Inklusion: Gelungene WM und Empfehlung für die Paralympics

Sechs Menschen haben sich zu einem Gruppenfoto zusammengestellt. Vorne sitzen ein Mann und eine Frau im Rollstuhl, die anderen stehen dahinter. Im Hintergrund ist ein Yachthafen mit Booten. Es ist hell und die Sonne scheint.
Das deutsche Team im Oman: vorne die RS Venture Connect-Segelnden Nadine Löschke und Stefan Volkmann, hinten (v.l.n.r.): Sonja Heuser (Betreuerin), Segler Jens Kroker, Trainer Christian Bittner, Physiotherapeutin Susanne Stierle. © privat

127 Aktive aus 27 Nationen segelten vom 4. bis zum 8. Dezember in Al-Mussanah im Oman um inklusive Weltmeistertitel. Die Veranstaltung war die erste gemeinsame inklusive Weltmeisterschaft für mehrere Bootsklassen unter dem Dach von World Sailing. Bei leichtem Wind um drei bis vier Knoten erreichte Jens Kroker aus Heidelberg im Ein-Personen-Kielboot, der Hansa 303, Platz sechs. Nadine Löschke (Norddeutscher Regatta Verein) und Stefan Volkmann vom Verein Seglerhaus am Wannsee beendeten die WM in der RS Venture Connect (Zwei-Personen-Kielboot) als 22.

Die inklusiven Weltmeisterschaften im Oman waren etwas Besonderes: In vier international anerkannten Bootsklassen gingen dort zum ersten Mal im Rahmen einer World-Sailing-Veranstaltung Segelnde mit und ohne Handicap gemeinsam an den Start. Sportlerinnen und Sportler mit einer Seheinschränkung segelten in der FarEast 28R um den Titel, Menschen mit einem geistigen Handicap im ILCA 6, Segelnde mit körperlicher Einschränkung nutzten die Hansa 303 oder, wer im Team antrat, die RS Venture Connect.

Vier Bootsklassen, viele Aktive, eine begrenzte Anzahl an Booten, thermischer Wind, der erst zwischen 11 und 12 Uhr ausreichend aufbriste und zugleich früh einsetzende Dunkelheit ab 17 Uhr – organisatorisch war die WM eine Herausforderung. „Insgesamt haben wir hier aber eine professionell organisierte und tolle Veranstaltung mit guten Bedingungen an Land und auf dem Wasser erlebt“, sagt Jens Kroker, der bereits weltweit Regatten gesegelt ist und viele Vergleichsmöglichkeiten hat.

Mit der inklusiven Weltmeisterschaft wurde erneut demonstriert, dass der Segelsport einmalig ist, um fairen Wettbewerb selbst bei unterschiedlichsten Einschränkungen zu gewährleisten. World Sailing untermauert damit, dass Segeln wieder Teil der paralympischen Sportarten sein sollte. Am 15. Dezember 2025 reicht der Internationale Verband die Bewerbung für die Paralympischen Spiele 2032 in Brisbane (Australien) beim Internationalen Paralympischen Komitee ein. Eine Entscheidung ist in einem Jahr zu erwarten.

Der Segler Jens Kroker ist mit seinem sechsten Rang „soweit zufrieden, auch wenn es hätte besser laufen können“. Die leichten Winde und einige Fehler wie zum Beispiel leicht missglückte Starts verhinderten für den mit knapp 80 Kilogramm eher schweren Segler in seiner Klasse eine bessere Platzierung. „Man muss aber auch sagen: Hier waren alle hochkarätigen Hansa-303-Segler am Start. Teilweise lieferten wir uns spannende Matchraces.“ Den Titel gewann  der Brite Rory McKinna.

Ein Segler bedient die Schoten in seinem Boot. das Boot ist weiß, die Segel sind türkisfarben, das Wasser leuchtet dunkelbau.
Jens Kroker erreichte bei der Inklusiven WM im Oman in der Hansa 303 Rang sechs in einem hochkarätig besetzten Feld. © Oman Sail

Die RS Venture Connect von Nadine Löschke aus Hamburg und dem Berliner Stefan Volkmann verfing sich gleich im ersten Rennen in einem Krabbenkorb und musste von einem Taucher freigeschnitten werden. „Unter dem Eindruck dieses Erlebnisses lief es zunächst nicht so richtig gut“, sagt Nadine Löschke, die erst seit dieser Saison mit Stefan Volkmann segelt. Doch die beiden verbesserten sich kontinuierlich und landeten nach einem zweiten Platz im letzten Rennen insgesamt auf Platz 22 von 30 Teams. Piotr Chichocki und Olga Gornas-Grudzien aus Polen wurden Weltmeister.

Alle Ergebnisse für Hansa 303, RS Venture Connect und ILCA 6 finden Sie bei Manage2Sail, die Ergebnisse für die FarEast 28R hier.