Premiere geglückt: Das war der erste DSV-Törn (Geschwaderfahrt)

Viele Segler in weißen Poloshirts auf einem Steg
Am ersten DSV-Törn über Pfingsten 2025 nahmen rund 50 Seglerinnen und Segler mit elf Yachten teil. © DSV

Mit großer Begeisterung und vielen intensiven Segelerlebnissen kehrten die Teilnehmenden des ersten DSV-Törns nach Pfingsten zurück nach Kiel und in ihre Heimathäfen. Hinter ihnen lagen erlebnisreiche Tage auf dem Weg nach Helgoland zur Nordseewoche – und zurück.

„Wir hatten gehofft, dass unser Konzept gut ankommt – aber mit so viel Begeisterung hatten wir nicht gerechnet“, resümiert Rainer Tatenhorst, Leiter der Abteilung Fahrten- und Freizeitsegeln des DSV. „Trotz Sturmböen und viel Regen hatten alle große Freude – auf See, in den Häfen und auf Helgoland.“

Start in Kiel-Schilksee

Erstes Treffen war am DSV-Bundesstützpunkt in Kiel-Schilksee. Bundesstützpunktleiter Moritz Klingenberg führte die Gäste durch die Schulungsräume, das DSV-Gym und die große Bootshalle, in der die Jollen und Boards des German Sailing Teams untergebracht sind.

Nachdem jede Crew für sich eine individuelle Sicherheitseinweisung vorgenommen hatte, stach die Flotte am folgenden Tag bei recht norddeutschem Wetter in See. In Holtenau passierten die Yachten die Schleuse in den Nord-Ostsee-Kanal – immer gut erkennbar durch ihre großen DSV-Flaggen am Vorstag. Die Kommunikation innerhalb der Gruppe erfolgte über WhatsApp, auf dem Wasser nutzten die Crews die offiziellen Funkkanäle für die Schleusen und Häfen sowie Kanal 16 in Hörbereitschaft.

Ein Mann mit Cap erklärt eine Seekarte.
Jeden Abend erklärte Rainer Tatenhorst den Kurs für den nächsten Tag. © DSV

Tägliches Briefing und fachlicher Austausch

Jeden Vorabend wurden bei kurzen Briefings Strecke, Wetter, Wind, Tide und navigatorische Besonderheiten besprochen. Rainer Tatenhorst und sein Team vermittelten im Vorfeld wertvolles Wissen zur Tidenberechnung und Navigation im anspruchsvollen Revier der Nordsee. DSV-Fahrten- und Freizeitsegelexperte Andreas Vornefeld, selbst erfahrener Segler und Segellehrer, gab unterwegs praxisnahe Tipps – unter anderem bei dem ersten Schleusenmanöver in Holtenau, das er spontan direkt an Bord einer der Yachten begleitete.

Eine Yacht fährt durch den Nord-Ostseekanal mit Blick auf die Brücke in Rendsburg.
Die Tour durch den Nord-Ostseekanal führt unter der markanten Brücke in Rendsburg hindurch. © DSV

Gemeinschaft an Bord und an Land

„Die Stimmung zwischen den Teams war von Beginn an von Freundschaft und Teamgeist geprägt“, so Tatenhorst. Abends saßen die Crewmitgliedergemeinsam an Land oder in den Cockpits zusammen, wie es Fahrten- und Freizeitseglerinnen und -segler lieben. In Rendsburg wurde gegrillt, und die Flaggen mit dem Aufdruck „DSV Geschwaderfahrt 2025“ zeigten immer, wo sich die rund 50 Teilnehmenden gerade aufhielten.

Von Cuxhaven nach Helgoland – rechtzeitig vor dem Sturm

Nach dem Motorabschnitt bis Brunsbüttel ging es unter Segeln nach Cuxhaven. DSV-Vizepräsident Claus Funk, der an Bord der „Cansas“ mitsegelte, überzeugte dort als seefester Smutje mit liebevoll belegten Schnittchen.

Von Cuxhaven segelten die Yachten dann bereits am Donnerstag vor Pfingsten über die Nordsee nach Helgoland. Die Flotte machte sicher und entspannt im Südhafen fest – rechtzeitig, bevor am Freitag das angekündigte Sturmtief die Insel traf. „Als der ‚Blanke Hans‘ am nächsten Tag alle Register zog, unternahmen wir einen Ausflug auf die Düne und bestaunten die vielen Kegelrobben“, berichtet Rainer Tatenhorst. „Am Folgetag haben wir an einer Inselführung teilgenommen.“

Eine Yacht auf der Nordsee vor einem großen Containerschiff.
In der verkehrsreichen Elbmündung vor Cuxhaven sind viele Containerschiffe unterwegs. © DSV

Regatta-Highlight am Pfingstsonntag

Den Höhepunkt bildete die Teilnahme an der traditionsreichen Regatta Rund Helgoland, die in diesem Jahr ihr 100. Jubiläum feierte. Die DSV-Yachten traten in einer eigenen Wertungsgruppe an und segelten bei sportlichen Bedingungen, einem frischen Wind aus West, eine Acht um die Hochseeinsel und die vorgelagerte Düne.

Berechnet schnellstes Schiff war die Dehler 38 C „Sporthotel“ von Kalle Dehler (Segelsport Flensburg-Harrislee), gefolgt vom Team der DSV-Abteilung Fahrten- und Freizeitsegeln mit Skipper Rainer Tatenhorst auf der Norlin 37 „Cansas“. Platz drei belegte Karl-Heinz Acker (Yachtsport-Club Deutschland) mit seiner Crew auf „Kallisto“.

Eine Regattayacht vor Helgoland.
Kalle Dehler nahm mit seiner D38c „Sporthotel“ an der Regatta rund um Helgoland teil und siegte in der Wertung für die Teilnehmenden des ersten DSV-Törns. © Hinrich Franck

„Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des DSV-Törns hatten viel Spaß an der Regatta. Die Manöverkritik fiel entsprechend positiv aus, mit dem Fazit: Das machen wir wieder!“, sagt Rainer Tatenhorst.

„Der Törn war ein besonders schönes Erlebnis. Es sind viele Freundschaften entstanden.“, sagt DSV Vizepräsident Claus Funk rückblickend. „Wind, Wetter und Navigation haben die Tage zu einem sportlichen Erlebnis gemacht. Der Höhepunkt war zweifelsohne die Regatta Rund Helgoland, bei der wir auf den zweiten Platz kamen. In der Summe einfach ‚Hammer guat‘.“

Rückreise bei frischem Wind

Am Pfingstmontag trat die DSV-Flotte bei auflaufendem Wasser und Windstärken zwischen fünf und sechs Beaufort die Rückreise über Cuxhaven nach Brunsbüttel an. Von dort ging es weiter in die jeweiligen Heimathäfen.

Siegerehrung für eine Crew
Die Crew der SY Cansas kam in der Wertung für die Flotte des ersten DSV-Törns bei der Regatta Capitell Cup rund Helgoland auf den zweiten Rang. Zur Crew gehörten (v. l. n. r.): DSV-Vizepräsident Claus Funk, Niklas Funk, DSV-Obfrau Fahrtensegeln Urte Klenke, Andreas Vornefeld und Rainer Tatenhorst, Abteilung Fahrten- und Freizeitsegeln. Der Preis wurde übergeben von DSV-Präsidentin Mona Küppers. © Hinrich Franck

Während der gesamten Reise berichtete der DSV regelmäßig auf Instagram und Facebook. „Es ist großartig zu sehen, wie viele Menschen unsere Reise online verfolgt haben“, freut sich Rainer Tatenhorst. Unter den Highlights sind auf dem Instagram-Kanal @deutschersegerverband die täglichen Videos vom Törn weiterhin zu sehen.

Ausblick auf 2026

Im kommenden Jahr wird – dann (nur noch) unter dem neuen Namen „DSV-Törn“ – eine zweite gemeinsame Segelveranstaltung stattfinden. Wieder als lockeres, fröhliches Miteinander für Fahrten- und Freizeitseglerinnen und -segler, mit viel Segelspaß, Gemeinschaft und Abenteuer. Geplant ist, unter dem Stander des DSV, ein Törn zur 88. Warnemünder Woche. Highlight wird zum Abschluss eine eigene Regatta (mit Regattaparty) von Warnemünde nach Kühlungsborn sein.