100 Jahre Segler-Vereinigung Cuxhaven: Immer groß denken und handeln

Einige Yachten segeln mit weißen und bunten segeln auf dem Fluss Elbe. Die Sonne scheint, das Wasser glitzert.
Die Mitglieder der SV Cuxhaven eint die Liebe zum Fahrtensegeln, hier auf der Elbe. © SVC

Seit einem Jahrhundert gibt es die Segler-Vereinigung Cuxhaven an der Elbmündung. Ein Verein, der sich von Beginn an aktiv für den Segelsport in Deutschland engagierte und in dem sich Regatta- und Fahrtensegelnde gleichermaßen zu Hause fühlen. Der Deutsche Segler-Verband gratuliert zu diesem besonderen Jubiläum und wünscht alles Gute für die Zukunft.

Wie alles bei der Segler-Vereinigung Cuxhaven begann

Ziemlich genau 100 Jahre ist es her, da entschieden einige engagierte Segler an der Elbmündung: Wir gründen einen Verein an einem strategisch wichtigen Punkt. Die Segler-Vereinigung Cuxhaven (SVC) war geboren, noch heute ist ihr Hafen einer der wichtigsten an der deutschen Nordseeküste. Denn für alle, die von See kommen, ist Cuxhaven der erste Anlaufhafen.

Den nutzte dann auch ein Jahr später kein geringerer als Kapitän Carl Kircheiß. Der erste deutsche Weltumsegler überhaupt betrat nach seiner Rückkehr 1927 zum ersten Mal erneut heimatlichen Boden in Cuxhaven, das damals noch zu Hamburg gehörte.

Kein Wunder also, dass das Hochseesegeln das Vereinsleben von Beginn an prägte. „Zum Ansegeln 1932“, sagt Vorstandssprecher Jörn Pietschke, „stachen fünf hochseetaugliche SVC-Schiffe in See“.

Dieses ist ein historisches, schwarz-weißes Foto von 1932 und zeigt drei Yachten beim Ansegeln auf der Elbe.
Ansegeln am 1. Mai 1932: Die Yachten „Seerose“, „Michel“ und Klabautermann“ verlassen den Hafen der Segler-Vereinigung Cuxhaven. © SVC

Stichwort Atlantik- und Weltumsegler: Ludwig Schlimbach , der als erster Deutscher allein unter Segeln den den Atlantik überquerte und Wilfried Erdmann, Deutschlands Rekord-Weltumsegler, machten nicht nur in Cuxhaven fest – sie sind auch Ehrenmitglieder in der SVC.

Die SVC heute: Segeln und Gemeinschaft in allen Facetten

In der Segler-Vereinigung Cuxhaven finden „eigentlich alle Segelnden das, was sie lieben“, beschreibt Jörn Pietschke den Verein. Bei jedem Wind und Wetter aufs Wasser gehen, am Schiff basteln, im Cockpit sitzen und klönen – unter den rund 550 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im SVC gibt es immer Gleichgesinnte. Auch Motorbootfahrende sind herzlich willkommen. „Bei uns gibt es alle Facetten des Wassersports.“

Fest verankert in der Vereins-DNA ist das Seesegeln. Nicht nur für viele Transatlantikregatten ist Cuxhaven heute noch attraktiver Zielhafen. Die Segler-Vereinigung Cuxhaven engagiert sich auch stark in der deutschen Regattaszene. Dazu gehören Wettfahrten auf der Elbe und im nahen Küstenbereich genauso wie die Nordseewoche – sie wären ohne die aktive Mitwirkung des SVC schwer vorstellbar. Dabei beschränkt sich der Einsatz nicht nur auf Organisation und Durchführung der Regatten: Auch auf dem Wasser sind die Segelnden des SVC regelmäßig erfolgreich.

Kiel ist die Stadt des olympischen Segelns, Cuxhaven die des Hochseesegelns. Da überrascht es nicht, dass die SVC an der Gründung von Trans Ocean maßgeblich beteiligt war. Heute hat der Verein zur Förderung des Hochseesegelns seinen Sitz mit im Gebäude der SVC-Geschäftsstelle an der Kapitän-Alexander-Straße.

Ein historisches schwarzweiß Foto zeigt eine altes Boot mit Jugendlichen darauf.
Jugendarbeit früher: das ehemalige Jugendboot HUGO ROSE der SV Cuxhaven im Yachthafen. © SVC

Quirlig geht es auch in der selbst organisierten Jugendabteilung zu. Segeltheorie im Winter, ab Frühjahr Praxis in der nahe gelegenen Grimmershörnbucht oder im Hafen, je nach Wetter und Tide – mit 21 Optis, fünf Lasern und der „Gerda M“, einer J/80, ist der Nachwuchs in der SVC gut ausgerüstet. In Eigenregie stellen die SVC-Youngsters zudem regelmäßig bundesweite Opti-Trainingscamps auf die Beine. „Da campen dann alle im Garten direkt am Yachthafen und haben jede Menge Spaß auf dem Wasser und an Land“, sagt Jörn Pietschke.

Kleine Segelboote werden von einem Boot mit Motor zum Training geschleppt.
Jugendarbeit heute: Die Optimisten der SV Cuxhaven werden in die Grimmershörnbucht zum Training geschleppt. © SVC

Ja, bei der SVC geht es viel ums sportliche Segeln, um kleine und die ganz großen Regatten. Aber im Herzen „sind wir ein Fahrtensegelverein“, so Jörn Pietschke. Gemeinsame Fahrten in die Oste nach Neuhaus, nach Glückstadt, Brunsbüttel oder Büsum, aber auch lange Törns auf die großen Meere gehören dazu. Der SVC-Stander war weltweit beinahe schon überall zu sehen.

Traditionelles Curryessen, Grünkohlessen, Adventstreffen mit Punsch, Vorträge von Vereinsmitgliedern zu spannenden Törns, Grillabende und Sommerfeste, Boulespielen auf dem Gelände und gemeinsame Arbeiten an Stegen, Hallen und den Booten gehören zum Vereinsleben selbstverständlich dazu. 

Parallel zur Vereinsgemeinschaft und dem Engagement für den Segelsport in Deutschland betreibt der Verein in seinem Yachthafen rund 40 bis 50 Gastliegeplätze. „Viele Fahrtenseglerinnen und -segler aus allen Ländern starten von hier aus ihre Törns zum Beispiel Richtung Ostsee und gen Norden, bunkern bei uns Proviant und Diesel“, sagt Jörn Pietschke. Da kommen dann in der Saison schon mal bis zu 7.000 Gäste in die Marina an der Elbmündung.

Im Hintergrund liegen Segelboote an Stegen, im Vordergrund ist ein Spielplatz für Kinder.
Der Hafen der SV Cuxhaven liegt an der Elbmündung und bietet neben Liegeplätzen für die Vereinsmitglieder viele Gastliegeplätze. © SVC

Engagement für die Umwelt – für die SVC Verpflichtung auch in der Zukunft

An der Vereinstankstelle gibt es Biozusatz-freien Schiffsdiesel, im Hafen eine Station für die korrekte Entsorgung von Altöl und Mülltrennung, seit kurzem ist der Verein Biosphärenpartner und macht sich stark für das UNESCO-Welterbe Wattenmeer, im Hafen liegt mit der „Aldebaran“ oft kostenlos ein Forschungsschiff der Deutschen Stiftung Meeresforschung und startet von dort zu Exkursionen – „all das und noch viel mehr ist uns enorm wichtig, heute und in der Zukunft“, erklärt Jörn Pietschke. In der Planung sind Solarpaneele auf dem Clubhaus und eine Überdachung mit Solarzellen für den Parkplatz, der groß wie ein Fußballfeld ist. 

Groß denken gehört bei der Segler-Vereinigung Cuxhaven dazu: „Unsere Idee: Wir werden der erste grüne Yachthafen in Deutschland und speisen auch die Boote an den Stegen mit Solarstrom.“

Das ist die Segler-Vereinigung Cuxhaven

Der Verein liegt an der Elbmündung, hat 450 Mitglieder, zur Vereinsflotte gehören rund 140 Schiffe. Der Hafen verfügt über insgesamt 230 Liegeplätze – Gastlieger sind willkommen, eine Anmeldung in der Saison ist empfehlenswert. Vor Ort gibt es u.a. Einkaufmöglichkeiten, eine Tankstelle für biozusatz-freien Schiffsdiesel und das öffentliche  Restaurant „Lieblingsplatz“ im Yachthafengebäude. Fahrten- und Regattaseglerinnen und -segler, Motorbootfahrende, Erwachsene, Kinder und Jugendliche finden alles, was sie brauchen, von Schnupperkursen, Trainingsgruppen, Hallen-Winterlager über Mitsegelgelegenheiten bis hin vielen attraktiven Gemeinschaftsevents. Geschäftsstelle: Kapitän-Alexander-Str. 31, 27472 Cuxhaven; [email protected], www.svc-cux.de