München und Kiel gehen gemeinsam in die Olympia-Bewerbung

Das für die Olympischen Spiele 1972 gebaute Olympiazentrum in Kiel-Schilksee von oben.
Das für die Olympischen Spiele 1972 in Kiel-Schilksee gebaute Olympiazentrum könnte 2036, 2040 oder 2044 erneut Austragungsort der Olympischen Segelwettbewerbe sein. © Sascha Klahn/ Kieler Woche

Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) in Baden-Baden stimmten die Delegierten heute für München als deutschen Bewerber. Das Konzept setzte sich gegen die Bewerbung der Region Köln-Rhein-Ruhr mit dem Segelstandort Warnemünde durch.

Zur Abstimmung waren die 42 olympischen Spitzenverbände eingeladen. Sie verfügten jeweils über drei Stimmen, die sie nur geschlossen abgeben konnten. Hinzu kamen die Stimmen der Mitglieder des DOSB-Präsidiums sowie der persönlichen Mitglieder. Für die absolute Mehrheit waren 73 Stimmen erforderlich.

Kiel als Segelstandort

DSV-Präsidentin Mona Küppers hatte im Vorfeld der Entscheidung auf die Qualität der beiden deutschen Segelstandorte Kiel und Warnemünde hingewiesen.

„Wir haben in Deutschland mit Kiel und Warnemünde zwei hervorragende Segelreviere, die alle olympischen Ansprüche erfüllen. Durch die Festlegung von München auf den Segelstandort Kiel und der Region Köln-Rhein-Ruhr auf den Segelstandort Warnemünde hat die Abstimmung noch einmal deutlich an Spannung gewonnen“, sagte Mona Küppers, die auch stellvertretende Vorsitzende der DOSB-Evaluierungskommission war.

Mit der Entscheidung für München steht Kiel als Segelstandort der deutschen Bewerbung fest. „Kiel beweist mit der Kieler Woche und zahlreichen weiteren Regatten jedes Jahr seine Kompetenz als Veranstalter hochklassiger internationaler Segelwettbewerbe“, betont Mona Küppers. „Ich gratuliere dem Duo München-Kiel sehr herzlich.“

Bereits 1972 fanden die Olympischen Spiele in München und die Segelwettbewerbe in Kiel statt. Das damals errichtete Olympiazentrum in Kiel-Schilksee soll für die erneute Austragung der Olympischen Spiele genutzt und erweitert werden. So können bestehende Strukturen weiterentwickelt und nachhaltig ausgebaut werden.

Der nationale Auswahlprozess um die Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele in Deutschland ist damit abgeschlossen. Es folgt die internationale Bewerbungsphase beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Die Vergabe der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036 erfolgt nach aktuellen Planungen des Internationalen Olympischen Komitees im Jahr 2029.

„Entscheidend ist nun, dass wir uns alle zusammen für eine erfolgreiche deutsche Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele in München und Kiel stark machen“, sagt Mona Küppers. „Aus den konkurrierenden Konzepten muss nun eine gemeinsame starke Bewegung werden.“