Eine Seglerin berichtet von der Teilnahme am dsj academy camp anlässlich der Youth Olympic Games in Nanjing

Eva Deichman dsj academy camp YOG 2014

Vom 13. bis 29.08.2014 nahm ich am academy camp der Deutschen Sportjugend (dsj) anlässlich der Olympischen Jugendspiele in Nanjing teil. Ziel dieser Veranstaltung ist es, 18- bis 26-jährige Ehrenamtler oder anderweitig Engagierte im Sport weiterzubilden und ihnen die Möglichkeit zu bieten, eine Sportveranstaltung dieser Dimension mitzuerleben.
Am Mittwoch den 13. August machte ich mich früh morgens auf den Weg nach München, wo der erste Tag des Camps stattfand. Insgesamt waren wir 39 Teilnehmer, die meisten von uns kannten sich nicht. Der Tag wurde deshalb genutzt, um sich kennenzulernen und erste Informationen über China und die Olympischen Jugendspiele zu erlangen. Mit Volker Nebgen aus Nordrhein-Westfalen war sogar noch ein zweiter Segler unter den Teilnehmern. Am nächsten Tag brachen wir gemeinsam zum Flughafen auf, vor uns lag eine lange Flugreise, die mit Umsteigen in Peking einherging und nach 12 Stunden Flugzeit am Flughafen Nanjing endete. Als wir aus dem Flughafen kamen, waren wir alle erschlagen von der Wärme und der Luftfeuchtigkeit, die dort herrschte.
Nach einer Busfahrt durch die Stadt erreichten wir das Hotel, in dem wir untergebracht waren. Es befand sich an einem See, an dem die Triathlon- und Ruderwettbewerbe stattfanden. Unmittelbar nach unserer Ankunft aßen wir zu Mittag, das Essen war eine große Umstellung für mich.
Nach dem Essen hatten wir Workshops, bei denen wir über die Olympischen Jugendspiele diskutierten. Am Abend machten wir eine erste Stadterkundung und saßen anschließend beisammen und hatten die Möglichkeit uns näher kennenzulernen.

Am nächsten Tag, den 16. August, begannen die Youth Olympic Games (YOG) im Olympiastadion mit einer furiosen Eröffnungsfeier, die sich in ihrer Größe durchaus mit den richtigen Olympischen Spielen messen konnte. Es gab viele Vorführungen, an denen unzählige Darsteller mitwirkten, am Ende wurde die Olympische Flamme furios entzündet. Nicht nur die Eröffnungsfeier, sondern schon der Weg vom Hotel zum Stadion war ein großes Erlebnis. Die ganze Gruppe war nämlich mit offizieller Teamkleidung ausgestattet worden, sodass wir alle mit rotem Deutschland-T-Shirt durch die Stadt liefen. Die Eröffnungsfeier selbst faszinierte uns alle, da die Stimmung und die Atmosphäre wirklich einzigartig waren.

An den nächsten Tagen besuchten wir einige Wettkämpfe und feuerten die deutschen Teilnehmer tatkräftig an. Die Sportler freuten sich darüber sehr, was uns im Gegenzug anspornte, noch mehr anzufeuern und Fangesänge anzustimmen.

Das kulturelle Programm auf der Reise war auch sehr vielseitig. So wurden wir mehrmals im Goethe Institut Nanjing empfangen und konnten uns dort mit chinesischen Studenten austauschen, die gerade Deutsch lernen. Einmal gleichaltrige Chinesen kennenzulernen ermöglichte uns einen Einblick in die Mentalität des Landes, den man bei einem gewöhnlichen Touristenprogramm nicht bekommt.
Das Programm hatte auch historischen Inhalt, so erfuhren wir ein wenig über die Geschichte Nanjings, das früher Hauptstadt des chinesischen Kaiserreichs war.

Ein Höhepunkt der Reise waren für mich die Gesprächsrunden mit hochrangigen Sportfunktionären und Aktiven. An einem Tag kamen der DOSB-Präsident Alfons Hörmann und Bernhard Schwank, Leistungssportdirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), und beantworteten unsere Fragen. Ein weiterer hochrangiger Besuch wurde uns von Willi Lemke, dem UN-Sonderbeauftragen für Sport und früheren Manager bei Werder Bremen, abgestattet. Es war sehr interessant den Argumenten und Meinungen solcher Persönlichkeiten zu folgen. Ich fand viele Aussagen sehr motivierend, sich weiter für den Sport zu engagieren.

Beim Besuch im olympischen Dorf konnten wir einen kleinen Einblick gewinnen, wie der Alltag der Athleten und Betreuer während der Olympischen Spiele aussieht. Es war auf jeden Fall eine sehr internationale Atmosphäre, da man an allen Häusern die Flaggen der unterschiedlichen Nationen sah und man natürlich die Herkunft von jedem anhand der Teamkleidung sofort erkennen kann.

Wie auch schon bei den Gesprächsrunden ist mir die Offenheit der teilweise hochrangigen Personen sehr positiv aufgefallen, die sich gerne mit uns unterhielten. Sogar der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees Thomas Bach stattete uns einen kurzen Besuch ab.

Als am 29. August der Rückflug anstand, war ich schon etwas traurig, da mir die Reise sehr viel Spaß gemacht und neue Erfahrungen und Denkanstöße gegeben hat. Auch habe ich einige neue Freunde gefunden.

Ich danke allen Teilnehmern und Betreuern, die dazu beigetragen haben, dass das Youth Academy Camp in Nanjing für mich ein unvergessliches Erlebnis war.
Außerdem möchte ich dem Deutschen Segler-Verband, dem Hessischen Seglerverband und meinem Club, dem Wassersportverein Bergstraße für die finanzielle Unterstützung einen großen Dank aussprechen.

Text: Eva Deichmann (mit Kürzungen)

(Hamburg, 11.September 2014)