.
Alle Ergebnisse sind auf Manage2Sail veröffentlicht.