Moritz Schleicher vom SVW Burghausen/Bayerischer Yacht-Club ist U17-Weltmeister iQFOiL Youth & Junior. Bei Temperaturen um die 40 Grad an der spanischen Costa Brava und wenig Wind setzte sich der 15-jährige Windsurfer aus der deutschen Jugendnationalmannschaft in den Grand Finals klar gegen den Zweitplatzierten Italiener Luca Pacchiotti und Frantisek Burda aus Tschechien durch. Zur World Championship waren rund 400 Athletinnen und Athleten aus 36 Nationen nach Sant Pere Pescador in den Balena Alegre Club gereist.

Die Bedingungen in Spanien waren herausfordernd: Stundenlanges Warten auf ausreichenden Wind, auf dem Wasser oder bei Temperaturen um die 40 Grad an Land, Startversuche und Rennabbrüche verlangten den Windsurferinnen und Windsurfern viel ab. Nur am ersten und letzten WM-Tag in den Grand Finals gab es ausreichend Wind um zehn bis zwölf Knoten für Up-Wind-Sprint-Rennen. „Ansonsten sind wir Slalom Down-Wind-Kurse gesurft“, sagt der frisch gekürte Weltmeister Moritz Schleicher. „Es war eine super Woche für mich, ich bin auch mit wenig Wind zurechtgekommen, war konstant unterwegs und konnte meine Konzentration gut halten.“
Platzierungen zwischen den Positionen eins und drei wechselten für Moritz Schleicher, in die Grand Finals startete er ebenso wie der Italiener Luca Pachiotti mit einem Punkt Vorgabe auf die beiden weiteren Qualifizierten Frantisek Burda und Gonzalo Ruiz Mendes (Spanien). „Ich habe dann einen guten Start hingelegt, war schon knapp vorne an der ersten Tonne … und bin jetzt einfach nur happy.“
Mit dem Tschechen Frantisek Burda startete ein Freund und Trainingspartner von Moritz Schleicher mit in den Grand Finals. Die beiden trainieren seit einigen Jahren gemeinsam mit Diederik Bakker, Honorar-Trainer des Bayerischen Segler Verbands. „Ich habe den Jungs gesagt: Helft euch gegenseitig, ihr schafft das!“ Gesagt, getan. Platz eins und Platz drei.

10 July, 2026 © Sailing Energy
Moritz Schleicher und seine Schwester Emma sind an der Küste Griechenlands bei Athen aufgewachsen, haben dort ihre Leidenschaft für das Windsurfen entdeckt und beinahe täglich auf dem Wasser trainiert. Mit Erfolg: Nach WM- und EM-Titeln (U13) auf dem Techno293 war Moritz Schleicher 2023 auf das iQFOiL-Board umgestiegen und setzte dort seine Serie mit dem U15-Welt- und Europameistertitel fort. Vor knapp einem Jahr kehrte die Familie nach Erding bei München zurück.
„Und jetzt der U17-WM-Titel – das zeigt die Klasse von Moritz“, sagt Diederick Bakker, der seit mehr als drei Jahren mit dem Nachwuchsathleten trainiert. „Moritz ist realistisch, fokussiert, talentiert, willensstark und ehrgeizig.“ Die Weltmeisterschaft in Spanien bedeutete für den 15-Jährigen der Saison-Höhepunkt, auf den er professionell hingearbeitet hat: Trainingslager am Garda See, viele Stunden auf dem Wasser, auf dem Fahrrad, an den Kraftgeräten und „parallel immer wieder am Schreibtisch für die schulischen Pflichten“, sagt Diederik Bakker.
Bei den iQFOil-Games in Cadiz in der ersten Jahreshälfte 2026 hatte Moritz Schleicher mit taktischen Problemen zu kämpfen – „das haben wir dann gemeinsam analysiert und intensiv trainiert“, beschreibt der Trainer seinen Athleten weiter. „Da ist Moritz ganz klar und selbstkritisch, er packt das Problem an und will es lösen“.
Nach der EM Wechsel in die U19-Altersgruppe
Ende 2026 steht noch die Europameisterschaft auf dem Plan, dann gibt es für den Moritz Schleicher den Wechsel in die U19-Altersgruppe. „Ich trainiere immer schon mal mit dem größeren Rigg und freue mich auf die nächsten Herausforderungen“, sagt er.
„Step by step wird er seinen Weg gehen“, ist Diederik Bakker überzeugt. „Moritz bringt alles mit, um einer der ganz Großen zu werden, aber: Schritt für Schritt, bitte!“
Gemeinsam mit dem bayerischen Trainer und Windsurfer Max Körner betreute Diedrik Bakker in Spanien weitere deutsche Athletinnen und Athleten. Unter anderem wurde Julian Ahrens vom Surf Club Kiel in der U17-Wertung 44., Vereinskollege Karl Matysik 54., Felix Mann (Schweriner Yacht-Club) 59., und Fritz Grünbaum aus Kühlungsborn landetet auf Rang 66 von 111 Startern. In der U17-Wertung weiblich platzierte sich Lena Schmäh (Nordwind Wassersport) auf Rang 51, Leni Kuttruff (Lindauer Segelclub) wurde 54. Bester deutscher U19-Windsurfer: Matti Winkler vom Chiemsee Yacht Club auf Platz 63.
Alle Ergebnisse und weitere deutsche Platzierungen sind auf der Eventseite.