Bei strahlendem Frühlingswetter fand am ersten Märzwochenende das 26. Jugendseglertreffen im brandenburgischen Blossin statt. Rund 150 aktive Seglerinnen und Segler aus dem gesamten Bundesgebiet kamen zusammen, um über die Zukunft ihres Sports zu diskutieren, sich über aktuelle Projekte der Seglerjugend zu informieren, gemeinsame Positionen abzustimmen und sich zu vernetzen.
Das Jugendbildungszentrum Blossin bot ideale Bedingungen für ein erfolgreiches Wochenende: gut ausgestattete Tagungsräume mit moderner Konferenztechnik, helle Seminarräume, gemütliche Unterkünfte – und das alles direkt am Ufer des Wolziger Sees. Das abwechslungsreiche Programm beinhaltete einen gelungenen Mix aus Action, Arbeits- und Gremiensitzungen sowie gemeinsamer Zeit zum Kennenlernen und Vernetzen.
Bereits vor Beginn des offiziellen Programms trafen sich die Junioren- und Jugendsprecherteams am Freitagabend. In ihrer Arbeitssitzung formulierten sie zahlreiche Ziele und Ideen, mit denen es gelingen soll, neue Ehrenamtliche zu gewinnen, zusätzliche Gruppen anzusprechen und die Bindung junger Mitglieder an den Segelsport auch nach Abschluss der Schullaufbahn langfristig zu sichern.
Aus diesem Austausch entstand ein konkreter Forderungskatalog, der unter anderem die Ausweitung von Fort- und Weiterbildungen für Trainerinnen und Trainer vorsieht – von Social-Media- und Office-Schulungen über Bootsbau und Theorietraining bis hin zu praxisnahen Tipps für das Training auf dem Wasser. Gleichzeitig wurde deutlich, wie groß die Herausforderung ist, ehrenamtliches, regelmäßiges Engagement mit schulischen oder universitären Zeitplänen zu vereinbaren.
Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeitssitzung der jugendlichen Leitungsgremien lag zudem auf der Ausweitung inklusiver Angebote im Jugendbereich, um Segeln für alle jungen Menschen noch zugänglicher zu machen und weiter auszubauen.
Auftakt mit spannenden Vorträgen
Bei der offiziellen Eröffnung des Jugendseglertreffens sagte DSV-Vizepräsident und Jugendobmann Jonathan Koch in seiner Auftaktrede: „Das Jugendseglertreffen ist wie ein kleiner Seglertag: Hier kommen alle zusammen, die sich für die Zukunft des deutschen Segelsports und die nächste Generation engagieren – Vertreterinnen und Vertreter der Seglerjugend, des Juniorteams, der Landesseglerverbände und der Vereine.“
Besonders begrüßte er seine beiden Vorgänger im Amt, Wolfgang Wagner und Timo Haß, die das Amt des Jugendobmanns über viele Jahre mit großem Engagement und Weitblick geprägt haben und der Seglerjugend weiterhin eng verbunden sind. Jonathan Koch überreichte ihnen die ersten beiden Plüschexemplare des Seglerjugend-Maskottchens „Skippi“.

DSV-Präsidentin Mona Küppers, die das gesamte Jugendseglertreffen vor Ort begleitete, hob in ihrem Grußwort die Bedeutung der Veranstaltung für die Zukunft des deutschen Segelsports hervor: „Ganz gleich, aus welchem Landesseglerverband oder Verein ihr kommt: Ihr alle steht für die nächste Generation des deutschen Segelsports. Für eine Generation, die sich einbringen und Verantwortung übernehmen will, die mitgestaltet, statt nur zuzuschauen, die Lust hat, zu organisieren, Neues zu entwickeln und gemeinsam Ideen und Projekte voranzubringen.“
Aus drei Fachvorträgen konnten die Jugendlichen am Samstag jeweils zwei von drei Angeboten wählen. Dabei stand nicht nur das Zuhören im Vordergrund, sondern auch der aktive Austausch – etwa über Hindernisse auf dem Weg ins Ehrenamt. Die Perspektiven und Erfahrungen der jungen Seglerinnen und Segler waren ausdrücklich gefragt und flossen direkt in die Diskussionen ein.
Den Auftakt bildete der Impulsvortrag von Jan Müller zum Thema Ehrenamt und Profession im Segelsport. Er machte deutlich, wie wichtig es sei, alle mit dem Segelvirus zu infizieren und bleibende Erinnerungen zu schaffen. Der erfolgreiche Trainer betonte weiter, dass für eine lebenslange Leidenschaft Teamwork, Zusammenhalt und Engagement auf allen Ebenen gebrauchtwerde, gleichzeitig aber der Spaß am Segeln nie zu kurz kommen dürfe.
Fachlich spannte der Tag einen breiten Bogen von sehr kleinen bis zu sehr großen Booten: Lukas Greten führte die Teilnehmenden in die Welt der RC-Yachten ein und erläuterte Theorie und Technik der ferngesteuerten Boote. Praktische Demonstrationen auf dem Wasser mussten allerdings wegen der noch geschlossenen Eisschicht auf dem See ausfallen.

Danach standen große Schiffe im Fokus: Laurids von Emden und Jan Doyé von der Segelgruppe Störtebeker des HVS berichteten über die Faszination des Hochseesegelns und die Herausforderungen eines überwiegend selbstverwalteten Vereins. Für die Jugendlichen bot der Vortrag wertvolle Einblicke, wie der Sprung von Jollen und Kielbooten auf große Regattayachten gelingen kann.
Ein weiteres zentrales Thema war das Mentaltraining im Segelsport. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden, wie sich entsprechende Ansätze nicht nur auf dem Wasser, sondern auch im Alltag umsetzen lassen.
Für die Turning Point Stiftung, die sich für Inklusion durch den Segelsport engagiert und Menschen mit Beeinträchtigungen den Zugang zum Segeln ermöglicht, waren Julia Woehl und Mateo Alava-Hilgert in Blossin zu Gast. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und sich ausführlich über die Arbeit der Stiftung sowie über ihre Angebote zu informieren.
Party unter dem Motto „Deckel drauf“
Am Abend sorgten der Verband Brandenburgischer Segler und das Juniorteam der Seglerjugend für eine fröhliche Party unter dem Motto „Deckel drauf“. Der Kreativität bei der Auswahl und Gestaltung von Kopfbedeckungen waren keine Grenzen gesetzt, so dass schon der Anblick der „behüteten“ Teilnehmenden für ausgelassene Stimmung und viel Gelächter sorgte. Von Schiffermützen über fantasievolle Eigenkreationen bis hin zu humorvollen Aluhüten war alles vertreten. Ein DJ heizte den Gästen ein und begeisterte zusätzlich mit Saxophon-Einlagen. Innerhalb kürzester Zeit war die Tanzfläche voll – und das blieb sie auch bis zum Ende der Party. Im Rahmen des fröhlichen Abends wurden auch die Gewinnerinnen und Gewinner des Juniorteam Action Bound verkündet, die sich seit Freitagabend fleißig an dem Contest beteiligt hatten.

Im parlamentarischen Teil des Jugendseglertreffens am zweiten Tag wurden die Haushalte für die Jahre 2023, 2024 und 2025 genehmigt sowie die Etats für 2027 und 2028 beschlossen. Zudem wurde der Jugendsegelausschuss entlastet.
Für Unterhaltung und ein wenig Auflockerung sorgte die Preisvergabe für die Gewinner der Foto-Challenge vom Vorabend. Im Rahmen der Abendveranstaltung wurden kleine Aufgaben mit Fotobeweisen umgesetzt, deren Gewinner am Sonntag geehrt wurden.
Zum Abschluss zog Jonathan Koch ein positives Fazit des ersten von ihm durchgeführten Jugendseglertages: „Ich habe euch in diesen Tagen als eine optimistische, fröhliche und teamorientierte Gemeinschaft erlebt. Eine Gemeinschaft, die konstruktiv diskutiert, Verantwortung übernimmt und Lust hat, etwas zu bewegen.“ Er betonte, auch künftig eng, vertrauensvoll und auf Augenhöhe mit der Seglerjugend zusammenarbeiten zu wollen.
Das nächste Jugendseglertreffen findet vom 4. bis 6. Februar 2028 in Frankfurt statt.