Sportboote größte Verkehrsgruppe auf deutschen Wasserstraßen

 

Sportfahrzeuge repräsentieren die zahlenmäßig weitaus größte Fahrzeuggruppe auf deutschen Wasserstraßen. Darauf weist das Forum Wassersport anlässlich seiner jährlichen Konferenz während der Wassersportmesse "boot" in Düsseldorf hin und unterstreicht damit die Bedeutung der Sportbootschiffahrt auf deutschen Wasserstraßen, Seen und Küstengewässern.

(Hamburg, Oktober 2013) Das Forum Wassersport ist der Zusammenschluss der Wassersportspitzenverbände unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Ihm gehören der Deutsche Segler-Verband, der Deutsche Motoryachtverband, der Deutsche Ruderverband, der Deutsche Kanu-Verband, der Verband Deutscher Sporttaucher, der Deutsche Wasserski- und Wakeboardverband und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft an.

Die Bedeutung der Wasserstraßen und –flächen für den Standort Deutschland wird oft unterschätzt, so die Analyse der Spitzenverbände. Eine hoch qualifizierte Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sorgt nicht nur dafür, dass auf dem Wasserweg kostengünstig und umweltfreundlich Güter transportiert werden können. Sie unterhält Wasserstraßen, Kanäle, Seen, Schleusen und Hebewerke auch für Fahrgastschifffahrt, Fischerei und Sportschifffahrt. Deutschland verfügt über eines der besten Wasser-Verkehrsnetze der Welt, so die einhellige Beurteilung der Verbände, es ist aber auch ein „Land des Wassersports“ mit großem Zukunftspotenzial. Auf die bewährte und kompetente Betreuung durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung setzt weiterhin das Forum Wassersport und die von ihm vertretenen Wassersportspitzenverbände und deren Mitglieder.

Dieses Potenzial gilt es zu entwickeln und nicht etwa durch kurzfristige Sparmaßnahmen – wie bei der Bahn - aufs Spiel zu setzen. Die Wassersportspitzenverbände betrachten daher Überlegungen zur Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mit Besorgnis, in deren Folge der Bereich der Sportschifffahrt künftig „outgesourced“ werden könnte. Zwar sollen Wasserstraßen mit Bedeutung für den Wassertourismus künftig weiterhin unterhalten werden. Angesichts noch ausstehender Definitionen, welche Wasserstraßen betroffen sein könnten und nach welchen Maßstäben die Bewertung erfolgt, befürchten die Wassersportspitzenverbände eine deutliche Verschlechterung der jetzigen Situation und eine Zunahme von Befahrensverboten. Das Konzept widerspricht damit nach ihrer Auffassung der Forderung des Deutschen Bundestages, Wassertourismus in Deutschland zu fördern. „Verkehrsinfrastruktur ist unteilbar“, sind die Wassersportverbände überzeugt.

Gefragt sind deshalb auch in diesem Verkehrssystem Weitblick und Miteinander. Dazu trägt der gemeinnützige Wassersport ganz erheblich bei. Knapp 5.000 gemeinnützige Wassersportvereine mit insgesamt weit über 800.000 Mitgliedern unterhalten Tausende von Sportboothäfen, Steganlagen und Anlegestellen im Netzwerk der deutschen Wasserstraßen und Seen. Sie sorgen in Eigenverantwortung für Sicherheit im „ruhenden“ Sportbootverkehr und für Vielfalt im wassertouristischen Angebot.

Die beiden Spitzenverbände Deutscher Segler-Verband und Deutscher Motoryachtverband übernehmen zudem seit vielen Jahren die Schleusen- und Hebewerksgebühren für die Sportboote auf den Bundeswasserstraßen im Binnenbereich. Ziel dieser bewährten Vereinbarung mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ist es, die ansonsten üblichen (und teuren) Inkasso-Vorgänge bei jeder Schleusenpassage zu vermeiden und damit auch Unfällen vorzubeugen, die früher immer wieder an glitschigen Leitern in den Schleusenkammern entstanden sind.

Für weitere Informationen:

Forum Wassersport
Deutscher Olympischer Sportbund
Behrenstraße 24
10117 Berlin