DOSB nominiert das deutsche Team für die Youth Olympic Games

Alina Kornelli

Zum ersten Mal das Flair olympischer Spiele erleben und sich mit den weltbesten, aufstrebenden Spitzenseglern messen – über diese besondere Gelegenheit freuen sich Kite-Surferin Alina Kornelli und das Nacra 15-Duo Romy Mackenbrock und Silas Mühle. Unterstützt werden sie von den Trainern Detlef Groebert und Mikael Lundh.

Sie wurden vom DOSB für die Teilnahme an den Youth Olympic Games nominiert, die im Oktober im argentinischen Buenos Aires stattfinden. „Wir freuen uns sehr, dass nach der Premiere der Olympischen Jugend-Sommerspiele 2010 wieder zwei Mannschaften den Nachwuchs des deutschen Segelsports auf internationaler Bühne vertreten“, sagt Martina Nebelung, Leiterin der Jugendabteilung des DSV. „Kiten und der mit einem Mixed-Team gesegelte High-Performance-Katamaran Nacra sind olympische Zukunftsdisziplinen.“

Wir stellen Ihnen die Kite-Surferin und das Nacra 15-Team vor:

Kitesurferin Alina Kornelli

Alina Kornelli
Foto: Privat

Für Alina Kornelli, Deutschlands Nachwuchshoffnung in der Kite-Disziplin TwinTip:Racing, hätte die Nominierung zu den Youth Olympic Games zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. „Ich bin gerade 18 geworden, habe mein Abitur so gut wie in der Tasche und kann mich die nächsten Monate voll und ganz auf meinen Sport konzentrieren“, sagt sie. „Dass ich mit der Sportart, die mir am meisten Spaß macht, einmal die Gelegenheit habe, an den olympischen Spielen für Nachwuchsathleten teilzunehmen, hätte ich nie gedacht.“  Die Begeisterung für den schnellen Ritt auf einem kleinen Board übers Wasser, gezogen von einem Kite, wurde durch ihren Vater geweckt, der sie mit zehn Jahren zum ersten Mal mit zum Windsurfen nahm. Parallel dazu begann Alina Snowboard zu fahren, wurde in den bayerischen Kader aufgenommen und vor drei Jahren deutsche Jugendmeisterin im Snowboardcross. „Doch nachdem mich die Leidenschaft Kiten gepackt hat, habe ich schnell begonnen, meine ersten Rennen auf dem Wasser zu fahren“, erzählt sie. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: 2017 wurde sie Vize-Europameisterin im TwinTip:Racing in der Wertung „U 18“.

Nacra 15-Team Mühle/Mackenbock

Romy Mackenbrock. Bild: privat
Romy Mackenbrock. Bild: privat

Mächtig internationale Erfahrung sammelt dieses Jahr auch das Mixed-Team im Nacra 15 des DSV. Steuermann Silas Mühle – übrigens der Sohn von Admiral’s Cup-Teilnehmer Thomas Friese – und seine Vorschoterin Romy Mackenbrock nehmen vom 14. bis 21. Juli im texanischen Corpus Christi an den Jugend-Weltmeisterschaften teil, bevor sie sich auf ihre ersten Wettfahrten im Zeichen der olympischen Ringe in Südamerika vorbereiten. Der 15-jährige Silas, der aufgrund der großen Segelaffinität seiner Familie im Hamburger Segel Club seinen ersten Opti-Kurs machte, segelt seit fast drei Jahren den rasanten Katamaran Nacra 15. Seine sechszehnjährige Vorschoterin Romy Mackenbrock, die unter dem Stander des NRV segelt, wechselte nach erfolgreichen Jahren im Optimisten erst auf die Skiff-Jolle 29er, bevor sie zusammen mit Silas ihre Nacra 15-Kampagne startete.

„Unser Trainer hat uns als Team zusammen gebracht, durch die vielen Jahre im Opti kannten wir uns bereits, so dass Silas und ich schnell die nötige Vertrauensbasis hatten, um zusammen erfolgreich zu sein“, erzählt Romy Mackenbrock, die in Münster lebt und im kommenden Jahr ihr Abitur macht. Aufgrund der großen Distanz zum ehemals olympischen Segelrevier vor Kiel-Schilksee, auf dem Silas trainiert, ist ein regelmäßiges wöchentliches Wassertraining für die beiden Athleten nur schwer durchführbar. „Ich gehe fünfmal die Woche ins Fitnessstudio; durch längere, intensive Blocktrainings, oft zusammen mit holländischen und australischen Teams, versuchen wir, so viel gemeinsame Wasserzeit wie möglich zu haben“, sagt Romy Mackenbrock. „Auf die Youth Olympic Games werden wir uns im holländischen Medemblik vorbereiten, die Bedingungen sollen dem Revier in Buenos Aires sehr ähnlich sein.“

Silas Mühle. Bild: privat
Silas Mühle. Bild: privat

Seine internationale Segelkarriere fest im Blick hat auch der Hamburger Silas Mühle. „Monatlich bin ich mindestens 15 Tage auf dem Wasser“, sagt er. „Ich habe mir vorgenommen, bei den Olympischen Spielen oder auch beim America’s Cup an den Start zu gehen.“ So wie Peter Burling, sein großes seglerisches Vorbild, der im 49er eine olympische Goldmedaille und als Steuermann des neuseeländischen Teams 2017 den begehrten Cup gewann. Bei seinen seglerischen Ambitionen unterstützt ihn sein Vater Thomas Friese vor allem mit seiner Erfahrung im Bereich der Kampagnenorganisation. „Das Segeln auf einem Cupper mit einer großen Crew ist mit dem Rennsegeln auf einem modernen Katamaran nicht zu vergleichen“, sagt Silas Mühle. „Doch das Verständnis meines Vater für meine Begeisterung hilft mir dabei, meine von mir selbst hochgesteckten, sehr ehrgeizigen Ziele zu verfolgen.“ Parallel zur Jugendklasse Nacra 15 trainiert Silas Mühle bereits auf dem olympischen Nacra 17, neben den Weltmeisterschaften im französischen La Grande Motte nahm er an der Kieler Woche teil, wo er um nur einen Punkt den Einzug in die Gold Fleet verpasste.

Youth Olympic Games: So geht es weiter

Bei den Youth Olympic Games, die vom 6. bis 18. Oktober in Buenos Aires stattfinden, werden insgesamt 75 Athletinnen und Athleten verschiedener olympischer Disziplinen Deutschland vertreten. Neben den Disziplinen Kiten (Twin Tip: Racing) männlich und weiblich und Segeln als Mixed-Team im Katamaran Nacra 15 steht bei den Olympischen Jugend-Sommerspielen noch Windsurfen männlich und weiblich auf dem Programm der Seglerinnen und Segler. Zum letzten Mal konnten sich 2010 die beiden Deutschen Constanze Stolz und Florian Haufe in der Einmannjolle Byte für die Youth Olympic Games qualifizieren und je eine Medaille gewinnen. Während Constanze Stolz aktiv im olympischen 470er trainiert, gehört Florian Haufe inzwischen fest zum Bundesliga-Kader des Norddeutschen Regatta Vereins.