Deutscher Seglertag 2009 in Friedrichshafen

 

Der Deutsche Segler-Verband (DSV) hat ein neues Präsidium und einen neuen Seglerrat. Die Leistungssportinitiative "Sailing Team Germany" nimmt Fahrt auf. Die Vereine stehen geschlossen hinter der Interessenvertretung ihres Verbandes. Das sind die wesentlichen Ergebnisse des Deutschen Seglertages 2009, der vom 9. bis zum 10. Oktober in Friedrichshafen am Bodensee stattfand.

Die Delegierten der deutschen Segel- und Surfvereine wählten folgende neue Mitglieder in das siebenköpfige DSV-Präsidium:
- Vizepräsident für Leistungs- und Wettsegeln: Torsten Haverland (44), Betriebswirt und  Sportwissenschaftler, Schweriner Yacht-Club
- Vizepräsident für Umwelt und Recht (Syndikus): Dietmar Reeh (58), Volljurist, Deutscher   Touring Yacht-Club
- Vizepräsident für Finanzen (Schatzmeister): Udo Scheer (60), Diplom-Kaufmann, Segel-  Club Hattingen



DSV-Präsident Rolf Bähr und DSV-Vizepräsident für Fahrtensegeln, Freizeit- und Breitensport Uwe Jahnke wurden einstimmig in ihren Ämtern wieder gewählt. Dem Präsidium gehören unverändert an: DSV-Jugendobmann Wolfgang Wagner und der DSV-Obmann für spezielle Segeldisziplinen Manfred Lenz. 16 der 32 Mitglieder des Seglerrates wurden ebenfalls gewählt.

Bei der alle zwei Jahre stattfindenden Delegiertentagung der 1400 Mitgliedsvereine des DSV zeigte sich, dass das neue Leistungsport-Förderprojekt "Sailing Team Germany" immer mehr Anhänger findet. Es wurde von führenden Persönlichkeiten des Segelsports, dem DSV, den Landesseglerverbänden und vielen Mitgliedsvereinen aus der Taufe gehoben. Das Ziel ist die Bündelung der Kräfte bei der professionellen Förderung des deutschen Spitzen- und Nachwuchssegelsports sowie der Entwicklung neuer Events und Regatta-Formate. Es wurde erstmals bei diesem Seglertag den versammelten Delegierten präsentiert und fand auf Anhieb großen Beifall. Das Drei-Säulen-Konzept, bestehend aus dem Zusammenschluss leistungsorientierter Vereine im "Sailing Team Germany e. V.", der Vermarktungsgesellschaft "Sailing Team Germany GmbH" und dem für die sportlichen Fragen zuständigen Deutschen Segler-Verband, wurde von prominenten Repräsentanten vorgestellt, darunter Jochen Schümann (dreifacher Goldmedaillengewinner bei Olympischen Spielen), Abdul-Rahman Adib (ehemaliger Chef der boot Düsseldorf) und DSV-Präsident Rolf Bähr. Auch der Kommodore des STG e.V. Gunter Persiehl und STG GmbH-Geschäftsführer Oliver Schwall warben für die breite Unterstützung des Projekts durch die vertretenen Vereine, die sich dem Förderverein Sailing Team Germany e.V. als Mitglied anschließen können. Weitere Arbeitsschwerpunkte der Diskussionsforen des Seglertages waren die Weiterentwicklung der Regattaformate und neue Ideen für die Zukunft des Segelsports.



Rolf Bähr sprach in seiner Eröffnungsrede die zunehmende Komplexität der Interessenvertretung und das schwieriger werdenden Umfeld des gesamten Wassersports an. Er appellierte an die Bundesregierung, den deutschen Wassersportvereinen längerfristige Pachtverträge für ihre meist in Eigenleistung erstellten und ehrenamtlich betreuten Steganlagen anzubieten. Er schwor die rund 300 Vereinsdelegierten, Gäste, Medienvertreter und Vertreter der Fachausschüsse auf das gemeinsame Ziel ein, die Freiheit des Segelsports zu bewahren. Unterstützung sicherte der Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages Dr. Peter Danckert zu, der sich weiterhin für angemessene Pachten für Steganlagen und die Verankerung des Sports im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland stark machen will. Nazlri Imre, Vizepräsidentin der International Sailing Federation (ISAF), präsentierte den Delegierten die Kernziele einer neuen Medien-Strategie des Weltseglerverbandes. Sie verlieh dem ehemaligen DSV-Präsidenten Dierk Thomsen die ISAF Gold Medal für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement in vielen Funktionen des Weltverbandes.

Mit der Goldenen Ehrennadel des DSV wurden die drei scheidenden Präsidiumsmitglieder Emil Steinke, Dr. Lorenz Walch und Christoph Hillebrand für ihr erfolgreiches Wirken an der Verbandsspitze ausgezeichnet. Alle drei hatten nach zwölf Jahren Amtszeit gemäß DSV-Satzung nicht mehr kandidieren können. Ebenfalls mit der Goldenen Ehrennadel des DSV geehrt wurden Hannes und Jan-Peter Peckolt für ihre Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2008 vor Qingdao sowie Lutz Storr, der sich in der Verbandsarbeit u. a. als stellvertretender Vorsitzender des Seglerrates und bei der Zusammenführung der beiden deutschen Seglerverbände verdient gemacht hat. Jeweils neun Mitgliedsvereine erhielten den DSV-Jubiläumspokal für ihre erfolgreiche Ausrichtung Deutscher Meisterschaften und für die herausragende Beteiligung ihrer Mitglieder an den Fahrtenwettbewerben der Kreuzer-Abteilung des DSV.

Über 40 Vereine des Verbandes erhielten die begehrte DSV-Auszeichnung für erfolgreiche Vereinsausbildung. Sie ist inzwischen zu einem Markenzeichen für Interessenten und Neueinsteiger geworden, die eine solide Segelausbildung in einem Verein suchen.

Große Einigkeit herrschte beim Thema Finanzen. Die Jahresrechnungen 2007/2008 wurden einstimmig genehmigt. Die Haushalte 2010 und 2011 wurden ohne Gegenstimmen beschlossen.

Den nächsten Deutschen Seglertag veranstaltet der DSV mit Unterstützung des Berliner Segler-Verbandes vom 25. bis 27. November 2011 in Berlin. (Hamburg, 12. Oktober 2009)