Der DSV trauert um Eberhard Wienholt

Eberhard Wienholt übergibt den nach ihm benannten Silberpreis nach einer Regatta an ein Kind.
Mit dem Eberhard-Wienholt-Cup, einer Opti C Regatta für die jüngsten Seglerinnen und Segler, setzte der NRV Eberhard Wienholt bereits zu Lebzeiten ein Denkmal. © Peter Kähl

Der Deutsche Segler-Verband trauert um Eberhard Wienholt. Der große Mäzen, Förderer und Stifter des deutschen Segelsports starb im Alter von 98 Jahren. Er war Ehrenmitglied des Deutschen Hochseesportverbands Hansa (DHH), des Flensburger Segel-Clubs (FSC), des Lübecker Yacht-Clubs und des Norddeutschen Regatta Vereins (NRV) sowie Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse.

Mit Eberhard Wienholt verliert der deutsche Segelsport einen seiner bedeutendsten Förderer. Der hanseatische Kaufmann gehörte über Jahrzehnte zu den wichtigsten Unterstützern des deutschen Segelsports und vieler seiner Vereine.

Sein Engagement reichte von der Ausbildung junger Optimistenseglerinnen und -segler über den Hochseesegelsport bis zur Förderung moderner, foilender Bootsklassen. Mit außergewöhnlicher Großzügigkeit und großem Weitblick schuf er Strukturen und Möglichkeiten, von denen Generationen von Seglerinnen und Seglern profitieren.

„Der deutsche Segelsport hat Eberhard Wienholt sehr viel zu verdanken. Über Jahrzehnte hat er mit seinen großzügigen Spenden Projekte, Initiativen und Bauvorhaben ermöglicht, die Vereine aus eigener Kraft niemals hätten realisieren können“, würdigt DSV-Präsidentin Mona Küppers sein Lebenswerk. „Früh hat er mit seiner Stiftung den Weg für die Förderung des Hochseesegelsports geebnet. Gleichzeitig hatte er immer ein offenes Ohr, wenn einer der ihm besonders verbundenen Vereine Unterstützung für wichtige Zukunftsprojekte benötigte. Diese reichte von großen Bauprojekten über komplette Flotten bis zu spontanen finanziellen Hilfen für besondere Projekte.“

Der gebürtige Rendsburger begann seine berufliche Laufbahn als junger Angestellter in der Hamburger Handelsgesellschaft Fritz Köster, die auf Futtermittel und Fischmehl spezialisiert war. Später übernahm er das Unternehmen und entwickelte es erfolgreich weiter. Seine große Leidenschaft galt jedoch dem Segelsport.

Ein Mann mit einer Schiffermütze und Clubemblem auf einem Boot
Eberhard Wienholt war dem DHH und der Hanseatischen Yachtschule über Jahrzehnte eng verbunden und einer der wichtigsten Förderer. © Georg Hilgemann

Seine seglerische Heimat fand Eberhard Wienholt im Deutschen Hochseesportverband Hansa (DHH). Seit seinem Eintritt im Jahr 1964 gestaltete er den Verband über Jahrzehnte als Mitglied im Verwaltungsrat, Schatzmeister, Vorsitzender und Vorsitzender des Verwaltungsrates entscheidend mit. Als Ideengeber, Impulsgeber und großzügiger Förderer prägte er die Entwicklung des DHH zu einem modernen Verein mit zeitgemäßer Infrastruktur, attraktiven Schiffen und einer nachhaltigen Förderung des Ehrenamtes und der Segelausbildung.

„Ich wollte einfach immer nur das Beste für den DHH, ihm helfen, dass er wirtschaftlich erfolgreich ist“, beschrieb Eberhard Wienholt selbst seine Motivation.

Unter seiner Verantwortung und mit seiner Unterstützung wurden unter anderem die Flotte modernisiert, der Schulneubau und die neue Bootshalle der Hanseatischen Yachtschule in Glücksburg errichtet sowie zahlreiche weitere Bau- und Infrastrukturprojekte verwirklicht. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – etwa während der Corona-Pandemie – unterstützte er den DHH.

Ein besonders eindrucksvolles Zeichen seiner Verbundenheit setzte Eberhard Wienholt beim Bau der neuen Bootshalle der Hanseatischen Yachtschule. Nachdem er den Neubau mit einer Spende von zwei Millionen Euro nahezu vollständig finanziert hatte, ließ er seine originale Geburtsurkunde im Grundstein des Gebäudes einmauern – als bleibendes Symbol seiner lebenslangen Verbindung zum Segelsport und zur Ausbildungsstätte in Glücksburg.

Um sein Engagement dauerhaft zu sichern, gründete Eberhard Wienholt 1997 die Eberhard Wienholt Stiftung (EWS). Ihr Ziel ist die Förderung junger Menschen im Hochseesegelsport. Bis heute unterstützt die Stiftung unter anderem die Hanseatische Yachtschule, den Jugend- und Leistungssport sowie Regatten und Ausbildungsprojekte. Sie hat ihren Sitz in Hamburg an der Rothenbaumchaussee, im gleichen Gebäude, in dem auch die Geschäftsstelle des DHH untergebracht ist.

Eberhard Wienholts Wirken beschränkte sich jedoch nicht auf den DHH. Er war überzeugt, dass Ausbildung, Breitensport und Leistungssport gemeinsam gedacht werden müssen. Während der DHH vor allem für die breitensportliche Ausbildung stand, förderte er im FSC und im NRV gezielt den leistungsorientierten Nachwuchs.

Mit dem Flensburger Segel-Club verband ihn über viele Jahre eine enge Partnerschaft. Aus der guten Nachbarschaft zum DHH entwickelte sich eine enge Freundschaft, die über eine reguläre Mitgliedschaft schließlich in der Ehrenmitgliedschaft mündete. Auch dort unterstützte er den Ausbau der Infrastruktur am Standort Glücksburg und die bleibende Attraktivität der clubeigenen Boote. Mit der Finanzierung von fünf Waszp investierte er gezielt in eine foilende Klasse für den Nachwuchs und damit in die Zukunft des Segelsports.

Ebenso groß war sein Engagement für den Norddeutschen Regatta Verein und den Hamburger Segelnachwuchs. Früh erkannte er die Bedeutung der J/70-Klasse und der Segel-Bundesliga und finanzierte mehrere J/70 für den Verein. Damit legte er den Grundstein für den erfolgreichen Wechsel vieler Jugendlicher vom Jollensegeln auf sportliche Kielboote. Als Zeichen der Wertschätzung taufte der Verein zwei der Boote auf die Namen „Helga“ und „Eberhard“.

Ein alter Mann mit einer Meisterschale steht vor feiernden jungen Seglern.
Eberhard Wienholt unterstützte den Aufbau des NRV-Bundesligakaders mit dem Kauf mehrerer J/70 und freute sich mit dem Team über den mehrmaligen Meistertitel. © Peter Kähl

Seiner Offenheit für neue Entwicklungen folgend unterstützte er auch die foilende Trainingsgruppe des NRV mit mehreren Waszp und ermöglichte zahlreichen Nachwuchsseglerinnen und -seglern den Einstieg in diese Disziplin.

Besonders am Herzen lag ihm die Förderung der jüngsten Seglerinnen und Segler. Mit dem Eberhard-Wienholt-Cup, einer Opti-C-Regatta auf der Hamburger Außenalster, wurde ihm bereits zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt. Bis vor wenigen Jahren ließ er es sich nicht nehmen, persönlich zur Siegerehrung zu kommen und den Siegerinnen und Siegern ihre Preise zu überreichen.

Eberhard Wienholt hinterlässt weit mehr als zahlreiche Gebäude und gut ausgestattete, funktionale Bootshallen, moderne Boote und die nach ihm benannte Stiftung. Er war Ideengeber, Visionär und Gesprächspartner zugleich. Er wartete nicht darauf, dass Vereine mit fertigen Konzepten an ihn herantraten. Vielmehr fragte er selbst nach neuen Ideen, erkannte Entwicklungen früh und unterstützte Projekte dort, wo seine Hilfe langfristig Wirkung entfalten konnte.

„Mit Eberhard Wienholt verliert der deutsche Segelsport eine herausragende Persönlichkeit, einen großen Visionär und Förderer“, sagt DSV-Präsidentin Mona Küppers. „Er wird uns als großzügiger, den Menschen zugewandter Stifter in Erinnerung bleiben, der sich bis zuletzt mit großer Begeisterung für den Segelsport und insbesondere für die Förderung junger Menschen eingesetzt hat.“

Der Deutsche Segler-Verband wird Eberhard Wienholt ein ehrendes Andenken bewahren.