Freiheit und Verantwortung gehören zusammen

 


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Das Thema Sportbootführerscheine ist aktueller denn je. DSV-Präsident Rolf Bähr hat dazu auch in seiner Eröffnungsrede zum Deutschen Seglertag 2011 Stellung genommen.

Hier ein Auszug aus seiner Rede: "Für uns gehören Freiheit und Verantwortung zusammen. Damit meine ich auch den Umgang mit Schiff und Mannschaf. Wer als Skipper auf dem Wasser unterwegs ist, übernimmt Verantwortung für sich und andere. Das Umfahren von Untiefen und Gefahrenstellen erfordert nautisches Wissen und praktische Seemannschaft.

Seit es den organisierten Segelsport gibt, ist deshalb für uns völlig klar: der Schiffsführer muss wissen, was er tut. Er muss die notwendigen Manöver beherrschen. Er muss die Verkehrsregeln und die Seezeichen kennen. Und er muss an Bord aktiv und eigenverantwortlich entscheiden und handeln. Mit einem Sportboot kann man eben nicht einfach rechts ran fahren und warten, bis der ADAC kommt.

All das lernt man bei der Vorbereitung auf den Sportbootführerschein. Deshalb stehen wir zu diesem Befähigungszeugnis. Für uns Wassersportler hat sich diees Dokument in den letzten Jahrzehnten als Ticket zur Freiheit erwiesen. Es dokumentiert, dass Wassersportler ihr Metier beherrschen und wissen, was sie tun. Nur weil es den Sportbootführerschein gibt, ist es dem Wassersport in den letzten Jahrzehnten gelungen, unzählige Reglementierungen abzuwenden.
Deutschland gehört nach wie vor zu den Ländern mit der höchsten Verkehrsdichte. Sie soll in den nächsten Jahren noch mal um 70% wachsen. Da wäre es völlig unverantwortlich, Einsteigern zu signalisieren: "das braucht ihr alles nicht."

Wir sind nicht davon überzeugt, dass man dem Wassersport oder dem Wassertourismus einen guten Dienst erwiese, wenn man den Sportbootführerschein abschafft.

Wir wollen kein Verkehrsregime, das von Reglementierung und staatlicher Vorsorge geprägt ist; das künftig vom Typus des völlig unbedarften und unausgebildeten Sportbootfahrers ausgeht, weil man nicht mehr sicher sein kann, wer mit und wer ohne Schein fährt. Die Unkenntnis würde zum Maßstab behördlichen Handelns. Das würde unweigerlich zu mehr Verboten und Beschränkungen führen.

Deshalb bleiben wir dabei: Das im Straßenverkehr bewährte Prinzip ist richtig! Der Fahrzeugführer erwirbt einmal im Leben die erforderliche Befähigung und kann dann unbehelligt von Alltagsreglementierungen überall eigenverantwortlich fahren.

Für uns ist die Sportschifffahrt ein Teil der Schifffahrt und kein Freizeitvergnügen, das sich in regionale Freizeitparks oder durchregulierte Teilstrecken verbannen lässt.

Wir sind Verkehrsteilnehmer wie jeder andere auch und beanspruchen mit unserem Befähigungsnachweis maritime Mobilität im öffentlichen Raum. Flächendeckend. Weltweit. Auf allen Meeren. Und auf allen Flüssen, Seen und Kanälen. Die maritime Mobilität ist in einer freiheitlichen Gesellschaft so selbstverständlich, wie das Wandern oder das Radfahren an Land. Und wir werben leidenschaftlich dafür, dass mehr Menschen die Schönheit des Wassersports kennen lernen. Denn Deutschland ist ein Land des Wassersports." (Hamburg, 07. Dezember 2011)