Lasertag, Badespaß und Medal Race – die Deutsch-Französische Jugendbegegnung 2018 in Martigues, Südfrankreich (Optimist)

Dieses Jahr fand der Deutsch-Französische Jugendaustausch im schönen Martigues in Südfrankreich, nahe Marseilles statt. Ein Rückblick von Antje Schneidewind.

Am Samstag den 30.06. war das Treffen mit der französischen Trainingsgruppe geplant, sodass wir bereits am Freitagmorgen losfuhren. Zwei aufregende Wochen mit viel Segeln, Action und vor allem Spaß lagen vor uns. Da sich das deutsche Team aus Seglern, verteilt über die gesamte Republik zusammensetzte, stand für die Trainer eine kleine Deutschlandreise auf dem Programm. Ein Team startete in Rostock und fuhr über Kiel. Das andere startete in Berlin und bekam Wörthsee, Friedrichshafen und Ludwigshafen zu sehen. Am Abend gab es in Freiburg dann das Zusammentreffen mit anschließender Übernachtung. Zurückblickend lässt sich sagen, dass es in Deutschland wirklich sehr schöne Ecken gibt, bis auf die Autobahnen natürlich. Am Samstagmorgen ging es dann weiter und nach einigen Stunden im Stau, trafen wir am späten Nachmittag auch endlich in unserer Unterkunft ein. Dort trafen wir unsere französischen Freunde und waren nun auch alle vollzählig. Das heißt unsere deutsche Gruppe mit Franziska, Ole, Paula, Johanna, Johann, Eva, Carl, Niklas, Clara, Lukas, mit den beiden Trainern Frank und Antje, sowie die französische Gruppe mit Niklas, Yannic, Jeanne, Anna, Celeste, Solenn, Mathys, Joseph, Tom und die französischen Trainer Loic bzw. Betreuerin Marine konnte sich nun auf machen und die Zimmer beziehen. Etwas Chaos gehört ja immer dazu und nach einigem hin- und her überlegen, gab es schließlich deutsch-französisch gemischte Jungs- bzw. Mädchenzimmer. Beim Abendessen erzählte uns Marine, was sie alles für die Trainingswoche an Rahmenprogramm geplant hatten und wir fragten uns, ob wir denn überhaupt Zeit hätten um segeln zu gehen. Es klang einfach nach einer tollen und aufregenden Woche. Da in Martigues meist thermische Winde vorherrschten und diese immer erst zu 13 Uhr beginnen einzusetzen, waren die Vormittage für unsere Aktivitäten eingeplant. Da auch etwas Kultur zum Rahmenprogramm gehört, fuhren wir am ersten Tag nach Martigues und schauten uns Teile der Altstadt an und beobachteten eine Art Volksfest bei dem zwei Mannschaften versuchten, sich gegenseitig von den Booten ins Wasser zu stoßen, ähnlich wie bei alten Ritterturnieren. Anschließend gab es die erste Segeleinheit. Es wurde nicht auf dem Mittelmeer gesegelt, sondern auf einer Art Lagune, was heißt, dass das Wasser angenehm warm war, die Luft auch und es einfach herrlichste Segelbedingungen gab.

Unseren französischen Eventplaner, wie man sie schon fast bezeichnen konnte, wussten genau dass die Highlights ans Ende einer Veranstaltung gehören und so ergab es sich, dass wir die nächsten beiden Tage mit kulturellen Unternehmungen verbrachten. Sehr zur Freude der Trainer, denn das Mucem in Marseilles war überaus spannend, die Kinder waren wohl mehr vom Ausblick der Festung beeindruckt als von der Ausstellung. Am Tag darauf besuchten wir den zukünftigen Olympiahafen für 2024 in Marseilles und trafen dort auf den französischen Nationaltrainer für die RSX, sowie ein paar sehr erfolgreiche 49er FX-Seglerinnen.

Beide Tage wurden mit zwei tollen Segeleinheiten beendet. Am Abend ging es nach dem Abendessen noch an den Strand für eine tagesabschließende Badeeinheit.
Am Mittwoch fuhren wir zu in einem Kletterwald. Dort hatte wohl jeder ausnahmslos seine Freude und der ein oder andere kleine Wettstreit um den schnellsten und besten Kletterer, unterstrich noch diesen gelungenen Vormittag.

Es herrschte eine ausgelassene Stimmung, welche bei einem Picknick am Strand fortgeführt wurde. Mit den Motorbooten fuhren wir an einen Muschelstrand und verbrachten unsere Mittagspause in, auf und am türkisblauen Wasser. Weil es so entspannt war und der Wind an diesem Tag auch auf sich warten ließ, entschieden wir kurzerhand, das Segeln für diesen Tag zu streichen und lieber Boards zu organisieren, um beim Wakeboardfahren den Nachmittag ausklingen zu lassen. Am Donnerstag stand für die Kinder eine Kanu- bzw. Stand-up Paddling Tour auf dem Plan. Am Nachmittag segelten wir wieder und es schlossen sich unserer Gruppe noch einige andere Trainingsgruppen an, sodass wir ein Trainingsrennen mit ca. 50 Seglern fuhren. Der Abend brachte dann das wahrscheinlich heimliche Highlight einiger Segler, wir gingen Lasertag spielen. Wir spielten drei Runden und nach der ersten willkürlich zugeordneten Gruppeneinteilung spielten wir, wie zu erwarten war, Deutschland gegen Frankreich und natürlich konnten beide Teams je einen Sieg für sich verbuchen.

Am Freitag brach dann bereits der letzte Tag unseres gemeinsamen Trainings an. Der Wetterbericht kündigte bereits Tage zuvor starken Nordwind an und behielt Recht. Unsere Gruppe war die einzige, die sich mutig auf das Wasser wagte und wir hatten viel Spaß.

 

Am Nachmittag begann dann der ernstere Teil dieser Reise und mit der Anmeldung, Vermessung und inhaltlichen Vorbereitung der französischen Meisterschaft beendeten wir diesen aufregenden Tag. Am Samstag stand dann das Practice-Race auf dem Plan und nach einer kleinen Trainingseinheit, fuhren alle Segler zumindest den Start und die erste Kreuz mit. Wie gewohnt gab es viele Frühstarter und etwas Chaos mit den Gruppen, aber Spaß hatten wir dennoch. Leider war dies auch der letzte Tag in Paulas Optisegelkarriere. Auf Grund einer Sonderregelung der Franzosen für deren Meisterschaft, dürfen Kinder, die bereits 15 Jahre sind, nicht mehr daran teilnehmen. Also haben unsere Mädels, ihr einen gebührenden Abschied bereitet.

Abends stand dann die Eröffnung an. Nicht nur alle Regionen aus Frankreich waren vertreten, sondern auch alle fünf Regionen aus Übersee sowie Neukaledonien.

Pünktlich zum Regattastart am Sonntag war wenig Wind angesagt und leider behielt der Wetterbericht auch dieses Mal Recht. Somit startete die Regatta mit einer Startverschiebung. Man konnte regelrecht zusehen, wie die Thermik und der Gradient miteinander kämpften und am Ende setzte sich der Gradient durch und wir fuhren ca. 18.00 Uhr raus, um noch ein paar Wettfahrten bei konstanten drei Bft. zu segeln. In Frankreich wird die Meisterschaft nach Jungen und Mädchen getrennt gewertet, somit starten Sie auch in verschiedenen Gruppen. Außerdem sind mehr Jungen zugelassen, sodass es zur Regatta zwei Jungengruppen mit je 50 Startern und eine Mädchengruppe je 50 Starterinnen gab. An diesem ersten Tag segelten die Mädchen zwei Wettfahrten und die Jungen nur eine. Der zweite Regattatag begann ähnlich wie der erste, nur dass wir dieses Mal etwas früher aus Wasser kamen. Am Abend zeichnete sich bereits ab, dass unsere Segler mehr als nur mithalten konnten, sie sind ganz vorne mitgesegelt! Die Top-Ten waren für alle in greifbarer Nähe! Der Dienstag brachte die besten Segelbedingungen überhaupt, mit schönen vier konstanten Windstärken wurden vier Wettfahrten gesegelt. Am Mittwoch mussten wir wieder warten, dieses Mal jedoch auf Grund von zu viel Wind. Da wir ja bereits wussten, dass die Franzosen den Tag gern bis zum Ende nutzen, übten wir uns wieder in Geduld und warteten.

Erneut gegen 18.00 Uhr ging es aufs Wasser und leider war nicht mehr so viel Wind übrig, dennoch war es gut segelbar, wenn auch etwas weniger actionreich. Am Donnerstag stand dann etwas gänzlich Neues für unsere Sportler an, das Medalrace! Bei den Jungs konnten sich Carl, Ole, Niklas und Lukas für die Wettfahrt der besten Zehn qualifizieren. Bei den Mädchen waren Franziska, Eva und Clara mit dabei. Das Besondere an diesem Medalrace ist, dass diese letzte Wettfahrt der Regattaserie doppelt in die Wertung eingeht und nicht gestrichen werden kann. Auch das Format dass nur zehn Segler dabei sind, erinnert mehr an eine Trainingswettfahrt als an eine große Meisterschaft. Ebenfalls die kurzen Schenkel des Kurses bedürfen einer anderen Herangehensweise, als bei langen Kursen. Bei den Jungen konnte sich im Gesamtklassement noch einiges ändern, bei den Mädchen war nicht mehr viel Spielraum in alle Richtungen. Fazit dieses Medalraces ist, dass dieses Format ruhig für zukünftige Regatten ins Training eingebaut werden sollte, denn sowohl unsere Jungen als auch unsere Mädchen, brauchten zu lange um sich daran zu gewöhnen, um dann ihre bekannte Stärke amzuknüpfen.  Für Johann und Johanna, war  an diesem Tag auch noch nicht Schluss. Für alle Segler, die nicht am Medalrace teilnahmen, gab es alternativ eine Langstreckenwettfahrt, welche ebenfalls in die Gesamtwertung einging. Langstrecke bedeutet in diesem Falle auch wirklich Langstrecke, die Kreuz war so lang, dass es nicht möglich war, vorab Informationen zu den Bedingungen in zweiten Teil der Kreuz auch nur zu erahnen. Die Wettfahrt selbst ging ca. 2,5 Std.

Mit diesem Tag beendeten auch Clara und Ole beendeten ihre Optikarriere und steigen nun in weiterführende Jugendbootsklassen. Clara als 7. Und Ole als 4. Im Gesamtergebnis können damit auf einen gelungenen Abschluss zurückblicken, aber auch die anderen können sehr stolz auf Ihre Ergebnisse sein! So wurden bei den Jungen Carl 2., Niklas 5., Lukas 9. und Johann 15. Bei den Mädels beendeten sie wie folgt, Franzi 5., Eva 9., Johanna 19.


Am Nachmittag fand dann pünktlich die Siegerehrung einer erfolgreichen und spannenden französischen Meisterschaft statt. Nachdem dann auch der gewohnte Verladestress abgeschlossen war, ging es für die gesamte Gruppe noch einmal an den Strand und wir beendeten zwei großartige Wochen mit einer ausgiebigen Badeeinheit.

Am Freitagmorgen trennten sich dann die Wege einiger bereits vor Ort. Ein Teil der Gruppe fuhr direkt an den Gardasee zur IDJüM und der andere Teil reiste zurück nach Deutschland, mit den bereits gekannten Zwischenstopps.

Zurückblickend schauen wir auf 14 Tage voller Spaß, Erfolg, neuen Erfahrungen und einer tollen Gruppe, die über die Zeit sehr zusammengewachsen ist. Wahrscheinlich hat jeder Segler ein persönliches Highlight auf dass er mit einem Grinsen zurück denkt.

Euer Team vom Deutsch-französischen Jugendaustausch

verfasst von Antje Schneidewind


Ausschreibung: Deutsch-Französische Jugendbegegnung 2018

Für weitere Fragen stehen wir gern zur Verfügung.