„Etre au depart“ – die Deutsch-Französische Jugendbegegnung 2017 in Travemünde, Deutschland

Am Start waren zwanzig Opti-Kids aus Deutschland und Frankreich im Alter von zwölf bis fünfzehn Jahren und vier Betreuer. Vom 16. bis 22. Juli haben Franzsiska, Johann, Catharina, Patrick, nochmal Franziska, Ole, Paula, Raphael, Hannah und Carl als auch ihr französisches Pendant – Solal, Philippine, Andrea, Julien, Briac, Amelie, Elise, zwei Mal Cecile und Anna – im Rahmen der Deutsch-Französischen Jugendbegegnung des DSV die Umgebung von Lübeck-Travemünde tüchtig aufgemischt. Die Trainer Sophie und Felix sowie Mónica und Vincent aus Frankreich gaben ihr Bestes, die Meute stets unter Kontrolle zu halten.

„Gut vorbereitet in die Internationale Deutsche Jugend- und Jüngstenmeisterschaft in Travemünde zu starten“ – so lautet ein gemeinsames Ziel der Jugendbegegnung. Doch die Jugendlichen waren auch neugierig auf die Sprache und Kultur ihrer Austauschpartner. Neben vielen verschiedenen Trainingseinheiten mit Start- und Speedtests stand so auch eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung mit ein wenig Kulturprogramm auf dem Plan.
Sowohl die Kids als auch ihre Betreuer verstanden sich auf Anhieb. Schnell wuchsen die Jugendlichen aus beiden Ländern zu einer Einheit zusammen, und auch das anfängliche deutsch-französische Kauderwelsch entzerrte sich zusehens. Versuchten sich die Jugendlichen doch alsbald sehr gewissenhaft in der Sprache des jeweils anderen Landes. Ins Englische wechselten sie bald gar nicht mehr. Und im Notfall konnte Amélie, eine Deutsch-Französin, als Dolmetscherin aushelfen.

Doch der Reihe nach …
Alle Tage in Travemünde begannen mit regelmäßigen Frühsporteinheiten, bevor das Training auf dem Wasser in Angriff genommen wurden.
Tag eins wurde für die optimale Vorbereitung auf die anschließende IDJüM zunächst genutzt, um das gesamte Regattagebiet abzufahren. So konnten sich die Jugendlichen mit den geographischen und meteorologischen Gegebenheiten vertraut machen. Am zweiten Tag spielte derWind nicht ganz nach seglerischen Regeln mit und machte rechtzeitig Feierabend. So kam am Nachmittag der Stadtausflug nach Lübeck mit einer Rallye durch die Altstadt und einem Besuch bei Niederegger mit einer kleinen Führung und der Verkostung des weltberühmten Marzipans gerade recht. Zurück in der Berufsbildungsstätte, dem Quartier der bunten Truppe – standen Darts, Tischkicker oder andere Spiele auf dem Programm. Beliebt auch: Kartenspielen, um den Tag in Ruhe gemeinsam ausklingen zu lassen.

Ein Glück meinte es Petrus am Mittwoch nur zu gut: gleich morgens traten die Jugendlichen bei schönstem Sonnenschein und optimalen Windbedingungen die lange Kreuz zum nun schon wohl bekannten Regattagebiet an und legten bei den Übungseinheiten den Fokus auf den Start. Da es nur einen Streicher geben würde, war sich das Trainerteam einig:Frühstarts zur IDJüM sollten vermieden werden! Erschöpft vom langen Heimweg – Vorwindkurs mit heißem Ritt über die hohen Wellen – fielen die Seglerinnen und Segler abends hundemüde in ihre Betten.
Am Donnerstag machte die Gruppe mit den Betreuern Mónica, Vincent, Felix und Sophie einen Kulturausflug nach Hamburg. Viel Interessantes zu entdecken gab es bei der Hafenrundfahrt durch die Känale der Speicherstadt, bevor es an das sportliche Stufenzählen hinauf in die Kuppel des St. Michaelis-Doms „Michel“ ging. Ein gemeinsames Pizza-Essen rundete den tollen Tag schließlich ab, und gut gelaunt trat die Gesellschaft den Rückweg nach Travemünde an.

Der letzte Tag bot sich leider nicht mehr zum Segeln an, da der Wind erneut einen Strich durch die Rechnung der Trainer machte. Die Wartezeit auf bessere Bedingungen vertrieben sich die Jugendlichen zunächst mit Klönschnack und ein bisschen Sprachanimation mit den Betreuern, bevor es mit der Vorbereitung auf die bevorstehende Vermessung für die Internationale Deutsche Jugend- und Jüngstenmeisterschaft weiterging: das hieß für alle Putzen was das Zeug hält, alles Ordnen und das Material nochmals gründlich checken.
Der Abschlussabend stand schließlich ganz im Zeichen des ausgelassenen Miteinanders der neuen Freunde aus Deutschland und Frankreich. Bei fetziger Musik wurde tüchtig getanzt, Gelächter schallte durch den Raum, und die jungen Franzosen schmetterten so manchen deutschen Songtext mit, den sie in der vergangenen Woche gelernt hatten.
Nach der Verabschiedung der deutschen Teilnehmer in Richtung Deutsche Jugend- und Jüngstenmeisterschaften hieß es nach der erfolgreichen Deutsch-Französischen Jugendbegegnung: Auf zum Wettkampf und danke für die schönen Erfahrungen für alle Beteiligten in Travemünde!


Harte Arbeit in der Bretagne – die Deutsch-Französische Jugendbegegnung 2017 in Crozon-Morgat, Frankreich

Crozon-Morgat ist Bretagne wie aus dem Bilderbuch: Kleine pittoresque Häuschen aus dunklem Stein entlang der Promenade, Fischgerichte in jedem Restaurant, eine Steilküste mit wilder Flora und wunderschönen Ausblicken und ein Strand, der vier Mal am Tag von winzig klein zu riesengroß wechselt. Ein perfekter Ort für Urla—
Ach nein!
Wenn zwölf Jugendliche und zwei Trainerinnen aus Deutschland mit sechs Booten und voll gepackten Autos in die Bretagne fahren, dann ist das eindeutig die Deutsch-Französische Jugendbegegnung im 420er!

Auch in diesem Jahr veranstaltete die DSV-Seglerjugend gemeinsam mit der Fédération Francaise de la Voile (FFV) – und unterstützt vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) –  einen Segelaustausch der ganz besonderen Art: Vom 30. Juni bis 14. Juli 2017 fand zuerst ein gemeinsames Training mit 5 französischen Teams statt und darauf folgte die Teilnahme an der französischen Jugendmeisterschaft in der 420er Klasse. Für die glücklichen Segler (Jill & Anna, Nele & Silja, Melissa & Franka, Titus & Maxime, Lukas & Jan und Felix & Stefan) sowie die beiden Betreuerinnen – Trainerinnern und Mädchen für alles -, Geeske Genrich und Charlotte Metzger, war das ein tolles Erlebnis.

Denn der erste Eindruck über das äußere, bretonisch perfekte Erscheinungsbild erfüllte auch auf seglerischem Niveau alle Wünsche: Die Bucht bietet viele verschiedene Möglichkeiten zum Training, denn sie ist einerseits geschützt vor dem großen Ozean, aber hat unglaublich viel Platz für lange Trainingseinheiten und große Startfelder, und das Segelzentrum von Crozon-Morgat ist ein internationaler Treffpunkt für Anfänger und Profis.

In der ersten Woche stand nicht nur Segeln auf dem Programm, sondern auch Kultur, wodurch es für die Segler möglich war, auch etwas die Gegend zu erkunden und nicht nur den Hafen in und auswendig kennenzulernen. Und das gefiel sowohl den Deutschen, als auch den Franzosen richtig gut! Gemeinsam machten wir eine 12km lange Wanderung zum Cap de la Chèvre bei bestem bretonischen Wetter (Nebel und 100% Luftfeuchtigkeit aka Nieselregen), eine Kajak-Tour entlang der Küste zu Meeresgrotten und einsamen Stränden bei völlig untypischem Wetter (30°, Sonne, kein Wind und glasklares Wasser) und entdeckten die Unterwasserwelt im Aquarium „Oceanopolis“ von Brest. Natürlich wurde dann täglich immer noch fleißig gesegelt, ob am frühen Morgen, heißen Mittag oder späten Abend im Sonnenuntergang: die Trainingseinheiten der Franzosen sind lang und anspruchsvoll, da konnten wir Deutschen uns nur freudig anschließen und die Boote mal so richtig fordern.

Dass der Kontakt zwischen der deutschen und französischen Gruppe geglückt war und anfängliche Kommunikationsschwierigkeiten absolut keine Probleme darstellten, sondern viel eher die Kreativität förderten und den ein oder anderen Lacher mit sich brachten, zeigte sich schließlich beim internationalen Teamtausch auf dem Wasser: Wild wurden die deutschen und französischen Teams durchgemischt und so beendeten wir das Trainingslager mit einer langen Einheit in ungewohnter Zusammensetzung. Über die verschiedenen Abläufe auf dem Wasser wurde dann viel gelacht, wild gestikuliert und ratlos gestaunt, doch egal welche Herausforderung auftauchte, alle Teams kamen heil und neugierig wieder an Land.

In der zweiten Woche fand die Meisterschaft mit 80 Booten aus vielen verschiedenen Ländern statt, sogar ein Team aus Australien war am Start. Im Gegensatz zur ersten Woche war der Wettergott uns diesmal nicht ganz so gnädig und der Himmel war fast ausschließlich grau, hin und wieder gab es etwas Regen (für bretonische Verhältnisse aber wohl sehr harmlos!) und dabei stets Wind. Die Verhältnisse waren schwierig, da von vielen Drehern und Böen geprägt, mit mehr oder weniger Wind sowie einmal auch starker Welle und forderten das ganze Feld heraus. Auch Geeske und Charlotte gaben alles auf dem kleinen Motorboot, das uns zur Verfügung gestellt worden war, wurden durchgeschüttelt, nass gemacht und wünschten sich nicht selten einfach auf einen 420er um mal wieder richtig entspannt über die Wellen zu kommen. Nach den ersten zwei Qualifikationstagen wurde in Gold- und Silberfleet eingeteilt und der aktuelle Modetrend wurde vom deutschen Team bestätigt, nämlich dass Silber gerade ja sowieso viel cooler ist als Gold…

Und wenn am Abend dann der Bauch gefüllt war mit typisch bretonischem Essen (fischig wie eh und je), das laute Lachen durch die Flure schallte und Heldenpläne für den nächsten Tag auf dem Atlantik geschmiedet wurden, dann fühlte es sich manchmal vielleicht doch fast ein bisschen wie Urlaub an.

Aber nur fast, denn Segeln bleibt natürlich immer harte Arbeit – doch dafür lieben wir es doch umso mehr!


Ausschreibung: Deutsch-Französische Jugendbegegnung 2017

in der 420er Klasse (Crozon, Bretagne)
in der Optimisten-Klasse (Travemünde)