EBA-Herbsttreffen beim DSV

Fünf Personen der European Boating Association stehen vor einer grünen Hecke
Das neu zusammengesetzte Executive-Board der European Boating Association (EBA) – v.li.: Laurent Kolly, Schatzmeister/ Österreichischer Segel-Verband; Carol Paddison / EBA-Sekretariat; Peter Lauritz Larsen, Präsident / Norges Seilforbund; Mona Küppers, Vizepräsidentin / Deutscher Seglerverband; Beng Gärde, Svenska Båtunionen / Vizepräsident © C. Schneider/EBA

Der DSV war Gastgeber der zweiten Generalversammlung 2026 der European Boating Association (EBA). Die Delegierten trafen sich zu einer zweitägigen Arbeitssitzung in der DSV-Geschäftsstelle in Hamburg-Steilshoop. Neben administrativen und organisatorischen Fragen standen aktuelle Themen rund um Sicherheit, Umwelt und Navigation auf der Agenda.

Die EBA befürwortet die Akzeptanz elektronischer visueller Seenotsignale (eVDS) als Alternative zu pyrotechnischen Signalen. Die elektronischen Systeme könnten einfacher und zuverlässiger zu bedienen sein und bergen im Gegensatz zu herkömmlicher Pyrotechnik keine Verletzungsrisiken.

Schutz der Seegraswiesen

Auch der Schutz von Seegraswiesen und umweltschonende Mooring-Systeme wurden thematisiert. Neue Systeme können das Schleifen der Ketten von Mooringbojen auf dem Meeresgrund vermeiden und damit die Belastung der Seegrasbestände deutlich reduzieren.

Zudem diskutierten die Delegierten nationale Regeln zur Nutzung der Notstopp-Kordel („kill cord“) auf offenen Motorbooten. Die EBA setzt hier vor allem auf Sensibilisierung und Aufklärung, wie sie etwa die britische Royal Yachting Association erfolgreich betreibt.

GPS-Störungen und Notwendigkeit der terrestrischen Navigation

Ein weiterer Schwerpunkt war das zunehmende GPS-Jamming und -Spoofing, insbesondere in der Ostsee. Ein Vertreter des finnischen Verbandes berichtete über die Erfahrungen in Finnland und die inzwischen weitreichenden Auswirkungen der Störsignale.

Die Fachverbände empfehlen deshalb erneut, sich bei der Navigation nicht ausschließlich auf elektronische Systeme zu verlassen, sondern klassische Navigationsmethoden weiterhin als Grundlage sicherer Navigation zu nutzen.

Diskutiert wurde außerdem eine mögliche Vereinheitlichung elektronischer Seekarten und die Entwicklung eines Standards für Sportbootkarten. Hier sollen zunächst weitere Aspekte geprüft werden.

Peter Lauritz Larsen neuer EBA-Präsident

Zum neuen EBA-Präsidenten für die kommenden vier Jahre wurde Peter Lauritz Larsen vom Norges Seilforbund gewählt. Er möchte die strategische Ausrichtung und den Einfluss der EBA auf Entscheidungen im Bereich der Freizeitschifffahrt in Europa stärken.

Nebem dem DSV ist auch der Deutsche Motoryachtverband Mitglied der EBA.